Sarajevo

die coolste stadt des balkans!

Inhalt

Was kommt euch als Erstes in den Sinn, wenn ihr „Sarajevo“ hört? Sind es Erinnerungen an die Fernsehnachrichten in den 90ern, als über den Bosnien-Krieg und die Belagerung der Stadt berichtet wurde? Habt ihr noch den Geschichtsunterricht im Hinterkopf und wisst, dass dort schlussendlich der Erste Weltkrieg losgetreten wurde, oder war Sarajevo in Erdkunde eine der Hauptstädte in Osteuropa, welche euch Probleme bereitet hat, um sie dem richtigen Land und dem richtigen Punkt auf der namenlosen Landkarte zuzuordnen? Seid ihr bereits ein wenig älter und habt die Stadt sogar noch als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1984 in Erinnerung?

Drei der vier Möglichkeiten sind natürlich Ereignisse, welche Sarajevo in den Fokus der internationalen Aufmerksamkeit gerückt haben und von großer Bedeutung für die Stadt, Ex-Jugoslawien und auch ganz Europa oder sogar der Welt waren, aber was ist über die Stadt eigentlich heute so bekannt?

Einführung

Für Menschen, die noch nie Urlaub in Bosnien & Herzegowina gemacht haben, ist das heutige Sarajevo für die meisten wohl ein unbeschriebenes Blatt Papier. Aber das völlig zu Unrecht! Die Stadt ist wohl eines der lohnenswertesten Ausflugsziele in Europa und dabei noch verhältnismäßig unter dem Radar des Massentourismus geblieben. Grund genug, morgen, nächsten Monat oder im kommenden Sommer genau dort hinzufahren!

Relativ zentral im sowieso nicht sehr großen Land gelegen, ist Sarajevo ein idealer Ausgangspunkt, um Bosna i Hercegovina zu erkunden. Aber bevor ihr das macht, gebt der Stadt ein paar Tage, denn egal, ob ihr das pulsierende Nachtleben genießen möchtet, geschichtsinteressiert oder kulturbegeistert seid oder ihr euch gerne in den Bergen hoch über der Stadt rumtreibt: Sarajevo hat für alle etwas zu bieten!

Blick auf die Innenstadt bei Nacht

Umschrieben wird Sarajevo häufig als eine „East-meets-West“-Stadt, wie das auch oft bei Istanbul oder Beirut der Fall ist. Und auch wenn die Stadt schon sehr europäisch anmutet, ist das doch kein Slogan, der von der städtischen Tourismusbehörde erfunden wurde, um mehr Urlauber anzulocken. Moderne Fußgängerzonen grenzen hier an alte Basare, der Muezzin und Kirchenglocken rufen abwechselnd zum Gebet, österreichisch-ungarische Architektur trifft auf osmanische Bauten. Aber das ist noch nicht genug, denn auch der jugoslawische Kommunismus hinterließ mit großen Plattenbaugebieten, vor allem in den Vororten, seine Spuren, und der moderne Kapitalismus ändert gerade einfach wieder alles von Grund auf und lässt Wolkenkratzer aus dem Boden sprießen.

Leider, seit 1992 nicht mehr ganz so bunt zusammengewürfelt wie das Stadtbild in Zentral-Sarajevo, sind die Sarajlije, wie die Einwohner der Stadt bezeichnet werden. Während sich vor dem Krieg bosniakische Muslime und serbische und kroatische Christen die Stadt nahezu teilten, bezeichnen sich im Kerngebiet der Stadt mittlerweile etwa 80% der Bewohner*innen als muslimisch. Allerdings grenzt direkt ans Stadtzentrum schon die administrativ eigenständige Stadt Istočno Sarajevo (Ost-Sarajevo), auch Srpsko Sarajevo (Serbisch-Sarajevo) genannt, welche rechtlich gesehen die Hauptstadt der Republik Srpska ist, also dem Teil von Bosnien und Herzegowina, welcher größtenteils von Serben bewohnt wird. Auch wenn es hier keine Mauer gibt und ihr vermutlich Probleme haben werdet, es im Alltag zu bemerken (außer an den serbischen Fahnen), ist Sarajevo heute also eine zweigeteilte Stadt. Kommt euch das irgendwie bekannt vor? Naja, aber selbst wenn sich die Leute, die in der Stadt leben, vielleicht nicht mehr so aufgeschlossen gegenüberstehen, sind diese Touristen gegenüber unglaublich freundlich und einladend. Wie in ganz Bosnien! Also, damit meine ich sooo freundlich, das ist schon ganz weit oben in Europa!

Tja, Krieg ist Scheiße, und Sarajevo hat viel miterlebt, was das angeht. Auch das ist heute noch gut im Alltagsbild zu erkennen. Neben Einschusslöchern und zerstörten Gebäuden (allerdings kaum noch in der Innenstadt) werden dir im Stadtbild vielleicht die roten Flecken auf den Straßen auffallen. Diese werden „Sarajevo Rosen“ genannt und markieren Orte, an denen während des Kriegs Mörsergranaten detoniert sind. Als Mahnmal wurden diese Narben im Beton nachträglich rot eingefärbt. Die Hauptstraße der Stadt wurde in Kriegszeiten Sniper Alley, Scharfschützen-Gasse, genannt. Warum könnt ihr euch sicherlich vorstellen: Hier wurden aus den Bergen oder hohen Gebäuden heraus wahllos Menschen beim Überqueren der Straße erschossen. Mehrere Hundert, darunter 60 Kinder, starben dabei, und Tausende wurden verletzt.

Aber keine Sorge, der Krieg ist mittlerweile schon eine ganze Weile her, und Sarajevo ist heute eine absolut sicher zu besuchende Stadt, die noch viel mehr zu bieten hat außer Kriegskram. Nachdem die vielen Sehenswürdigkeiten während des Tages abgeklappert wurden, sollte man sich unbedingt im Nachtleben herumtreiben. Das ist wild! Viele Bars und Kneipen warten zumindest am Wochenende mit Livemusik auf, und es gibt einige Klubs, in denen ihr problemlos in den nächsten Morgen hineintanzen könnt. Falls die Nacht wirklich zu kurz wurde, könnt ihr euch am nächsten Morgen mit einem starken schwarzen Espresso in einem der zahllosen Straßencafés wieder wach machen. Und falls der Kater zu stark ist, nehmt noch ’n Byrek dazu. Ich nenne es Byrekfast. Das alles, sowohl Bier, Rakija (Obstbrand), Pizza oder auch ein 3-Gänge-Menü sind hier übrigens noch für ’ne schmale Mark zu haben. Im wahrsten Sinne des Wortes: Die Währung von BiH ist die Konvertible Mark, und der Umrechnungskurs zum Euro ist immer noch an den der alten Deutschen Mark gekoppelt, also 1,95. Eine Packung Kippen 5 Mark, da könnte man doch glatt sentimental werden!

Von Bergen umgeben liegt die Stadt übrigens in einem Talkessel auf etwa 500 Metern über dem Meeresspiegel. Die umliegenden Berge erreichen sogar eine Höhe von bis zu 1500m und sorgen für ein kleines Mikroklima. Etwas kälter als die niedriger gelegenen Gebiete im Land kann die Stadt eine gute Möglichkeit sein, der Sommerhitze zu entkommen. Im Frühling und Herbst kann es aber durchaus schon ganz schön kalt und auch regnerisch werden. Bei meinem letzten Besuch Anfang Oktober hatte ich mit Dauer-Nieselregen und Temperaturen um den Gefrierpunkt in der Nacht zu kämpfen. Im Winter müsst ihr mit (viel) Schnee rechnen, dafür sind die nächstgelegenen Skigebiete weniger als 30 Kilometer entfernt.

So, genug der Einführung jetzt. Nach einem kleinen Geschichts-Exkurs (unabdinglich für diese Stadt) lass uns mal gucken, was es alles so zu sehen und zu tun gibt dort.

Geschichte

Obwohl das Gebiet des heutigen Sarajevos schon wesentlich früher besiedelt wurde, wird das offizielle Gründungsdatum der Stadt mit 1461 angegeben, als die Osmanen dort eine Siedlung errichteten. Verglichen mit anderen Städten in der Region oder Europa ist das ja gar nicht mal so alt!

Im Jahr 1697 wurde Sarajevo während des „Großen Türkenkriegs“ von den Habsburgern eingenommen, geplündert und während eines einzigen Tages nahezu vollständig niedergebrannt. Bis 1878 blieb Sarajevo dennoch unter osmanischer Kontrolle und wurde dabei zu einem der wichtigsten administrativen Zentren des Osmanischen Reichs. Danach war Sarajevo zunächst von Österreich-Ungarn besetzt und 1908 komplett annektiert, was wiederum zu Spannungen mit den nebenan lebenden Serben führte. Aus dieser Zeit stammen einige der heute eindrucksvollsten Gebäude der Stadt, wie beispielsweise das Rathaus. Auch die Industrialisierung setzte langsam ein, Sarajevo wurde immer größer und wichtiger.

Wenn für dich Franz Ferdinand nur eine Indie-Rockband ist, dann jetzt nochmal aufgepasst: Am 28. Juni 1914 wurde der damalige österreichische Thronfolger Franz Ferdinand mitsamt seiner Frau Sophie in Sarajevo, neben der Lateinerbrücke, vom bosnisch-serbischen Nationalisten Gavrilo Principe ermordet. Die Konsequenz des Ganzen: Der Erste Weltkrieg. Aber darauf gehe ich jetzt mal nicht genauer ein.

Nach diesem wurde Sarajevo, mitsamt ganz Bosnien (und Herzegowina), Teil des neugegründeten Königreichs Jugoslawien. Sarajevo wurde Hauptstadt der Provinz Bosnien, war damit aber nur noch eine von vielen Provinzhauptstädten des Königreichs und verlor damit an Einfluss. Hauptstadt wurde natürlich Belgrad.

Die Lateinerbrücke, wo 1914 Franz Ferdinand ermordet wurde

Im Jahr 1941 marschierten die Nazis über den Balkan und verhalfen der faschistischen kroatischen Ustascha dazu, das Land und die Stadt zu besetzen. Ähnlich wie das faschistische Italien war Kroatien eine der Achsenmächte und Vasallenstaat der Nazis, was fürchterliche Konsequenzen für die bis dato etwa 10.000 Juden in der Stadt hatte, welche die letzten Jahrhunderte zusammen mit den muslimischen Bosniaken, den katholischen Kroaten und den orthodoxen Serben Sarajevo zu einer äußerst multikulturellen Metropole machten. Etwa 85% der damals in Bosnien lebenden Juden kamen unter den Nazis in den Konzentrationslagern um, auch an Serben wurden Genozide verübt, während die muslimischen Bosniaken zu „Kroaten muslimischer Konfession“ erklärt und den katholischen Kroaten gleichgestellt wurden. Zwischen 1943-1945 wurde Sarajevo immer mal wieder von der britischen Luftwaffe bombardiert, die endgültige Befreiung vom Faschismus kam allerdings erst im Mai 1945, als Partisanentruppen rund um den späteren kommunistischen Führer Tito siegreich waren und kurze Zeit später die Föderale Sozialistische Republik Jugoslawien ausriefen, in welcher Sarajevo Hauptstadt der Sozialistischen Republik Bosnien-Herzegowinas wurde, einer der fünf Provinzen Jugoslawiens.

Es folgte eine Blütezeit für Sarajevo, da Tito großzügig in die Stadt investierte. Neue Industrien entstanden, ebenso wie neue Stadtteile. Sarajevo verwandelte sich endgültig in eine moderne Großstadt und wuchs zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Ende Jugoslawiens von 115.000 auf etwa 600.000 Einwohner. Gekrönt wurde diese Zeit von den Olympischen Winterspielen im Jahre 1984 in der Stadt, welche Sarajevo auch weltweit bekannt machten und tausende Besucher anzogen.

Und dann kam der Krieg… Zwischen dem 5. April 1992 und dem 29. Februar 1996 war Sarajevo Schauplatz der längsten Belagerung in der Geschichte moderner Kriege. Für etwa vier Jahre war die Stadt nahezu von der Außenwelt abgeschlossen und Ziel serbischer Angriffe und Scharfschützen. Dies geschah, als Bosnien-Herzegowina, wie bereits zuvor Slowenien und Kroatien, ihre Unabhängigkeit von Jugoslawien erklärte und Führer der bosnischen Serben danach ihren eigenen Nationalstaat ausriefen, die Republika Srpska, welche aus dem Staatsgebiet Bosniens-Herzegowinas herausgeschnitten werden sollte. Für die Lebenssituation der knapp 400.000 Stadtbewohner hatte die Belagerung dramatische Folgen: Fast vier Jahre lang gab es keinen Strom, keine Heizung und nicht genug Lebensmittel. Viele Menschen verheizten in den strengen Wintern ihren gesamten Besitz. Um Wasser zu holen, mussten sie oft Kilometer weit durch die Stadt laufen.

Vorsicht Sniper! (C) Paalso, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

Dabei konnte schon ein einfacher Gang auf die Straße zum lebensgefährlichen Unterfangen werden: In den Hügeln rund um die Stadt und in den Hochhäusern lauerten serbische Scharfschützen und schossen auf die Bewohner. Bekannt wurde in diesem Zusammenhang eine Hauptstraße in Sarajevo als „Sniper Alley“, die ich schon in der Einführung erwähnt habe. Mit dem Eingreifen der NATO ab August 1995, welche auch Luftangriffe auf die serbischen Milizen rund um Sarajevo flog, wurden diese schließlich zum Rückzug gezwungen, und die Belagerung endete.

Mit dem Daytoner Friedensvertrag wurde der Bosnien-Krieg offiziell beendet. Im ganzen Land verloren mehr als 100.000 Menschen ihr Leben, davon mehr als 11.541 alleine in Sarajevo, jeder 34. Mensch in der Stadt.

Das Land wurde daraufhin in zwei Teile gespalten und ist daher etwas komplex zu verstehen, da diese Teile nicht unbedingt immer zusammenhängend sind. Auf der einen Seite die bosniakisch-kroatische Föderation und auf der anderen die Republika Srpska, den Serben. Politisch bekämpfen sich beide Seiten weiterhin, und seit Neuestem (Januar 2022) wird von Seiten der Serben auch wieder offensiver um einen Austritt aus der Republik geworben bzw. gedroht. Sarajevo ist auf jeden Fall Hauptstadt des Gesamtstaates und der Föderation, während Ost-Sarajevo offiziell Hauptstadt der Republika Srpska ist, die Administration aber in Banja Luka sitzt.

Sehenswürdigkeiten

Sarajevo ist voll mit Sehenswürdigkeiten, und wenn du ausreichend Zeit hast, kannst du in der Stadt problemlos einige Tage verbringen, ohne dass dir langweilig wird. Da der Rest von BiH aber ebenfalls einiges zu bieten hat, würde ich dir empfehlen, etwa drei Tage in der Stadt zu verbringen. Damit hast du ausreichend Zeit, dir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der kompakten Innenstadt anzuschauen und auch, um ein wenig aus der Stadt rauszukommen und diese von oben zu betrachten.

Die ersten hier genannten Sehenswürdigkeiten befinden sich allesamt im Zentrum und sind fußläufig voneinander zu erreichen. In ein oder zwei Tagen, je nachdem, wie viele Museen ihr besuchen möchtet und wie viel Zeit ihr in den Straßencafés und Restaurants verbringt, könnt ihr damit schon die wichtigsten Attraktionen „abhaken“.

Bašcaršija

Das ist sowohl heute als auch historisch gesehen das absolute Zentrum des Stadtzentrums. Baščaršija heißt so viel wie „Hauptmarkt“, und ungefähr so sieht es dort auch aus. Zwar ist das alles nicht unbedingt mit Istanbul oder Kairo zu vergleichen, aber ein wenig Orient-Flair kommt definitiv auf. Dafür sorgen die vielen kleinen osmanischen Häuser mit ihren auffälligen Erkern sowie viele Straßencafés, kleine Restaurants mit bosnischen Spezialitäten und natürlich viele viele kleine Verkaufsstände und Shops. Diese sind mittlerweile komplett auf den Tourismus ausgerichtet und verkaufen den üblichen Krimskrams für Touristen, also Kühlschrankmagneten, Länderfahnen, Postkarten, gefälschte Fußballtrikots usw. Schade ein bisschen. Gut aber, dass die Händler nicht aufdringlich sind und man sich den ganzen Trubel in Ruhe anschauen kann. Am interessantesten ist dabei vielleicht die Gasse der Silberschmiede.

Während seiner Blütezeit war Baščaršija nicht nur das wirtschaftliche Zentrum von Sarajevo, sondern auch das größte Handelszentrum auf dem Balkan mit etwa 12.000 Geschäften und sogar Handelskolonien, die von Kaufleuten aus Florenz, Venedig, Dubrovnik unterhalten wurden.

Das goldene Zeitalter von Baščaršija fand ein jähes Ende, als der Habsburger Prinz Eugen von Savoyen einen Zerstörungsfeldzug bis nach Sarajevo führte und den größten Teil der Stadt niederbrannte. Ab 1857 wurde der Stadtteil dann wieder aufgebaut.

Viel los in den Gassen von Bascarsija!

Sebilj-Brunnen / Taubenplatz

Das Zentrum des Zentrums des Zentrums ist der Sebilj-Brunnen, welcher ganz einfach zu erkennen ist: Es halten sich immer ein paar hundert Tauben rund um den Brunnen auf, welche von älteren Männern (von denen man praktischerweise auch gleich Taubenfutter kaufen kann) oder Touristen gefüttert werden. Menschen mit Taubenphobie sollten dieses Gebiet auf jeden Fall weiträumig meiden. Wenn euch Sarajevo gefällt, solltet ihr einen Schluck aus diesem Brunnen trinken. Der Legende nach werden die Leute, die aus dem Brunnen trinken, Sarajevo irgendwann noch einmal wieder bereisen. Auch direkt rund um den Brunnen befinden sich einige Cafés und Restaurants, welche sich perfekt zum Leute gucken eignen.

Bei einer Taubenphobie sollte der "Pigeon Square" auf jeden Fall gemieden werden.

Bašcaršija-Moschee

Ungefähr 100m südlich des Sebilj-Brunnens liegt die Baščaršija-Moschee, eine einräumige Kuppelmoschee mit einer offenen äußeren Veranda, die wiederum mit kleinen Kuppeln bedeckt ist. Erbaut wurde die Moschee im Jahre 1528 und spielte damals eine wichtige Rolle in der Entwicklung Sarajevos zur Großstadt. Die Moschee wurde 2006 zum Nationaldenkmal von Bosnien und Herzegowina erklärt. Ich glaube, die Moschee kann nicht von innen besichtigt werden, zumindest war diese bei meinen Besuchen dort immer geschlossen.

Rathaus (Vijecnica)

Eintritt: 10 KM / 5 KM ermäßigt

Nicht weit vom Sebilj-Brunnen, direkt am Kanal gelegen, steht das ehemalige Rathaus, welches Ende des 19. Jahrhunderts von Österreich-Ungarn erbaut wurde, als diese Sarajevo besetzt hielten. Das imposante Gebäude beherbergt heute die bosnische Nationalbibliothek. In der Nacht vom 25. auf den 26. August 1992, während des Bosnienkrieges, wurde Vijećnica in Brand gesetzt. Fast 90% der Bibliotheksbestände gingen in Flammen auf, und das Gebäude wurde zum Symbol der Belagerung und Tragödie von Sarajevo. Der Wiederaufbau von Vijećnica begann 1996, und die offizielle Eröffnung fand am 9. Mai 2014 statt, am selben Tag, an dem der Europatag und der Tag des Sieges über den Faschismus begangen werden.

Alte Orthodoxe Kirche

Eintritt: 2 KM

Die alte orthodoxe Kirche ist eines der ältesten religiösen Gebäude der Stadt und den Erzengeln Michael und Gabriel gewidmet. Es wird vermutet, dass das Bauwerk Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut wurde und an derselben Stelle einst eine noch ältere Kirche stand.

Die Kirche wurde im Laufe ihrer Geschichte viele Male niedergebrannt, aber immer wieder aufgebaut. Der letzte Wiederaufbau erfolgte 1726.

In der Kirche befindet sich ein eigenes Museum, das 1889 gegründet wurde. Angesichts des Werts seiner Sammlung gilt es als eines der bedeutendsten orthodoxen Museen der Welt.

Alte Synagoge / Jüdisches Museum

Eintritt: 3 KM / Kinder: 1 KM

Die alte Synagoge war das erste religiöse Gebäude für Juden in der Stadt Sarajevo und wurde im Jahr 1581 erbaut. Auch dieses Gebäude wurde durch Feuer mehrmals zerstört, vor allem in den Jahren 1697 und 1788. Das heutige Aussehen erhielt das Gebäude Anfang des 19. Jahrhunderts. Während des Zweiten Weltkrieges und unter der Besetzung Sarajevos durch die (kroatischen und deutschen) Faschisten wurde das Gebäude stark beschädigt und geplündert. In dieser Zeit wurde die Synagoge als Gefängnis für die Sarajevoer Juden genutzt, bevor diese in Konzentrationslager deportiert wurden. Ab 1966 beherbergt die alte Synagoge das Jüdische Museum der Stadt.

Gazi Husrev Bey Moschee & Museum

Eintritt: 2 KM (Moschee) + 3 KM (Museum)

Das wichtigste osmanische Monument in der Stadt und ehemals größte Moschee des Balkans wurde 1530 vom damaligen Chefarchitekten des Osmanischen Reichs, Adzem Esil Ali, erbaut. Die Moschee wurde als Teil einer Stiftung errichtet, die vom osmanischen Gouverneur Gazi Husrev Bey gegründet wurde, der Bosnien mehr oder weniger kontinuierlich von 1521 bis zu seinem Tod im Jahr 1541 regierte. Der gesamte Komplex bestand nicht nur aus einer Moschee, sondern auch aus einem Hamam, Basar, öffentlicher Suppenküche, Gasthaus für Besucher von Sarajevo und der Bibliothek sowie einer Religionsschule, die heute das Gazi Husrev Bey Museum beinhaltet und sich direkt gegenüber dem Haupteingang der Moschee befindet.

Gazi (bedeutet übrigens „Held“) gründete auch zweihundert Geschäfte in Baščaršija und damit quasi den ganzen Stadtteil. Nach seinem Tod wurden die Einnahmen aus den Umsätzen der Geschäfte für den Bau der Clock Towers und des ersten Krankenhauses in Sarajevo verwendet. Im Innenhof der Moschee sind viele bedeutende bosnische Persönlichkeiten begraben.

Lateinerbrücke

Auch wenn diese Brücke jetzt nicht sooo viel hermacht, kann man dort durchaus mal vorbeischauen, allein schon wegen der geschichtlichen Bedeutung dieser Brücke. Direkt neben der Brücke wurde 1914 Franz Ferdinand ermordet, was zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führte, wie ihr ja schon wisst, wenn ihr den Geschichtsblock hier aufmerksam gelesen habt 😉 .

Gelbe Bastion

Die Gelbe Bastion oder Yellow Fortress hat ihren Namen vom gelben Gestein, aus dem sie damals gebaut wurde. Von der Festung selber ist nicht viel übrig geblieben, also erwartet davon eher weniger. Aber warum man hierherkommen sollte, ist der super Ausblick über Sarajevo und das Stadtzentrum. Ein guter Ort zum Picknicken oder auch für ein kühles Bier oder Wein (selbst mitbringen!) zum Sonnenuntergang, da man schön in Richtung Westen schaut. Die Gelbe Bastion ist übrigens auch der Ort, von dem jedes Jahr mit einem Kanonschuss das Ende des Ramadans gefeiert wird.

Wenn man an der Festung entlang noch ein Stück weitergeht, kommt nach kurzer Zeit ein kleines Café, das nett am Hang liegt und ebenfalls einen super Ausblick über die Stadt bietet.

Um zur Gelben Bastion zu kommen, sind es vom Rathaus etwa 15-20 Minuten zu Fuß den Berg rauf (einmal quer über die Straße rüber). Man kommt am Alifakovac vorbei, der mit seinen vielen weißen Grabmalen am Hang und dem Panorama der Stadt im Hintergrund ein beliebtes Fotomotiv ist.

An diesem Tag war hier leider kein Sonnenuntergang zu sehen...

Avaz Twist Tower

Eintritt 2KM

Ebenfalls im Stadtzentrum, jedoch etwa 2 km von den zuvor erwähnten Sehenswürdigkeiten entfernt, steht der Avaz Twist Tower. Der Name ist Programm, denn der Wolkenkratzer ist irgendwie ein bisschen in Spiralform gebaut. Mit 175m ist das Gebäude das höchste im Land und definitiv einen Besuch wert. Auf der 36. Etage in 150m Höhe befindet sich eine Aussichtsplattform, auf die man mit ultraschnellen Aufzügen hochgebeamt wird. So fühlt es sich zumindest an. Die beste Zeit, genauso wie bei der Gelben Bastion, ist auch hier die Zeit zum Sonnenuntergang. Hier gibt es übrigens ein Café, das einen mit kalten oder heißen Getränken versorgt, während man diesen genießt.

Um zum Tower zu kommen, nimmt man am besten die Straßenbahn und steigt von Baščaršija aus in die Linie 1 Richtung Željeznička stanica (Bahnhof). Das Vergnügen kostet 1,60KM, und ihr müsst an der Endstation aussteigen. Hier gibt es mehr zum öffentlichen Personennahverkehr in der Stadt.

Das waren die Sehenswürdigkeiten innerhalb des Stadtzentrums. Für die nächsten Ziele müsst ihr dann ein wenig durch die Stadt fahren, um die weiteren interessanten Spots zu entdecken. Hier sind sie:

Sarajevo Kriegstunnel

Eintritt 10KM / Ermäßigt 5KM

Ein beeindruckendes Überbleibsel aus den Kriegszeiten und sicherlich ein absolutes Must-See bei jedem Sarajevo-Besuch ist der Sarajevo Kriegstunnel. Dieser wurde unter der Landebahn des Flughafens gebaut und war über Jahre die einzige Verbindung aus der Stadt heraus. Er diente dazu, die etwa 400.000 Einwohner mit Lebensmitteln und allen weiteren Gütern des alltäglichen Lebens zu versorgen. Der Tunnel wurde notwendig, da alle Ausfallstraßen und sonstigen Verkehrsverbindungen aus Sarajevo von den bosnisch-serbischen Truppen kontrolliert und blockiert wurden.

Um aus der Stadt heraus in die eigenen kontrollierten Gebiete zu kommen, hätten die Bosniaken die Landebahn des Flughafens überqueren müssen. Dies war jedoch aufgrund von Scharfschützen und der Vereinbarung zwischen den Serben und der UNO, die den Flughafen nutzen durften, und dafür garantierten, dass über den Flughafen keine Flüchtlinge aus- und militärischer Nachschub in die Stadt geschleust wurden (der Flughafen war quasi neutrales Gebiet), nicht möglich. Der Tunnel verband den Stadtteil Dobrinja in Sarajevo mit dem Vorort Butmir, die unter bosniakischer Kontrolle standen.

Der Tunnel war insgesamt 720 Meter lang und zwischen 1,50 und 1,80 Meter hoch. Er wurde in etwa vier Monaten rund um die Uhr im 3-Schicht-System vom bosniakischen Militär gebaut. Später wurden sogar Starkstrom- und Diesel-Leitungen sowie Schienenstränge durch den Tunnel verlegt, um Waren, Waffen und alles Andere effizienter zu transportieren. Der Hoffnungstunnel, wie er auch genannt wurde, war dabei das bestgehütete Geheimnis im Krieg, auch wenn die bosnischen Serben bereits 1994 von seiner Existenz erfuhren und versuchten, ihn zu fluten, was jedoch nicht gelang.

Nach dem Ende der Belagerung wurde der Tunnel nicht mehr benötigt und fiel schnell in sich zusammen. Nur auf der Butmir-Seite beschloss die Kolar-Familie, in deren Wohnhaus ein Ende des Tunnels ankam, einen Teil zu erhalten, um diesen Teil der Geschichte für die Nachwelt zu bewahren. Wenn ihr den Tunnel heute besucht, schaut ihr euch zunächst einen etwa 20-minütigen Film an, der über die Belagerung Sarajevos und den Tunnel informiert. Danach könnt ihr einen etwa 20 Meter langen Abschnitt des Tunnels besichtigen sowie ein kleines Museum. Ich würde euch empfehlen, für diese Sehenswürdigkeit einen Guide anzuheuern, da dieser die Erfahrung mit Geschichten und Anekdoten auf jeden Fall bereichern wird. Dafür könnt ihr direkt bei der Tourist Information in der Stadt eine Tour buchen, die dann auch einen privaten Transport beinhalten würde. Oder ihr schaut einfach hier und bucht euch die Tour im Voraus.

Wenn ihr den Tunnel auf eigene Faust besichtigen möchtet, nehmt euch am besten ein Taxi aus dem Stadtzentrum heraus. Entweder haltet ihr einfach eines an und handelt ein wenig um den Preis, oder ihr installiert die Taxi-App Moj, Sarajevos Version von Uber. Mehr dazu findet ihr unter dem Punkt Transport. Eine Fahrt aus dem Stadtzentrum zum Tunnel sollte etwa 30KM kosten.

Günstiger kommt ihr mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin. Entweder nehmt ihr die Tram Nr. 3, 4 oder 6 bis zur Endstation Ilidza und geht die letzten 3km zu Fuß (oder nehmt von dort ein Taxi, was ebenfalls wesentlich günstiger sein sollte, ca. 10KM). Alternativ fährt gegenüber der Tramstation auch der Bus 32A nach Donji Kotorac, von dort sind es dann nur noch 600m bis zum Tunnel.

Weiße Festung

Eintritt 5KM

Die Weiße Festung, die auf einem Hügel liegt und ebenfalls einen fantastischen Blick auf Sarajevo und seine Umgebung bietet (daran hapert es in der Stadt wirklich nicht), ist eine der fünf Befestigungsanlagen, die als Teil der Verteidigungsmauer um die Altstadt von Vratnik errichtet wurden.

Genau wie die Gelbe Bastion hat die Weiße ihren Namen wohl von dem weißen Gestein, das für ihren Bau verwendet wurde. Es gibt Hinweise darauf, dass die ersten Befestigungsanlagen dort bereits Ende des 14. oder Anfang des 15. Jahrhunderts gebaut wurden. Weitere Teile wurden während der osmanischen und später der österreichisch-ungarischen Zeit hinzugefügt. Die Weiße Festung ist ebenfalls ein Nationaldenkmal von Bosnien und Herzegowina und eine der meistbesuchten Touristenattraktionen in Sarajevo. Die Anlage ist täglich von 10-19 Uhr geöffnet, ist im Sommer also eher nichts für den Sonnenuntergang.

Sarajevo Seilbahn / Alte Olympische Bobbahn / Berg Trebevic

Seilbahn einfacher Weg 15KM / Hin- und Rückfahrt 20KM

Das hier sind gleich drei Sehenswürdigkeiten auf einmal, die ihr aber am besten direkt alle zusammen besucht. Ein cooler Lost Place, ein wenig Wandern und eine Seilbahnfahrt, die euch 800m in die Höhe bringt. Klingt nach einem guten Ausflug, finde ich.

Aber mal ganz von vorne und erstmal eine kurze Einführung: Die Olympische Bobbahn wurde, ha, ihr habt es bestimmt geahnt, für die Olympischen Winterspiele 1984 gebaut und war auch danach noch bis zum Bosnienkrieg in Gebrauch und z.B. für Weltcup-Wettbewerbe oder Europameisterschaften im Babfahren genutzt. Die Strecke wurde während der Belagerung von bosnisch-serbischen Streitkräften als Artilleriestellung genutzt, blieb aber trotzdem weitgehend intakt. Auch wenn es gerade schwer vorstellbar ist, dass dort irgendwann wieder Bobrennen stattfinden werden (und es auch ein wenig schade um diese skurrile Sehenswürdigkeit wäre), liegen Pläne für die Wiederinstandsetzung in der Schublade. Allerdings liegen die dort auch schon lange. Heute wird die Strecke größtenteils von Graffiti-Künstlern und Radfahrern genutzt. Lauft einfach ein Stück weit die Bobbahn entlang und bewundert die Street Art 😉 Für mich ist die Bobbahn auf jeden Fall eines der absoluten Highlights der Stadt, und sie sollte definitiv auf der To-do-Liste von allen Besuchern stehen.

Der Komplex liegt 550m über dem Innenstadtzentrum der Stadt, und ihr habt zwei Möglichkeiten, diese zu bewältigen. Als erstes könnt ihr das Sarajevo Cable Car nutzen, welches euch in 10-15 Minuten den Berg raufbringt und keinen körperlichen Tribut einfordert. Die Seilbahn wurde übrigens bereits 1959 in Betrieb genommen, also lange bevor es die Bobbahn überhaupt gab. Aber natürlich wurde auch diese während des Krieges zerstört und erst am 6. April 2018, den Tag der Stadt Sarajevo und gleichzeitig der 26. Jahrestag des Beginns der Belagerung der Stadt, wiedereröffnet. Alleine die Wahl des Tages für die Wiedereröffnung zeigt die Wichtigkeit der Seilbahn für die Stadt, denke ich. Sie gehört einfach seit langem zur Stadt und ist Teil der Identität geworden. Schön, dass sie wieder da ist! Die Gondelstation unten in der Stadt liegt übrigens etwa 300-400m vom Bascarsjija-Platz entfernt auf der südlichen Seite des Flusses. Die Seilbahn fährt im Sommer übrigens Montags und Dienstags von 10-20Uhr, Mittwoch bis Sonntags von 9-20Uhr und im Winter täglich von 9-17Uhr.

Die zweite Möglichkeit wäre zu Fuß den Berg hochzulaufen. Technisch ist das nicht anspruchsvoll, und von der Innenstadt aus sind es etwa 4,5 km bis zur Bobbahn. Allerdings werdet ihr auf dem Weg etwa 450 Höhenmeter überwinden, was für alle, die halbwegs fit sind, schon machbar ist, aber halt auch etwas anstrengend. Plant etwa 1,5-2 Stunden für den Aufstieg ein und nutzt diesen [Link](https://www.wikiloc.com/hiking-trails/sarajevo-cable-car-to-trebevic-3699616) um euch zu orientieren.

Egal wie ihr raufgekommen seid, wenn ihr schon mal oben seid, schaut euch dort nochmal schnell einen weiteren Lost Place an, die ehemalige Sternwarte der Stadt, bevor ihr noch ein Stück weiter wandert, um den bekanntesten Gipfel rund um Sarajevo (und der einzige, der offiziell noch im Stadtgebiet liegt) zu erklimmen, den Trebevic. Der Wanderweg von der Bobbahn zum Berggipfel ist mit einem weiß-roten „Bullseye“ gekennzeichnet, so dass ihr normalerweise nicht verloren gehen solltet, auch wenn die Zeichen mal ein bisschen weiter voneinander entfernt sind. Von der Bobbahn aus sind es noch einmal 6 km und noch einmal etwa 600 m Höhenunterschied, aber das ganze lohnt sich. Ihr werdet belohnt mit einer wirklich schönen Wanderung durch Kiefernwälder und wunderschöner Landschaft mit großartiger Aussicht, nicht nur auf Sarajevo, sondern auf die ganze Umgebung. Nennt mir mal eine europäische Hauptstadt, die sowas noch zu bieten hat 😉

Die Olympische Bobbahn

Skakavac Wasserfall

Und noch ein schöner Ausflug in die Natur, nicht weit von Sarajevo entfernt. Wenn ihr aber nicht endlos Zeit in der Stadt habt und euch für einen Ausflug in die Natur entscheiden müsst, würde ich definitiv den Weg zur Bobbahn und Trebevic bevorzugen. Nichtsdestotrotz ist der Skakavac ein super Tagesflug von Sarajevo. Der Wasserfall liegt etwa 13 Kilometer nördlich der Innenstadt. Das Wasser stürzt eine 98 m hohe vertikale Kalksteinwand hinab, damit ist es der höchste Wasserfall Bosniens (aber es gibt definitiv schönere, zum Beispiel den Kravica Wasserfall) und ist besonders im Winter spektakulär, wenn sich die Kaskade in Eis verwandelt und spektakuläre Formen bildet. Die Quelle des Baches, welcher der Skakavac entspringt, ist nur wenige hundert Meter vom Wasserfall selbst entfernt, und in der Umgebung gibt es Picknicktische und Bänke.

Um zum Wasserfall zu gelangen, nehmt ihr euch am besten ein Taxi nach Promaha (Siehe [hier]), von wo der Walking Trail startet. Wahrscheinlich wird das Taxi euch aber sowieso dort absetzen, wenn ihr Skakavac Vodopad (Wasserfall) nennt. Von dort sind es dann noch etwa drei Kilometer auf einem gut markierten Weg bis zum Wasserfall. Irgendwann kommt ihr dabei aber an eine Wegkreuzung und habt von da aus zwei Möglichkeiten, einmal den „Tourist Trail“ und einmal den „Mountain Trail“. Auch wenn es dem Namen nach nicht so viel Sinn macht, nehmt lieber den „Mountain Trail“, zumindest den Weg hoch. Der ist schattiger und auf dem Tourist Trail müsst ihr am Ende einen ziemlich steilen 700 m langen Aufstieg bewältigen.

Ski-Resort Bjelasnica

Tages-Skipass 35KM, Kinder 25KM

Ich muss zugeben, ich war noch nie in meinem Leben Skifahren. Als Norddeutscher ist es etwas weit bis in die Berge, und irgendwie bevorzuge ich es im Winter doch, irgendwie in die Sonne zu kommen, anstatt mich absichtlich in den Schnee zu begeben. Jaja, da werden jetzt sicher so einige die Nase rümpfen, und auch das ein oder andere „ts“ kann ich hier quasi hören.

Dementsprechend kann ich auch nicht viel übers Skifahren in der Umgebung Sarajevo sagen, aber ich weiß, dass das Ski-Resort Bjelasnica etwa 35 km von Sarajevo entfernt liegt und dort damals die Abfahrtsski-Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen ausgetragen wurden. Und eine Skipiste, welche ausreichend für Olympia ist, kann meiner Logik nach ja nicht die schlechteste sein, oder?

Der höchste Berg im Skigebiet ist 2067m hoch, und von November bis Mai kann dort mit Schnee gerechnet werden. Insgesamt gibt es 14 km Piste, drei Seilbahnen und fünf Skilifte. Ski-Equipment kann geliehen werden für ca. 13-15€/Tag. Mehr Informationen findet ihr auf [Ski Sarajevo](https://www.ski-sarajevo.com/). Hals und Beinbruch! Und Unterkünfte in Bjelasnica findet ihr [hier](https://www.booking.com/s/bjel0736).

Das Gebiet ist übrigens auch im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel aus Sarajevo!

Museen

Neben den vielen Sehenswürdigkeiten besitzt Sarajevo auch einige sehr interessante Museen. Die meisten beschäftigen sich dabei natürlich mit der neueren Geschichte der Stadt und des Landes und helfen einem damit zu verstehen, was in diesem Land vor nicht einmal dreißig Jahren geschehen ist und wie es dazu kommen konnte. Ich würde euch auf jeden Fall empfehlen mindestens eines der folgenden Museen zu besuchen.

Galerija 11/07/95

Eintritt 12KM

Dieses Museum ist dem Massaker von Srebrenica gewidmet, bei dem am 11.07.1995 8732 Bosniaken von der Armee der Republik Srpska getötet wurden. Gleichzeitig ist es wohl das „modernste“ Museum zum Bosnienkrieg im Land. Durch die Ausstellung wird man mit Hilfe eines Audioguides begleitet, welcher im Eintrittspreis enthalten ist und wirklich essentiell ist, um das alles auch komplett zu verstehen. Insgesamt ist das ganze Museum gar nicht sonderlich groß (nur 300m²) aber gehört absolut auf die To-Do-Liste bei einem Sarajevo-Besuch.
Mit Bildern dokumentiert die ständige Ausstellung in der Galerie, was von Srebrenica übrig geblieben ist und wie die internationale Gemeinschaft versagte, um diesen Massenmord zu verhindern: Beginnend mit der Wand mit den Namen der Ermordeten, über alte Familienbilder, Bilder aus dem Camp, in dem die Überlebenden Zuflucht suchten, über Fotos von zerstreuten und aufgelesenen Gebeinen, beleidigenden Graffiti, bis hin zu den Abbildungen der Frauen aus Srebrenica vor dem Anne-Frank-Haus und zu der Video- und Tondokumentation. Die Exponate in der Galerija 11/07/95 interpretieren künstlerisch und dokumentarisch die tragischen Ereignisse, die im Juli 1995 geschehen sind und laden die Besucher ein, keine passiven Beobachter, sondern lebende Zeugen des Grauens und der Ungerechtigkeit zu sein.

Etwas merkwürdige Werbung für die Galerija 11/07/95

Museum der Verbrechen gegen Menschlichkeit und Genozid 1992-1995

Eintritt 10KM

Erst einmal sollte gesagt werden, dass dieses Museum ein privates Museum ist, erst 2016 eröffnete und keinerlei Geld von der Regierung erhält. Was mit einigen Fotos begann, ist zu einer eindrücklichen und großen Ausstellung geworden, welche mit einfachen Mitteln und Ausstellungsstücken die Grausamkeit des Krieges beleuchtet. Das Museum ist definitiv nichts für Kinder, und stellt euch darauf ein, dass ihr stumm, sprachlos und tief berührt wieder aus diesem herauskommt. Je nachdem, wie lange ihr braucht, um das Gesehene zu verarbeiten, würde ich euch empfehlen, das Museum nicht dann zu besuchen, wenn ihr danach eine fröhliche Partynacht plant. Es kann durchaus auf die Stimmung drücken.

Das Museum ist in verschiedene Sektionen aufgeteilt. Es gibt einen Abschnitt über die Konzentrationslager, die während des Krieges errichtet wurden, einen über Folter und den Genozid in Srebrenica, welcher als Völkermord eingestuft wird, einen über Kinder als Opfer und die (mittlerweile gefassten und vor Gericht gestellten) Täter. Im Museum findet man eine ganze Menge originale Gegenstände aus dem Krieg, wie z.B. Folterinstrumente, die Rekonstruktion einer Folterzelle und die Nachbildung eines Massengrabes. Auch gibt es drei Filme, welche von der Belagerung Sarajevos, sexuelle Gewalt während des Krieges und Augenzeugenberichten handeln. Am schrecklichsten sind aber die vielen Fotos, welche teilweise wirklich schockierend sind und nichts für schwache Nerven.

Die Ausstellung des Museums hat eine Reihe thematischer Abschnitte, wie Konzentrationslager, die während des Krieges in Bosnien und Herzegowina errichtet wurden, Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie Folter und die Massenmorde in Srebrenica, die hier und anderswo als Völkermord eingestuft werden. Kinder als Opfer des Krieges sind ein weiterer Abschnitt, ebenso wie das Thema Täter, einschließlich der inzwischen gefassten und vor Gericht gestellten ehemaligen Flüchtlinge. Außerdem wird Material aus den Archiven des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien präsentiert. Zu den ausgestellten Originalgegenständen gehören verschiedene persönliche Gegenstände von Opfern und Tätern, wie zum Beispiel Folterinstrumente. Es gibt eine Rekonstruktion einer Folterzelle, eine Nachbildung eines Massengrabes (im Abschnitt Srebrenica) und ein Mock-up eines Minenfeldes. Das Museum hat auch einige Kunstwerke, insbesondere eine Skulptur eines Mannes aus Brot – als Symbol für die Toten, die beim Warten auf Brot getötet wurden (vgl. die im allgemeinen Sarajevo-Kapitel beschriebenen Marktangriffe). Außerdem gibt es drei Filme zu sehen, einen über die Belagerung von Sarajevo, einen über sexuelle Gewalt und einen mit Berichten von Opfern und Zeitzeugen. Am drastischsten werden die Schrecken des Krieges jedoch durch Fotos illustriert. Anscheinend gibt es viele ziemlich grafische Bilder, die einige Rezensenten zu schockierend fanden. Seien Sie also vorgewarnt. Dies ist wahrscheinlich kein Ort für schwache Nerven. Derzeit ist das Museum dreisprachig in Bosnisch, Englisch und Türkisch.

War Childhood Museum

Eintritt 10KM / Studierende 8KM / Kinder 6-12 5KM

Ich selber habe es zwar noch nicht in dieses Museum geschafft, bei meinem nächsten Besuch werde ich das aber mit Sicherheit nachholen.

Die Sammlung des Museums besteht aus Gegenständen, die im Jahr 2010 gesammelt wurden und von Jasminka Halilović beim Schreiben ihres Buches „Kindheit im Krieg – Sarajevo 1992-1995“ verwendet wurden, das 2013 veröffentlicht wurde. Das Buch wurde in mehrere Sprachen übersetzt, und die Öffentlichkeit in Bosnien und Herzegowina sowie anderswo auf der Welt zeigte großes Interesse daran, was Kinder während des Krieges in Bosnien und Herzegowina erlebten. Daraus entstand die Notwendigkeit, ein Museum zu gründen, das dauerhafte Ausstellungen von Andenken anbietet, die von Kindern verwendet wurden, die von 1992 bis 1996 in Bosnien und Herzegowina aufgewachsen sind. Zu allen im Museum ausgestellten Stücken wird eine eigene Geschichte erzählt, und die Artikel rotieren regelmäßig, sodass jeweils 50 verschiedene Stücke ausgestellt sind.

Offenlegung: Die folgenden Abschnitte enthalten Affiliate-Links. Das heißt, wenn du über einen der Links eine Tour buchst, erhält Wilder Balkan eine kleine Provision, welche uns hilft, diese Seite zu betreiben und für euch kostenfrei anzubieten. Ihr selber zahlt bei der Buchung natürlich nur den ganz normalen Preis. Vielen Dank für deine Unterstützung! Mehr Infos zu Affiliate-Links findest du hier.

Geführte Touren

Ihr habt eine große Auswahl an geführten Touren in Sarajevo. Als erstes könntet ihr euch vor Ort an die Tourist Information wenden, welche sich zentral in Baščaršija befindet (Google Maps-Link) und gerne hilft, Touren zu organisieren bzw. selber anbietet. Es kann allerdings sein, so wie es mir passiert ist, dass die Tourist Info geschlossen ist, mit dem Hinweis, dass diese gerade eine Tour durchführen und später wieder da sind.

Wie in vielen europäischen Großstädten gibt es auch in Sarajevo eine Free Walking Tour. Diese wird von Neno durchgeführt und bekommt in einschlägigen Portalen gute Bewertungen. Die Touren sind Trinkgeldbasiert, und ihr gebt, was sie euch wert war, wobei ich euch empfehle, nicht unbedingt knauserig zu sein. Neno bietet zwei verschiedene Standard-Touren an (East meets West und War scars & new times free Sarajevo Walking Tours) sowie zwei Privat-Touren (Food and Culture und War Tunnel-Tour). Die Preise bei den Privattouren variieren je nachdem, wie viele Leute ihr in der Gruppe seid. Mehr Infos und Buchungen findet ihr hier bei Sarajevo Walking Tours.

Die vermutlich einfachste und verlässlichste Art, eine Stadtführung zu buchen, findet ihr beim Anbieter „Get Your Guide“, der eine Online-Vermittlungsplattform zwischen Stadtführern und Touristen ist. Ihr habt die Auswahl zwischen vielen verschiedenen Touren, könnt euch im Vorhinein das Feedback von anderen Teilnehmenden durchlesen und die Touren praktischerweise bei Buchung mit den üblichen Zahlungsmitteln wie Paypal, Kreditkarte oder Sofortüberweisung bezahlen.

Unterkunft

Sarajevo bietet viele Unterkünfte in allen erdenklichen Preiskategorien, wobei allgemein zu sagen ist, dass Sarajevo für europäische Hauptstädte ein sehr günstiges Reiseziel ist und sich dies auch in den Kosten für die Unterkunft widerspiegelt. Hier bekommt ihr auf jeden Fall viel für euer Geld. Es gibt sowohl eine große Auswahl an Hostels, Ferienwohnungen als auch Hotels in allen Sternekategorien. Wenn ihr mit einem Camper unterwegs seid, ist auch der nächste Campingplatz nicht weit. Ich empfehle euch, eure Unterkunft im Voraus zu buchen. Damit erspart ihr euch ein nerviges Rumgerenne in der Stadt, und heute ist es oft sogar günstiger, wenn ihr online bucht, anstatt vor Ort. Vor allem, da Hotels insbesondere in der Nebensaison online oft einen Preisnachlass gewähren. In der Hauptsaison (Mitte Juni bis Mitte September) ist eine Vorausbuchung absolut notwendig.

Die Hotels/Hostels, die ich hier empfehle, habe ich ausgewählt, da diese meiner Meinung nach gut gelegen sind und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Budget

Franz Ferdinand Hostel
Okay, es gibt günstigere Hostels in der Stadt, aber dieses Hostel ist es wert, ein paar Euro mehr auszugeben. Das Hostel bietet alles, was ein Hostel so bieten muss. Es ist ein guter Ort, um andere Reisende kennenzulernen, und sowohl das Nachtleben als auch die wichtigsten innerstädtischen Sehenswürdigkeiten sind in wenigen Gehminuten erreicht. Zusätzlich ist es sauber, die Mitarbeiter*innen sind freundlich und stylisch eingerichtet ist es auch noch. Es gibt Schlafsäle mit vier und sechs Betten sowie Doppel- und Zweibettzimmer mit eigenem und Gemeinschaftsbad.
Hier geht‘s zur Buchung: booking.com

Hotel Pigeon Square
Wie es der Name schon sagt, liegt dieses, nennen wir es einfach mal Guesthouse, direkt am Baščaršija-Platz bzw. Sebilj-Brunnen bzw. Taubenplatz, wodurch sich auch der Name erklärt. Wenn ihr Glück habt, bekommt ihr sogar ein Zimmer mit Blick auf diesen. Es gibt Zwei- und Dreibettzimmer, teilweise mit Badezimmer auf dem Zimmer, teilweise mit eigenem externen Bad. Das heißt, dass ihr zwar das Zimmer verlassen müsst, das Badezimmer aber trotzdem nur von euch genutzt wird. Leider gibt es keine kostenfreien Parkplätze am Hotel.
Hier geht‘s zur Buchung: booking.com

Adi Apartment
Etwa 10-15 Minuten zu Fuß von der Altstadt gelegen (allerdings den Berg rauf!) ist das Adi Apartment eine super Alternative. Im Garten eines kleinen Restaurants (welches allerdings nur in der Hauptsaison geöffnet ist) gelegen, haben die sehr freundlichen Gastgeber einen kleinen Bungalow eingerichtet, um Gäste zu beherbergen. Dieser verfügt über ein eigenes Badezimmer, eine Küchenzeile, ein Doppelbett, Fernseher, Sofa und natürlich Wifi. Ein Parkplatz ist auch noch dabei. Alles sehr einfach gehalten, aber sehr sauber und für diesen Preis ein absolutes Schnäppchen, vor allem für Alleinreisende, die in der Nebensaison nur 10 € dafür zahlen. Absolut empfehlenswert!
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Mittelklasse

Nortel Boutique Hotel
Ein kleines Hotel in der Altstadt. Vedad, der Besitzer, ist sehr freundlich und zuvorkommend. Die Zimmer sind absolut sauber und sehr stilvoll, einige haben sogar ein Dachfenster, sodass man in den Himmel schauen kann. Auch bei Regen sehr gemütlich. Online gibt es häufig gute Angebote! Leider keine Parkplätze.
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Hotel Villa Orient
Perfekte Location, nur zwei Minuten vom Sebilj-Brunnen entfernt. Die Gastgeber, Berin und Hana, sind super und werden alles geben, damit ihr euch dort wohlfühlt. Hunde sind hier willkommen und es gibt einen Parkplatz. Einziges Manko ist vielleicht, dass das Frühstück etwas mehr Auswahl haben könnte.
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Hotel Pansion Stari Grad
Der Name übersetzt sich in Hotel/Pension Altstadt und da liegt diese auch, und obwohl es nur 100 m bis zum Sebilj-Brunnen sind, liegt die kleine Pension absolut ruhig und es ist kein Straßenlärm zu hören. Was vor allem schön ist, wenn man auf der Terrasse in der Sonne sitzt ;-). Das Frühstück ist sehr gut und reichhaltig, das Personal ist freundlich, die Zimmer gemütlich. Ich finde, es gibt nichts Negatives darüber zu sagen. Bewachtes Parken gegen Geld gleich nebenan.
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Luxus

Isa Begov Hamam Hotel
Ein sehr spezielles, ottomanisches Hotel nahe am Fluss in der Altstadt. Wie der Name schon sagt, könnt ihr hier in einem echten ehemaligen Hamam übernachten, dessen Benutzung für Gäste des Hotels kostenlos ist (Massagen etc. müssen allerdings kostenpflichtig hinzugebucht werden). Der ursprüngliche Hamam verfügt über eine über 500 Jahre alte Geschichte inkl. dem ältesten Minarett Sarajevos gleich nebenan, was es einen manchmal so fühlen lässt, als hätte man eine Zeitreise gemacht und wäre in einem Sarajevoer Hotel des 19. Jahrhunderts gelandet. Die Zimmer sind mit ottomanischen Möbeln ausgestattet, bieten aber natürlich auch alle modernen Annehmlichkeiten wie Klimaanlage, TV, und Badewanne.
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Hotel Old Town
Ein klassisches, ziemlich modernes Hotel in der Fußgängerzone der Stadt. Das Personal ist ausgesprochen freundlich und zuvorkommend, die Zimmer haben eine gute Größe, das Frühstück ist super, Parkplätze sind kostenlos. Das Hotel Old Town ist wohl ein Hotel, wie man es sich im Grunde genommen vorstellt und das keine Wünsche offen lässt. Einige Zimmer haben einen Ausblick auf die Gazi-Husrev-Beg-Moschee, mit allem, was dazu gehört ;-).
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Hotel Festival
Und last but not least nochmal ein absolut neues und modernes Design-Hotel. Das Hotel Festival befindet sich auf der anderen Seite des Flusses von der Altstadt aus gesehen, es sind allerdings trotzdem nur 10-15 Minuten zu Fuß bis nach Baščaršija. Es gibt eine Dachterasse, das Frühstück ist reichhaltig mit vielen unterschiedlichen Optionen (probiert den hausgemachten Honig!), es gibt eine Tiefgarage zum Parken. Die Zimmer geräumig, schön eingerichtet, sauber und riechen gut und frisch, die Betten sind ebenfalls sehr bequem. Eine wirklich gute Wahl um Sarajevo zu erkunden!
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Transport

Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit dem Transport vor Ort. Das heißt, Bus- und Bahnverbindungen von und nach Sarajevo sowie der öffentliche Personennahverkehr in Sarajevo. Wenn du Infos suchst, wie du überhaupt am besten von Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Bosnien und Herzegowina kommst, findest du die Infos hier.

Von und zum Flughafen

Airport-Bus

Der internationale Flughafen Sarajevo liegt etwa 12km östlich des Stadtzentrums und ist mit Bussen der Firma Centrotrans Eurolines mit diesem verbunden. Der Busfahrplan ist auf den Flugplan abgestimmt.

Im Sommer fährt der Bus täglich zu folgenden Zeiten vom Flughafen in die Innenstadt: 5:30 Uhr, 6:30 Uhr, 7:15 Uhr, 8:45 Uhr, 11:15 Uhr, 13:15 Uhr , 13:50 Uhr, 15:10 Uhr, 16:40 Uhr, 17:30 Uhr, 20:40 Uhr und 22:00 Uhr

Im Winter verkehrt der Bus um: 06:20 Uhr (nur Mo.-Sa.), 11:40 Uhr, 13:00 Uhr, 14:20 Uhr, 16:10 Uhr, 18:00 Uhr, 19:20 Uhr, 22:30 (nur Mo., Mi., Do., Fr., So.).

Vom Zentrum aus zum Flughafen fährt der Bus im Sommer von der Haltestelle Vijećnica (Rathaus) zu folgenden Zeiten: 5:00 Uhr, 6:00 Uhr, 7:15 Uhr, 8:45 Uhr, 10:25 Uhr, 12:10 Uhr, 14:10 Uhr, 14 :45 Uhr, 15:50 Uhr, 17:20 Uhr, 18:15 Uhr und 21:20 Uhr

Im Winter sind das die Abfahrten: 06:55 Uhr (nur Mo.-Sa.), 12:20 Uhr, 13:40 Uhr, 15:20 Uhr, 17:10 Uhr, 18:40 Uhr, 20:00 Uhr, 23:00 Uhr (nur Mo., Mi., Do., Fr., So.)

Eine einfache Fahrt kostet 5KM und eine Hin- und Rückfahrt 8KM. Ein Gepäckstück (bis 23 kg) ist im Preis inbegriffen, für jedes weitere Gepäckstück sowie für Gepäckstücke über 23 kg werden 5KM berechnet.

Taxi

Der Taxistand befindet sich vor dem Terminal B. Die Startgebühr beträgt 1,90KM, jeder weitere Kilometer 1,20KM + Zeitkosten in Höhe von 12KM pro Stunde. Mit Hilfe von Google Maps solltet ihr damit ausrechnen können, was es bis zu eurem Hotel kostet.

Beispiel: Eine Fahrt vom Flughafen nach Bascarsija, welche 25 Minuten dauert.

Startgebühr = 1,90KM
14km Strecke = 16,80KM
25 Minuten = 5KM
Gesamt 23,70KM = ca. 12€.

Achtet darauf, dass das Taximeter eingeschaltet wird oder handelt im Vorhinein einen Festpreis aus!

Öffentlicher Nahverkehr

Bus- und Tramrouten in Sarajevo, Credit: Chris Severe, CC BY-NC, 2019

In Sarajevo wird der öffentliche Nahverkehr vor allem von zwei Verkehrsmitteln bedient: die Straßenbahn (Tram) und die Trolleybusse.

Tram

Straßenbahnfahren in Sarajevo ist sehr einfach: Die Straßenbahnschienen führen einmal durch die gesamte Stadt, von Ilidža nach Baščarsija und zurück, und kreuzen dabei die meisten Hauptstraßen. Es gibt nur ein weiteres Ziel, und das ist der Bahnhof von Sarajevo. Straßenbahnen in Sarajevo haben sechs verschiedene Linien, aber der einzige Unterschied zwischen den Linien besteht in den Start- und Endpunkten, während sie alle dieselben Straßenbahnschienen entlangführen.

Tickets können an jedem Kiosk in der Nähe der Straßenbahn gekauft werden und kosten 1,80 KM. Es ist auch möglich, ein Ticket beim Fahrer zu kaufen, dann kostet es jedoch 2 KM. Die Tickets müssen nach Fahrtantritt in den grünen Entwertern abgestempelt werden, welche sich im vorderen Bereich der Straßenbahn befinden. Nach der Entwertung ist das Ticket eine Stunde lang gültig.

Bus

Ähnlich wie in den Straßenbahnen gibt es auch in den Bussen eine Hauptstrecke, allerdings teilen sich die Routen im Stadtzentrum in zwei Richtungen auf, weshalb es wichtig ist, darauf zu achten, welche Endstation der jeweilige Trolleybus hat. Der Verkauf von Fahrkarten für Oberleitungsbusse unterscheidet sich nicht vom Verkauf von Straßenbahnfahrkarten.

Trolleybuslinien beginnen im Bezirk Dobrinja und enden entweder am Österreichischen Platz („Trg Austrije“), führen ins Stadtzentrum und folgen dem Fluss Miljacka oder sie biegen bei Skenderija links ab und fahren bis Jezero. Trolleybusse verkehren von 05:45 Uhr bis 23:00 Uhr.

Nextbike

Nextbike kennen vielleicht einige von euch schon aus Deutschland. Der Fahrradverleiher ist auch in Sarajevo angekommen und verleiht Fahrräder an derzeit 13 Stationen in der Stadt. Um diese ausleihen zu können, müsst ihr euch online registrieren und die App herunterladen. Dann könnt ihr die Fahrräder an jeder beliebigen Station ausleihen und einfach an einer anderen Station wieder zurückgeben. Eine umweltfreundliche Alternative, um Sarajevo zu erkunden! Eine halbe Stunde kostet dabei nur 1 KM. Für 7 KM könnt ihr einen Monat lang täglich 30 Minuten lang ohne weitere Kosten ein Fahrrad nutzen, und falls ihr länger in Sarajevo bleibt, könnt ihr dies für nur 25 KM sogar ein Jahr lang tun. Jede weitere halbe Stunde kostet dann wieder 1 KM / 30 Minuten.

Zu Nextbike

Taxi

Taxis stehen überall in Sarajevo bereit und sind sehr viel günstiger als in Deutschland. Die Startgebühr beträgt 1,90 KM, jeder weitere Kilometer kostet 1,20 KM + anteilsmäßige Zeitkosten in Höhe von 12 KM pro Stunde.

Mojtaxi ist die bosnische Alternative zu Uber. Sie funktioniert genauso, ihr müsst nur die App herunterladen und könnt euch dorthin, wo ihr euch gerade befindet, per Smartphone ein Taxi bestellen. Die Fahrt könnt ihr bequem in der App bezahlen. Da der Fahrpreis bereits im Voraus angezeigt wird, spart ihr euch eventuelle Diskussionen darüber, ob das Taxameter eingeschaltet werden muss oder nicht. Gerade für Touristen ist diese App praktisch, da auch in Sarajevo Taxifahrer dazu neigen, nicht ortskundige Menschen über den Tisch zu ziehen. Es lohnt sich vermutlich trotzdem erst, wenn ihr länger in der Stadt bleibt.

Zu Mojtaxi

E-Scooter


Wie in vielen anderen europäischen Städten, gibt es auch in Sarajevo einen E-Scooter-Anbieter, der mit seinen Rollern die Bürgersteige vollstellt. Im Endeffekt vielleicht die beste Möglichkeit um individuell durch Sarajevo zu kommen. Passt auf den Verkehr auf und stellt euch auf schlechte oder gar nicht vorhandene Bürgersteige ein. Vielleicht keine so super Idee, in Sarajevo überhaupt das erste Mal auf einen Scooter zu steigen.
Um die Scooter zu nutzen müsst ihr euch die BeeBee-App eures Vertrauens im Appstore eures Vertrauens runterladen, dort registrieren, eine Zahlungsmethode festlegen und dann den Code am Scooter scannen um diesen freizuschalten. Das freischalten des Scooters kostet 1 KM, jeder gefahrene Kilometer dann nochmal 0,50KM.
Homepage von BeeBee

Öffentlicher Fernverkehr

Bus

Innerhalb Bosnien-Herzegowinas

In Sarajevo gibt es zwei Busstationen, einmal für das bosniakische Sarajevo und einmal für die serbische Hälfte Ost-Sarajevo. Also Vorsicht, vor allem wenn ihr aus oder in Städte der Republik Srpska nach Sarajevo fahrt, kann es sein, dass ihr an der Istocno Sarajevo Bus Station ankommt, welche etwa 8 km südwestlich des Stadtzentrums liegt. Ansonsten ist die Central Bus Station eure Anlaufstation, welche etwas nördlich von Baščaršija gelegen ist.

Von der Central Bus Station könnt ihr nahezu jede Stadt in Bosnien erreichen. Einige Fahrpreise, Frequenzen und Reisezeiten als Beispiele:

Ziel

Frequenz

Dauer

Preis

Tuzla

ca. 17x täglich

2,5-3,5 Std.

ca. 12€

Banja Luka

ca. 5 täglich

ca. 5 Std.

ca. 18€

Mostar

ca. 12 täglich

ca. 2,5 Std.

ca. 8-12€

Gorazde (für Sutjeska NP)

1x täglich

ca. 2 Std.

ca. 7€

Viele Busse innerhalb Bosniens-Herzegowinas könnt ihr bequem bei Getbybus finden und suchen.

International

 

Von Sarajevo ins benachbarte Ausland zu fahren und die Busse zu buchen ist einfacher denn je, seitdem Flixbus Sarajevo in sein Programm aufgenommen hat. Die Buchung ist genauso wie bei Flixbusfahrten in Deutschland über die Homepage möglich, und das Streckennetz deckt die gängigsten Ziele in den Nachbarländern ab. Beachtet dabei, dass die Fahrten häufig von einem Kooperationspartner von Flixbus ausgeführt werden und die Busse daher nicht unbedingt die typische grüne Flixbus-Farbe haben und auch nichts von Flixbus draufsteht. Trotzdem entsprechen die Busse normalerweise dem recht hohen Flixbus-Standard und sind zuverlässig.

Ziele, die von Sarajevo aus mit Flixbus zu erreichen sind:

Ziel

Frequenz

Dauer

Preis

Novi Sad (Serbien)

Täglich

10:15 Std

ca. 25€

Belgrad (Serbien)

Täglich

9:15 Std

ca. 25€

Dubrovnik

2-3x pro Woche, im Sommer häufiger

5:45 Std

ca. 18€

Split

Täglich

7:30 Std

ca. 26€

Zagreb

Täglich

8:00 Std

ca. 31€

Ljubljana

Täglich

12:00 Std

ca. 40€

Bahn

Zwar brauchen die Züge in Bosnien oftmals länger als der Bus, aber für mich sind sie trotzdem eine echte (oder eigentlich die vorzuziehende) Option, da ich finde, dass mit dem Zug durch den Balkan zu fahren auf jeden Fall die zweitbeste Option ist, um die Gegend kennenzulernen (nach dem Camper). Leider scheint es so, dass die nördliche Route in Richtung Banja Luka derzeit nicht bedient wird und deshalb nur die Strecke von Sarajevo in Richtung Mostar bedient wird.

Sarajevo

Mostar

Zug-Nr.

07:15 Uhr

09:10 Uhr

723

16:49 Uhr

18:48 Uhr

721

   

Mostar

Sarajevo

Zug.-Nr.

06:36 Uhr

08:35 Uhr

720

17:09 Uhr

19:04 Uhr

722

Eine einfache Fahrt kostet 11,80KM.

Restaurants

Natürlich hat Sarajevo auch kulinarisch einiges zu bieten und die größte Auswahl an Restaurants im Land. Egal, worauf ihr Lust habt, es gibt es. Das Preisniveau für Essen ist in Bosnien übrigens sehr niedrig und liegt bei etwa 50-60% von den Preisen, die man aus Deutschland gewohnt ist. Selber kochen, z.B. wenn man ein Apartment gebucht hat, lohnt sich daher manchmal gar nicht unbedingt, vor allem, da die Preise in Supermärkten definitiv nicht so weit unter den Preisen in deutschen Supermärkten liegen.

Dveri | Bosnische Küche

Eines der am besten bewerteten Restaurants, das authentische bosnische Spezialitäten anbietet. Direkt in der Altstadt gelegen, kommen hier Steaks, Filets, Gulasch und Suppen auf den Teller. Auch gibt es einige vegetarische Alternativen wie gefüllte Aubergine oder Paprika. Serviert wird das meiste dann mit traditionellem Reis. Für ein Hauptgericht zahlt man hier zwischen 13 und 18 KM.

The Singing Nettle | Bosnische Küche

Ebenfalls bosnische Küche findet ihr im Singing Nettle, dort wird diese aber ziemlich modern interpretiert, sodass ihr die typischen Klassiker hier immer etwas abgewandelt findet, was ausgesprochen positiv gemeint ist. Das Restaurant ist nicht direkt in der Altstadt gelegen, aber von dort in 10-15 Minuten zu Fuß zu erreichen. Es gibt ein Winter- und ein Sommermenü. Auf dem Sommermenü findet ihr z.B. gegrillte Calamari, Rinderzunge in pikanter Sauce oder Fleischbällchen. Auch für Vegetarier findet sich einiges auf der Karte, zum Beispiel die vegetarische Platte, Hummus als Vorspeise oder gefülltes Gemüse. Ebenfalls wird ein sehr günstiger Mittagstisch für gerade einmal 5-8 KM angeboten, sonst zahlt man für ein Hauptmenü etwa 15-20 KM. Ein großes gezapftes Bier kostet 3,50 KM.

Veganer | Veganer Imbiss

100% vegane Burger und Wraps. Manche schwören darauf, dass sie in diesem kleinen Laden den besten Veggieburger der Welt gegessen haben. Was das angeht, bin ich mir nicht sicher, aber einen Besuch ist dieser Imbiss auf jeden Fall wert. Auch ist der Laden ziemlich günstig. Burger und Wraps kosten zwischen 5-8 KM und Beilagen gibt es für 1-2 KM. Ihr findet den Laden etwa 1 km von der Altstadt entfernt auf der anderen Seite des Flusses.

Kolobara Han | Bosnische Küche, Fast Food

Tja, hier gibt’s eigentlich alles für ziemlich wenig Geld und es schmeckt sogar, was bei solchen Läden ja nicht immer der Fall ist. Dementsprechend beliebt ist das Restaurant mit einem einladenden Außenbereich. Die meisten kommen wohl wegen des Döners, aber daneben gibt es auch noch Pfannkuchen, Pasta, Pizza, Gegrilltes, Salate, bosnische Spezialitäten, Schnitzel, Suppe und Kuchen. Ich sag doch, alles.

Buregdžinica Bosna | Börek

Der Lieblingssnack des Balkans, Börek, Bureg, Byrek oder wie auch immer, darf natürlich auch in einer Aufzählung empfehlenswerter Restaurants in Sarajevo nicht fehlen. Diese Buregdžinica (das ist das für Bureg, was eine Pizzeria für Pizza ist) ist dabei eine der besten der Stadt, wie mir angekündigt wurde. Und sie hat mich nicht enttäuscht. Für mich etwas ungewöhnlich, wurde der Bureg hier mit einer Joghurtsauce serviert, was zumindest für mich neu war, aber ich fand es gut. Natürlich gibt es alle gängigen Bureg-Versionen hier, sodass auch Vegetarier fündig werden. Der Preis wird per Kilogramm abgerechnet und liegt pro Kilo zwischen 10-14 KM.

Falafel Restaurant | Arabisch

Nicht nur Falafel gibt es, sondern auch alle anderen vegetarischen Klassiker der arabischen Küche wie Mutabel, gegrillte Aubergine, Hummus oder Fuul findet man hier, authentisch zubereitet, superlecker und günstig. Die Preise liegen zwischen 4 und 9 KM.

Nachtleben

Oh Gott, oh Gott, wo soll ich hier nur anfangen? Alle empfehlenswerten Bars, Kneipen und Clubs aufzuzählen würde definitiv den Rahmen sprengen. Und schon eine Auswahl zu treffen, welche Bars ich hier erwähne, ist schwierig genug. Grundsätzlich ist zu sagen, dass ihr in Sarajevo auf jeden Fall kein Problem haben werdet, abends ein nettes Lokal zu finden, um nach einem anstrengenden Sightseeing-Tag euer verdientes Feierabend-Bier zu trinken oder einen Cocktail zu schlürfen. Und wer tanzen möchte, der kann das auch, die ganze Nacht lang oder noch länger.

Was noch gesagt werden muss: In Bosnien-Herzegowina ist es (noch?) völlig normal, dass in Bars und Clubs drinnen geraucht wird. Wer das nicht möchte, sollte sich einen Platz draußen suchen, was bei den meisten Bars möglich ist.

Balkan Express

Die allererste Bar, die ich auf Empfehlung in Sarajevo besucht habe, war der Balkan Express. Auch wenn der Name etwas merkwürdig daherkommt, kann ich die Bar nur empfehlen. Gute Musik (meistens auch live), eine nette Atmosphäre, die an die 80er Jahre in Jugoslawien erinnert, und recht günstiges Bier und Shots machen diese Bar zu einem perfekten ersten Stop am Abend.

Gezapftes Estrella im Balkan-Express

Jazzbina

Direkt gegenüber des Balkan Express befindet sich die Jazzbina, also könnte dies gut euer zweiter Stopp des Abends sein. Zeitlich würde das auch gut hinkommen, denn dort geht es erst etwas später los. Dafür wird dort dann mehr Action geboten, da dort häufig lokale Bands auftreten, die den Abend zum echten Erlebnis machen können. Die Bands sind teilweise richtig gut und bringen den Laden zum Kochen. Dabei beschränkt sich das Repertoire nicht nur auf Jazz, wie es der Name suggerieren würde, sondern erweitert sich auch auf Blues, Rock, Alternative und manchmal sogar Punk.

Pirates Pub

Eine Themenkneipe mit dem Thema… Piraten. Ihr habt es geahnt. Die gemütliche kleine Bar könnte eine Hommage an Johnny Depp in seiner Rolle als Jack Sparrow aus „Pirates of the Caribbean“ sein, ist aber auch sonst sehr nett und speziell. Drinnen ist nicht sooo viel Platz, im Sommer gibt es draußen aber noch ein paar Sitzplätze. Ich hatte bei meinem Besuch keine Probleme, aber es gibt Berichte darüber, dass Gästen hier auch schon mal eine zu hohe Rechnung präsentiert wurde.

Kino Bosna

Das Kino Bosna war tatsächlich mal ein Kino und bietet dementsprechend etwas mehr Platz als die meisten anderen Kneipen der Stadt. Aber es kann voll werden! Früher war der Ort mal ein absoluter Geheimtipp und Treffpunkt der alternativen Szene der Stadt. Das hat sich zwar mittlerweile etwas geändert, aber ein bisschen ist davon noch zu spüren. Allgemein geht es hier noch etwas chaotischer zu als in anderen Kneipen. Merkwürdigerweise ist der vollste und berüchtigste Tag für einen Besuch des Kinos der Montag. Also, wenn ihr montags in der Stadt seid und ein Bier trinken möchtet, spart euch die Zeit für die Suche und geht direkt hierhin. Das Kino Bosna liegt dabei (noch) nicht auf dem ausgetretenen Touri-Pfad und wird zum absoluten Großteil von Einheimischen besucht. Bier ist günstig!

Das Kino Bosna ist nicht in der Altstadt gelegen. Zu Fuß braucht ihr bis dorthin etwa 20-30 Minuten, aber ihr könnt natürlich ganz einfach ein Taxi nehmen (4-5 KM).

Tesla Pub

Eine traditionelle Kneipe, gemütlich, etwas dunkel, mit geschwungenen Backsteinbögen im Inneren und einer Statue vom sitzenden Namesgeber Nikola Tesla direkt vor der Tür. Cocktails sind hier sehr beliebt, beim Bier gibt es von mir einen Punkt Abzug, da es das leckere Sarajevsko Bier nicht auf der Karte gibt. Dafür gibt es Bitburger und Benediktiner… nicht nachvollziehbar 😉

Silver & Smoke Club

Ein schöner kleiner Laden, um die Nacht durchzutanzen. Hier kommt Techno aus den Boxen, und zwar laut. Erwartet hier einen eher undergroundigen Club mit jüngeren, feierwütigen Menschen. Etepetete ist hier nichts.

Das ist Walter Club

Jep, der Club heißt genauso, wie es da geschrieben steht. Und was ist der Walter Club? Der Walter Club ist ein etwas mainstreamigerer Nachtclub, in dem ihr aber auch bis in die Morgenstunden feiern könnt. Musikalisch wird hier ebenfalls größtenteils auf elektronische Musik gesetzt, meistens eher so in die House-Richtung.

Kultur

Festivals

Weltweit hat die Corona-Krise ja dazu geführt, dass die meisten Festivals in den letzten beiden Jahren abgesagt werden mussten. Das ist natürlich auch in Sarajevo der Fall, aber die folgenden Festivals haben zumindest im Jahr 2021 wieder stattgefunden. Wie das alles 2022 aussehen wird, muss natürlich abgewartet werden. Informationen dazu werdet ihr sicherlich früh genug auf den Webseiten der Festivals finden, sobald es dazu Gewissheit gibt.

Baščaršija Nights | Gesamter Juli

Baščaršija Nights ist ein Sommerfestival, das der Kultur gewidmet ist und im Juli in Sarajevo stattfindet. Es bietet ein reichhaltiges kulturelles und musikalisches Programm. An verschiedenen Orten in Sarajevo treten jährlich Top-Acts aus der Welt der Oper, des Balletts und des Theaters auf. Dazu gibt es Konzerte, Literaturabende, Kinderprogramme und Filmvorführungen. Im Laufe der Jahre waren bei den Baščaršija Nights viele internationale Stars zu sehen, darunter Joan Baez, The Kelly Family, Johnny Logan oder Manu Chao.

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Sarajevo Film Festival | 19.-22. August 2022

Die Geschichte des Sarajevo Film Festivals begann mitten im Krieg, als eine Gruppe von Enthusiasten danach strebte, die Kultur in ihrer belagerten Stadt wiederzubeleben.

Trotz der Verwüstungen des Krieges um sie herum erwies sich der Kampf um das Überleben des kulturellen Lebens als stärker als die Zerstörung. Gegen Ende der vierjährigen Belagerung beschloss ein Team, das sich im Obala Art Center versammelt hatte, ein Filmfestival zu veranstalten, mit dem Ziel, den kosmopolitischen Geist einer Stadt zu bewahren, die einst im ehemaligen Jugoslawien für ihre reiche Kunst- und Kulturszene bekannt war.

Das erste Sarajevo Summer Film Festival fand vom 27. Oktober bis 7. November 1995 im Bosnischen Kulturzentrum statt, wo 37 Filme aus 15 Ländern präsentiert wurden. Die meisten wurden mit 35-mm-Film gezeigt, andere im VHS-Format.

Trotz der Belagerung war das Auditorium des Bosnischen Kulturzentrums jede Nacht bis auf den letzten Platz besetzt. Das Festival wurde im ersten Jahr von 15.000 Menschen besucht, die ansonsten völlig vom Rest der Welt abgeschnitten waren. Es herrschte das Gefühl, dass dieses Ereignis ein Fenster zur Welt und eine Flucht aus der grausamen Realität und den Gefahren war, denen sie täglich ausgesetzt waren.

Dank des positiven Geistes der Menschen aus Sarajevo, die ebenso um ihr Leben wie um die Kultur kämpften, ohne die das Leben bedeutungslos gewesen wäre, wurde das SFF zu einem einzigartigen Kulturereignis. Die Zahl der Besucher wuchs von Jahr zu Jahr, und das Festival wurde bald weltweit bekannt und respektiert. Das Festival gewann auch zahlreiche Freunde, und Beispiele für Prominente, die das Festival besuchten, sind der U2-Frontsänger Bono, Morgan Freeman, Charlie Kaufman, Michael Moore, Mickey Rourke, Angelina Jolie und Brad Pitt.

Jedes Jahr im August bietet das Sarajevo Film Festival dem Publikum die Möglichkeit, die interessantesten neuen Filme zu sehen, regionalen Regisseuren die Möglichkeit, sich zu vernetzen und ihre Filme zu promoten, während aufstrebende Filmemacher die Chance haben, neues Wissen und Erfahrungen zu sammeln. Heute ist das SFF ein wichtiges Filmfestival auf der Weltkarte und das bedeutendste in Südosteuropa.

Während des SFF findet parallel im Underground-Club das Sarajevo Rock Festival statt, und im Skenderija Park gibt es die „Summer Lounge“, ein Festival für Freunde elektronischer Musik.

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Sarajevo Pride | Mitte August

Die Pride-Parade in Sarajevo, ähnlich dem Christopher Street Day in Deutschland, macht auf die Gleichstellung und vorhandenen Diskriminierungen der LGBTQ*-Szene aufmerksam. Obwohl die Demonstration einer großen Straßenparty mit viel Tamtam und guter Laune ähnelt, gab es seit ihrer Einführung 2019 in Sarajevo auch Gegenproteste, zu denen einige religiöse Gruppen aufriefen. Trotzdem ist es wichtig, die Parade zu unterstützen und mitzufeiern, um Solidarität zu zeigen und für Gleichstellung einzutreten.

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Internationales Theaterfestival MESS | Anfang Oktober

Das MESS-Festival, das bekannteste Theaterfestival in Südosteuropa, lockt jedes Jahr im Frühherbst viele internationale Theaterstars nach Sarajevo. Ursprünglich 1960 als „Festival der kleinen und experimentellen Szenen Jugoslawiens“ ins Leben gerufen, fand es sogar während der Belagerung von Sarajevo statt.

Das Festival bietet verschiedene Programme: World MESS präsentiert Stücke aus anderen Kontinenten, Mitteleuropa MESS zeigt Aufführungen aus Südost-, Süd- und Osteuropa, Children MESS richtet sich an Jugendliche, und Future MESS setzt die Tradition des experimentellen Theaters fort, indem es die Arbeiten junger und innovativer Theaterschaffender präsentiert.

Zusätzlich gibt es MESS OFF mit Konzertprogramm und Ausstellungen sowie MESS-Workshops, die zur Ausbildung junger Theaterkünstler aus Bosnien und Herzegowina und der Region beitragen.

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Kinos

Ich finde, bei schlechtem Wetter oder im Winter ist ein Kinobesuch auch auf Reisen immer ein spannendes Erlebnis.

Kino Meeting Point

Dieses kleinere Programmkino südlich des Flusses legt seinen Fokus auf intelligente und anspruchsvolle Filme, welche in Originalsprache mit Untertiteln (auf Englisch, wenn die Originalsprache Bosnisch/Kroatisch ist) gezeigt werden. Also werden englischsprachige Filme auf Englisch mit bosnischen Untertiteln und z.B. deutsche Filme (hier findet im November auch jedes Jahr das „Deutsche Filmfest Sarajevo“ statt!) auf Deutsch mit bosnischen Untertiteln.

Cinestar Sarajevo

Ein Mainstream-Kino, wie ihr es auch in Deutschland findet und wozu ich wohl nicht mehr viel zu sagen muss. Wenn ihr den neuesten Blockbuster in eurem Urlaub nicht verpassen möchtet, seid ihr hier an der richtigen Adresse. Das Kino befindet sich mitten in Sarajevos Innenstadt.

Internationale Kulturinstitute

Auch hier wird man häufig fündig, wenn man auf der Suche nach Kultur ist. Alle großen Länder Europas unterhalten eigene Institute in Sarajevo, die nicht nur dafür da sind, die jeweilige Sprache zu lehren, sondern auch einige Kulturevents organisieren. Diese haben dann meistens etwas mit dem Herkunftsland zu tun und knüpfen dabei häufig Beziehungen zueinander. Für Menschen aus Deutschland ist natürlich zuerst das „Goethe-Institut“ zu nennen, welches z.B. deutsche Filmwochen, Vorträge, Konzerte und vieles mehr organisiert. Ein Blick auf deren Homepage ob in nächster Zeit etwas Interessantes ansteht, lohnt sich auf jeden Fall. Auch Österreich unterhält ein „Österreich Institut“ in Sarajevo, auch wenn die Homepage schon seit zwei Jahren nicht mehr aktualisiert wurde. Weitere Kulturinstitute in der Stadt sind das British Council und das Institute Francais.

Shopping

Noch Platz im Koffer? Du wirst sicherlich fündig werden, um ihn bis zum Rand aufzufüllen, bevor es zurück nach Hause geht.

Ein erster Ort zum Shoppen ist natürlich die Innenstadt. In Baščaršija bieten zahllose Händler ihre Waren an, darunter viele Silberschmiedewerkstätten und Goldankauf- und -verkaufsläden. Andere Händler bieten meist gefälschte Markenkleidung oder -schuhe an. Der Gazi Husrev Bey Bezistan ist ein überdachter Basar in der Innenstadt, der aus osmanischer Zeit stammt und von innen durchaus an den Großen Basar in Istanbul erinnert.

Die Innenstadt ist auch der erste Anlaufpunkt für alle anderen Einkaufsmöglichkeiten. Die Ferhadija-Straße bildet die Fußgängerzone der Stadt und führt direkt nach Baščaršija. Hier reiht sich ein Laden an den anderen, auch einige praktische wie z.B. DM, falls man die Zahnbürste zu Hause vergessen hat.

Malls

Sarajevo City Center Shopping Mall

Das größte Einkaufszentrum in Bosnien und Herzegowina beherbergt rund 80 Shops und damit alle bekannten Marken aus Mode, Sport und Technik. Neben den Geschäften findet ihr dort auch einige Cafés, Restaurants, Wechselstuben und Supermärkte. Auf der obersten Etage befindet sich ein Unterhaltungszentrum für Kinder und Erwachsene. In den Untergeschossen gibt es ausreichend Parkmöglichkeiten. Im Sommer ist es auch ein guter Ort, um der Hitze zu entfliehen 😉

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BBI Centar

125 Geschäfte, Supermärkte, Kosmetiksalons, Food Court, Kinder-Entertainment.

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Alta Shopping Center

Etwas kleiner als die beiden ersten, aber trotzdem noch groß. Um die Ecke der City Center Shopping Mall.

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Second Hand & Flohmärkte

Sonntagmorgens gibt es in Sarajevo einen ziemlich großen Flohmarkt namens „Autopijaca“. Dort findet ihr alles, was ihr euch vorstellen könnt. Ein Besuch lohnt sich. Das Konzept ist dasselbe wie in Deutschland, ich glaube, ich muss nicht viel dazu sagen.

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Für Second-Hand-Kleidung, vieles davon aus Deutschland, such am besten bei Google nach dem „Textile House“. Es gibt drei Läden in der Stadt, und mit etwas Glück findest du dort dein neues Lieblingskleidungsstück. Auch gut für Vintage-Klamotten!

Weiter geht’s!

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Ulrike

Die Seite gefällt mir sehr gut und wenn ich mal in den Balkan Reise, werde ich mich hieran orientieren. Super geschrieben, beschrieben und macht Lust auf Neues kennenlernen