Mostar
herzegowinas aushängeschild
Mostar, die Hauptstadt der Herzegowina, wirft ihren Schatten voraus und ist wohl problemlos die touristischste Stadt des Landes. Umgeben von schönen Bergen und zweigeteilt durch den glasklaren Fluss Neretva, hat sie sich diesen ersten Platz auf der Touristenliste Bosniens auf jeden Fall verdient.
Neben der berühmten Altstadt hält die Stadt noch einige weitere Schätze bereit, die nur darauf warten, erkundet zu werden. Egal, ob man die bewegte Geschichte erleben, auf Abenteuer-Action-Urlaub gehen, das Nachtleben erkunden oder lieber ganz gemütlich am Fluss liegen und sich dort eine Abkühlung vom heißen Klima holen möchte – alles ist möglich!
Dabei ist die Stadt eine dankbare Destination für Reisende, da sie leicht zu navigieren ist und eigentlich alles Wichtige zu Fuß erkundet werden kann.
Kurzum: Nehmt euch ein paar Tage für die Stadt und lasst es nicht nur bei der Altstadt und der Brücke bewenden. Ihr werdet es lieben!
Einführung
Ich bin mir sicher, dass ihr schon einmal irgendwo über ein Foto der berühmten Stari Most gestolpert seid, auch wenn ihr euch noch nicht wirklich mit der Stadt Mostar als Reiseziel beschäftigt habt.
Die Brücke ist auf jeden Fall DAS Aushängeschild der Stadt, das sie weltberühmt macht und eines der bekanntesten (oder vielleicht sogar das bekannteste) Fotomotive des ganzen Balkans ist.
Sie schmückt die Cover von Reiseführern und darf natürlich in keiner ernst gemeinten Balkan-Doku im Fernsehen fehlen. Die Architektur ist einzigartig und unkonventionell, weshalb Touristen im Hochsommer hier auch mal Schlange stehen, um darüber zu laufen oder von unten das perfekte Foto zu machen. Deshalb würde ich euch empfehlen, Mostar in der Nebensaison zu besuchen, wenn die Stadt nicht von Tagestouristen aus Dubrovnik überschwemmt wird.
Seit 2005 besitzt die Altstadt von Mostar und die „Alte Brücke“ den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes – eines von nur zwei „echten“ Weltkulturerben im Land. Der Status ist absolut berechtigt, und die meisten Menschen kommen deshalb hierher. Aber auch sonst ist Mostar eine sehr charmante und attraktive Stadt, in der man durchaus ein paar Tage verweilen kann, vor allem wenn man Ausflüge in die nähere Umgebung unternimmt, zum Beispiel nach Blagaj, Kravica oder Počitelj.
Für meinen Geschmack hat Mostar eine nahezu perfekte Größe mit seinen etwa 100.000 Einwohnern. Obwohl weit davon entfernt, eine Metropole zu sein, bietet Mostar viele Annehmlichkeiten einer modernen Großstadt, besitzt dabei aber ein gemächliches Tempo und ist ziemlich entspannt und übersichtlich. Mostar gilt als grüne Stadt und ist berühmt für seine Blumen- und Blütenpracht. Manchmal fällt der Vegetationsbeginn hier schon auf den Februar und verleiht der Stadt ihr verträumtes Image, das schon viele bekannte Künstler und Dichter inspiriert hat.

Mostar ist die größte und schönste Stadt der Herzegowina, deren kulturelles und finanzielles Zentrum und damit naturgemäß auch deren Hauptstadt. Neben der Brücke hat sie jedoch noch einiges anderes zu bieten, da die wechselhafte Geschichte auch hier überall ihre Spuren hinterlassen hat, insbesondere der Bosnienkrieg von 1992–1995. Mostar hat dabei eine eigene bittere Geschichte zu erzählen, die hier noch viel allgegenwärtiger ist als beispielsweise in Sarajevo.
Hier bekriegten sich die zuvor verbündeten Kroaten und Bosniaken, die seit dem Krieg jeweils eine Flusshälfte der Stadt bewohnen, sodass auch diese Stadt im Grunde in zwei Teile geteilt ist. Die unterschiedlichen Ethnien sind hier jedoch direkte Nachbarn: Am westlichen Flussufer leben größtenteils die katholischen Kroaten, im östlichen Teil die muslimischen Bosniaken.
Da Mostar nicht sonderlich hoch liegt und auch nicht weit vom Meer entfernt ist, herrscht dort ein mediterranes Klima. Das merkt man besonders, wenn man aus der Hauptstadt oder den Bergen kommt, vor allem in der Nebensaison. Dort Regenwetter und Wolken, in Mostar strahlender Sonnenschein – keine Seltenheit!
Die viele Sonne sorgt auch dafür, dass die Region ideale Voraussetzungen für den Weinanbau bietet, und Mostar ist daher wohl der beste Platz, um abends in einem gemütlichen Lokal herzegowinischen Wein zu probieren – idealerweise mit Ausblick auf die dann wunderschön beleuchtete Brücke!
Geschichte
Vorgeschichte
Über 150 Fundstellen aus der Jungsteinzeit sowie der Kupfer-, Bronze- und Eisenzeit belegen, dass die Gegend um Mostar schon seit prähistorischer Zeit besiedelt ist. Eine bekannte neolithische Stätte menschlicher Siedlungen ist die „Grüne Höhle“ oberhalb der Quelle des Flusses Buna in Blagaj, nur 12 km von Mostar entfernt. In der Eisenzeit entwickelte sich der erste Handel mit umliegenden Zentren. Aus der Spätantike und dem frühen Christentum sind ebenfalls die Überreste dreier frühchristlicher Kirchen bekannt, was die frühe Christianisierung der damaligen Gegend in der römischen Provinz Dalmatien belegt.
Der Legende nach wurde die Stadt von der kroatischen Adelsfamilie Kosača gegründet, genauer gesagt von Stjepan Vukčić Kosača, der 1448 in Blagaj regierte und den Titel eines Herzogs trug – daher auch der Name Herzegowina. Vermutlich wurde in seiner Zeit mit dem Bau von zwei Türmen bzw. Befestigungsanlagen in der Mitte des 15. Jahrhunderts die Stadt Mostar offiziell gegründet. Die Festung am rechten Ufer der Neretva hieß Tara, die am linken Ufer Helebija. Die erste schriftliche Erwähnung von Mostar bezieht sich auf diese beiden Türme: Ein Bericht der Republik Dubrovnik vom 3. April 1452 beschreibt, wie Vladislav Hercegović gegen seinen Vater Stjepan rebellierte und ihm einiges an Eigentum raubte.
16 Jahre nach Kosačas Tod eroberten die Türken Herceg Novi (heute Montenegro) und bald darauf die ganze Herzegowina. Der Name Mostar erscheint erstmals in der türkischen Volkszählung von 1468 bis 1469. Dass er sich auf die Siedlung um die beiden Türme an der Neretva bezieht, geht aus einem Dokument der Sitzung des Rates der Republik Dubrovnik im Jahr 1474 hervor.
Mostar selbst wurde wahrscheinlich 1468 erobert. Die Ländereien der Gegend wurden aufgeteilt, und die damaligen Einwohner wurden zu leibeigenen Bauern. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde Mostar dank der verkehrstechnischen Bedeutung des Übergangs über die Neretva zum Sitz des herzegowinischen Sandschaks. 1566 ersetzte die berühmte Steinbrücke die ehemalige Holzbrücke.
Im 16. und 17. Jahrhundert erfolgte eine intensive Stadterweiterung. Am Ende dieser Periode hatte Mostar etwa 10.000 Einwohner. Die Stadt entwickelte sich als typische osmanische Siedlung mit charakteristischen Wohnvierteln (Mahalas) und einem Einkaufsviertel (Basar). Während des 18. Jahrhunderts kam es jedoch zu einer Stagnation und einem Rückgang der Bevölkerung.
1878 geriet nahezu das gesamte Bosnien-Herzegowina unter österreich-ungarische Herrschaft. Genau wie die Ära der osmanischen Herrschaft hinterließ auch Österreich-Ungarn große Spuren in Mostar. Während dieser Zeit entstanden viele Gebäude im europäischen Stil, sodass die Stadt immer mehr einer mitteleuropäischen Stadt glich. Bauten im orientalischen Stil vermischten sich zunehmend mit österreichisch-ungarischen Bauten, was – ähnlich wie in Sarajevo – eine sehr interessante Kombination ergibt.

Mostar im 20. Jahrhundert
Das letzte Jahrhundert lief für Mostar durchaus turbulent ab und kam mit den größten Veränderungen in der Stadtgeschichte einher – nicht erst, als auch der Bosnienkrieg in den 90er Jahren Mostar erreichte.
Nachdem Österreich-Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel, wurde Mostar zunächst Teil des Königreichs der Slowenen, Kroaten und Serben, etwas später umbenannt in das Königreich Jugoslawien. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Mostar Teil des damaligen faschistischen Kroatiens, welches ein Vasallenstaat Nazi-Deutschlands darstellte. Als auch diese Episode am 14. Februar 1945 endlich Geschichte war, wurde Mostar Teil des sozialistischen Jugoslawiens unter Tito (eine ausführlichere Geschichte Bosnien-Herzegowinas findet ihr hier).
Auch für Mostar erwies sich die Zeit im sozialistischen Jugoslawien als eine Blütezeit und eine Periode des Baus, der Urbanisierung und Expansion der Stadt. Bis 1991 war Mostar eine Mischung aus Kulturen, Völkern, Religionen und Zivilisationen – und dafür eine der berühmtesten Städte im ehemaligen Jugoslawien. Die Stadt war ein schöner Beweis dafür, wie verschiedene Nationalitäten friedlich nebeneinander und miteinander leben konnten. Es war sogar die Rede von einer einzigartigen „Mostar-Mentalität“.
Tja, dem wurde mit dem Bosnienkrieg dann ein jähes Ende gesetzt. Zunächst einmal muss betont werden, dass die Bosniaken und Kroaten eigentlich im Bosnienkrieg Verbündete waren und gemeinsam gegen die Serben kämpften. So auch in Mostar, als die beiden Parteien 1992 auf einer Seite kämpften und bis Juni 1992 die serbische Armee geschlagen hatten und das gesamte Neretva-Tal befreit hatten. Nicht sehr viel später begannen sich die Beziehungen zwischen den Verbündeten abzukühlen, gelinde gesagt. Kleinere Vorkommnisse steigerten sich immer mehr, und im Mai 1993 kam es erstmals zu Kämpfen zwischen Bosniaken und Kroaten direkt in Mostar, was später häufig als „Krieg im Krieg“ bezeichnet werden sollte.

Mostar wurde in einen westlichen Teil, der von der kroatischen Armee (HVO) dominiert wurde, und einen östlichen Teil geteilt, in dem die bosnische Armee (ARBiH) weitgehend konzentriert war. Die bosnische Armee hatte jedoch ihr Hauptquartier in West-Mostar, im Keller eines Gebäudekomplexes, der als Vranica bezeichnet wurde. In den frühen Morgenstunden des 9. Mai 1993 griff die kroatische Armee Ost-Mostar mit Artillerie, Mörsern, schweren Waffen und Kleinwaffen an. Die HVO erlangte daraufhin die Kontrolle über alle nach Mostar führenden Straßen, und internationalen Organisationen wurde der Zugang verweigert. Radio Mostar wurde von den Kroaten besetzt, und der Sender kündigte an, dass alle Bosniaken eine weiße Fahne aus ihren Fenstern hängen sollten, um ihre Kapitulation anzuzeigen. Der Angriff der Kroaten war gut vorbereitet und geplant.
Während der Präsenz der HVO in Mostar wurden Tausende bosniakische Muslime und andere Nicht-Kroaten aus dem Westteil der Stadt vertrieben und in den Ostteil gezwungen. Der Beschuss durch die kroatischen Streitkräfte legte einen Großteil der Ostseite von Mostar in Schutt und Asche. Die Angriffe wurden fortgesetzt und führten zu Tausenden von Verletzungen und Todesfällen.
Die ARBiH startete im September 1993 eine als Operation „Neretva ’93“ bekannte Offensive gegen die HVO und die kroatische Armee, um die Belagerung von Mostar zu beenden und Gebiete der Herzegowina zurückzuerobern, die unter der Kontrolle der selbsternannten kroatischen Republik Herzeg-Bosnien standen. Die Operation war erfolgreich, und die Belagerung endete offiziell im Dezember 1993. Zu diesem Zeitpunkt galt Mostar bereits als die am meisten zerstörte Stadt Jugoslawiens während des Krieges. Etwa 70 % aller Gebäude wurden zerstört, darunter auch die Alte Brücke, die zuvor seit 427 Jahren die Neretva überspannte. Sie brach am 9. November 1993 unter kroatischem und bosniakischem Artilleriefeuer zusammen. Mehr als 60 Mörsergranaten sollen die Brücke zuvor getroffen haben. Da die Brücke keinen großen militärischen Nutzen hatte, wird ihr Zerstören heute als symbolischer Akt gewertet. Kennt ihr das Sprichwort „alle Brücken hinter sich abbrechen“? Genau das ist in Mostar passiert.
Nach ihrem Zusammenbruch und dem Ende der Feindseligkeiten zwischen Bosniaken und Kroaten wurde zunächst eine temporäre Stahlseilbrücke über die Neretva gespannt, und der Wiederaufbau der Alten Brücke wurde geplant. Im Jahr 2004 war es dann soweit: Ein Nachbau der Originalbrücke, gebaut sogar mit Steinen aus dem gleichen Steinbruch wie die alte Brücke, konnte feierlich eingeweiht werden und ist heute wieder das unumstrittene Wahrzeichen der Stadt.
Der Krieg hat trotzdem große Spuren in der Stadt hinterlassen. Die zuvor recht durchmischte Bevölkerung ist heute strikt in einen Westteil (Kroaten) und einen Ostteil (Bosniaken) getrennt. Die früher ebenfalls in der Stadt lebende Minderheit der Serben wurde nahezu vollständig vertrieben. Auch sind die Narben des Krieges noch überall sichtbar, sobald man die Altstadt ein paar Meter verlässt. Vor allem im östlichen Teil der Stadt befinden sich noch viele komplett ausgebombte und mit Einschusslöchern versehene Gebäude. Die Stadt könnte auch als Freiluft-Anti-Kriegs-Museum betrachtet werden.
Sehenswürdigkeiten
Stari Most (Alte Brücke)
Ihr werdet unter keinen Umständen darum herumkommen, diese Brücke zu sehen oder zu überqueren, wenn ihr in Mostar seid. Es sei denn, ihr seid wirklich nur auf der Durchreise – aber selbst dann würde ich euch zumindest empfehlen, kurz anzuhalten, um sie anzuschauen. Die Brücke befindet sich mitten im Zentrum der Stadt oder ist sogar das Zentrum der Stadt, und zu beiden Seiten erstreckt sich die sehenswerte Altstadt (siehe nächster Punkt). Die Brücke ist zusammen mit der Altstadt UNESCO-Weltkulturerbe, was sie ihrer Einmaligkeit zu verdanken hat. Zudem stellt sie für die UNESCO ein „Symbol der Versöhnung, der internationalen Zusammenarbeit und des Zusammenlebens verschiedener kultureller, ethnischer und religiöser Gemeinschaften“ dar. Ganz nebenbei ist die Brücke auch noch Namensgeberin für die Stadt – „Mostar“ bedeutet übersetzt „Brückenwächter“.
Ich habe ja schon einiges über die Brücke gesagt und wiederhole mich nur, wenn ich euch erzähle, dass sie ursprünglich 1566 erbaut wurde, zu ihrer Zeit ein architektonisches Meisterwerk darstellte, im kroatisch-bosniakischen Konflikt in Mostar im Jahr 1993 zerstört wurde, dann wieder aufgebaut wurde und seit 2004 erneut die Sehenswürdigkeit schlechthin in Mostar ist.

Im Sommer (und bei gutem Wetter auch noch im Oktober und November) könnt ihr auf der Brücke die berühmten Brückenspringer sehen, die sich aus 20 Metern Höhe in die eiskalte Neretva stürzen – gegen Bezahlung von Touristen natürlich. Dies ist übrigens eine uralte Tradition in Mostar und geht bis in die Zeit der Erbauung zurück. Einige Brückenspringer sind dabei zu Legenden in der Stadt geworden, andere leider gestorben. Die ganze Sache ist also nicht ganz ungefährlich und definitiv nicht zur Nachahmung empfohlen. Wenn ihr es dennoch unbedingt machen möchtet, wendet euch vielleicht an den „Bridge Divers Club“. Dort lernt ihr in einer Art Seminar, wie ihr sicher von der Brücke springt. Dafür übt ihr zunächst an anderen Stellen in die Neretva zu springen und wagt euch, wenn ihr genug geprobt habt, schließlich an die große Brücke. Dafür erhaltet ihr sogar ein Zertifikat und eine lebenslange Mitgliedschaft im Club. Wer die Sommerhitze nicht mehr aushält, kann aber auch einfach an anderen Stellen der Neretva baden gehen.
Besonders schön ist die Brücke übrigens bei Nacht, wenn sie von Scheinwerfern angestrahlt wird und in einem schönen, gelb-schimmernden Licht erstrahlt, während sie ein beeindruckendes Spiegelbild in die darunter fließende Neretva wirft. Also: nicht zu schnell wieder ins Hotelzimmer verschwinden! Oder macht euch abends nochmal auf den Weg, um in einem der Restaurants mit Brückenblick etwas zu essen oder zu trinken. Einen schönen Blick auf die Brücke habt ihr auch von der östlichen Flussseite aus. Dort laden ein paar Treppenstufen oder eine kleine Tribüne zum Verweilen und „Brücke-Gucken“ ein.

Altstadt
Die historische Altstadt von Mostar erstreckt sich auf beiden Seiten der Neretva, die hier eine kleine Schlucht bildet. Und obwohl sie schon ziemlich schön ist, muss ich euch doch ein bisschen warnen: Die Altstadt wirkt gar nicht mehr so alt, wie sie eigentlich ist. Die meisten Häuser sind frisch renoviert, was dem Krieg geschuldet ist, der auch das Stadtzentrum ordentlich in Mitleidenschaft gezogen hat. Außerdem ist sie nicht so groß, wie ihr es euch vielleicht vorstellt, nach all dem, was ihr so über Mostar gehört habt. Zu guter Letzt ist sie noch extrem touristisch, vor allem im Sommer, und nahezu jedes Gebäude ist entweder ein Restaurant oder ein Souvenir-Shop. Seid nicht zu enttäuscht und kommt am besten später am Abend oder in der Nebensaison nochmal wieder, wenn die meisten Touristen schon in ihren Tourbussen sitzen und viele Geschäfte geschlossen haben.
Von diesen eher nicht so positiven Dingen mal abgesehen, ist die Altstadt mit ihren osmanischen, mediterranen und westeuropäischen Häusern ein super Beispiel für eine multikulturelle urbane Siedlung und hat durchaus ihren Charme. Erwartet nur kein Dubrovnik – falls ihr gerade von dort kommt (vielleicht ist es besser, erst Mostar und dann Dubrovnik zu besuchen). Es gibt einige kleine Gässchen, die mitunter hinunter zur Neretva führen. Restaurants gibt es viele, und wer möchte, kann sogar schwimmen gehen. Auf der Ostseite der Neretva gibt es südlich der Brücke einen Sprungturm, von dem aus es nicht ganz so hoch in die Neretva hinuntergeht wie von der Stari Most. Nördlich der Brücke auf der Ostseite gibt es eine weitere kleine Badestelle (in der Nähe des Bisčevica-Hauses), die nicht mehr in Sichtweite der Alten Brücke liegt, sodass man dort relativ unbeobachtet ein Bad nehmen kann. Aber auch hier eine Warnung: Das Wasser der Neretva kommt direkt aus den Bergen und ist wirklich kalt, auch im Sommer.
Die bekannteste Straße der Altstadt ist wohl die „Alte Straße“, direkt südlich der Brücke am Westufer. Hier finden sich auch einige Restaurants mit guter Aussicht.
Die historische Altstadt von Mostar erstreckt sich auf beiden Seiten der Neretva, die hier eine kleine Schlucht bildet. Und obwohl sie schon ziemlich schön ist, muss ich euch doch ein bisschen warnen: Die Altstadt wirkt gar nicht mehr so alt, wie sie eigentlich ist. Die meisten Häuser sind frisch renoviert, was dem Krieg geschuldet ist, der auch die Altstadt ordentlich in Mitleidenschaft gezogen hat. Außerdem ist sie nicht so groß, wie ihr es euch vielleicht vorstellt, nach all dem, was ihr so über Mostar gehört habt. Zu guter Letzt ist sie noch extrem touristisch, vor allem im Sommer, und nahezu jedes Gebäude ist entweder ein Restaurant oder ein Souvenir-Shop. Seid nicht zu enttäuscht und kommt am besten später am Abend oder in der Nebensaison nochmal wieder, wenn die meisten Touristen schon in ihren Tourbussen sitzen und viele Geschäfte geschlossen haben.
Von diesen eher nicht so positiven Dingen mal abgesehen, ist die Altstadt mit ihren osmanischen, mediterranen und westeuropäischen Häusern ein super Beispiel für eine multikulturelle urbane Siedlung und hat durchaus ihren Charme. Erwartet nur kein Dubrovnik – falls ihr gerade von dort kommt (vielleicht ist es besser, erst Mostar und dann Dubrovnik zu besuchen). Es gibt einige kleine Gässchen, die mitunter hinunter zur Neretva führen. Restaurants gibt es viele, und wer möchte, kann sogar schwimmen gehen. Auf der Ostseite der Neretva gibt es südlich der Brücke einen Sprungturm, von dem aus es nicht ganz so hoch in die Neretva hinuntergeht wie von der Stari Most. Nördlich der Brücke auf der Ostseite gibt es eine weitere kleine Badestelle (in der Nähe des Bisčevica-Hauses), die nicht mehr in Sichtweite der Alten Brücke liegt, sodass man dort relativ unbeobachtet ein Bad nehmen kann. Aber auch hier eine Warnung: Das Wasser der Neretva kommt direkt aus den Bergen und ist wirklich kalt, auch im Sommer.
Die bekannteste Straße der Altstadt ist wohl die „Alte Straße“, direkt südlich der Brücke am Westufer. Hier finden sich auch einige Restaurants mit guter Aussicht.

Koski Mehmet Pascha-Moschee
Eintritt: 12 KM
Auf jeden Fall die schönste Moschee in Mostar mit dem besten Blick über die Stadt, die Berge, den Fluss und die Brücke. Der Eintritt ist tatsächlich für bosnische Verhältnisse ziemlich teuer, aber naja, man ist ja nicht alle Tage in Mostar… Die Moschee ist (natürlich) im osmanischen Stil gehalten, hat einen kleinen Vorhof, auf den man auch ohne Eintritt zu zahlen kommen kann, und auf dem einige Souvenirstände stehen. Der beeindruckende Gebetsraum hat schöne Fenster und als Highlight das Minarett, das man besteigen kann und das dann den versprochenen super Ausblick bietet. Die Treppe nach oben ist dabei recht eng, also nichts für Klaustrophobiker*innen.

Kajtaz Haus
Eintritt: 4 KM
Dieses Haus aus dem 17. Jahrhundert ist ein klasse Beispiel ottomanischer Architektur in der Stadt und vermittelt ein gutes Gefühl, wie die Leute früher in Mostar lebten. Da es ein kleines Stück entfernt von der Altstadt liegt (Ostseite, südlich der Brücke), kommen hier etwas weniger Besucher*innen als in anderen historischen Gebäuden Mostars. Meistens werdet ihr von einem Guide durchs Haus geführt, der einige Anekdoten und Wissenswertes zu erzählen hat und euch die Herkunft, Herstellung und Eigenheiten der verschiedenen Einrichtungsgegenstände näherbringt. Sehr zu empfehlen!
Biscevica Haus
Eintritt: 4 KM
Ein zweites Haus aus ottomanischer Zeit, das einen Besuch wert ist. Ich denke, ihr solltet euch zwischen dem Kajtaz Haus und diesem hier entscheiden und euch das andere dann lieber sparen. Das Biscevica Haus stammt aus der gleichen Zeit wie das Kajtaz Haus (zwei Jahre später erbaut) und bietet grob das gleiche, wobei man hier noch einen schönen Ausblick über die Stadt hat. Dafür finden hier etwas mehr Touristen den Weg hin. Sucht euch aus, was euch lieber ist.
Alte Orthodoxe Kirche
Die alte orthodoxe Kirche (der Geburt der Jungfrau Maria) wurde 1833 in der Gegend von Bjelusine (im Ostteil der Stadt, direkt an der M17) erbaut. Die Kirche ist ein wichtiges Beispiel sakraler orthodoxer Architektur und beherbergt im Inneren eine schöne Ikone der Jungfrau Maria sowie eine hölzerne Ikonostase mit mehreren russischen, venezianischen und lokalen Ikonen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert.
Kriva Cuprija (Krumme Brücke)
Die große, bekannte Brücke im Kleinformat, quasi. Die Krumme Brücke ist sogar etwas älter als ihr weltberühmtes Pendant, und es wird gemunkelt, dass diese hier zum Ausprobieren der architektonischen Machbarkeit des Rundbogens erbaut wurde. Kann gut sein, wenn man sie sich anschaut. Aber auch diese Brücke ist leider nicht mehr das Original. Nachdem sie über 400 Jahre lang an dieser Stelle stand, wurde sie 2001 von einer großen Flut des unter der Brücke liegenden Flusses weggespült. Der Grund, weshalb dies nach über vier Jahrhunderten geschehen konnte, ist wohl, dass auch diese Brücke vom Beschuss aus dem Krieg erheblich geschwächt wurde. Die Brücke findet ihr im Westteil der Stadt, nicht weit von der Alten Brücke entfernt.

Partisanen Gedenkfriedhof
Ein ziemlich heruntergekommener Gedenkort für die gefallenen Partisanen, die im Zweiten Weltkrieg gegen die kroatischen Ustascha und die Nazis gekämpft haben. Teilweise ist der Gedenkort mit Graffiti bedeckt, die eine klare politische Aussage gegen diesen Gedenkort haben. Da der Gedenkort auch mitten im kroatischen Teil der Stadt liegt, ist es vielleicht nicht mehr verwunderlich, warum dieser so vernachlässigt wird und die Vegetation langsam, aber sicher überhandnimmt.
Nichtsdestotrotz ist das Denkmal ein beeindruckender Ort und könnte auch schon fast als Lost Place bezeichnet werden. Von der Alten Brücke dauert es vielleicht 30 Minuten zu Fuß bis hierhin, aber ich fand es auch ganz interessant, mit diesem Fußweg aus dem touristischen Mostar etwas herauszukommen. Wie an vielen anderen Punkten in der Stadt ist die Aussicht von hier ebenfalls sehr, sehr gut!

Katholische Kirche & Franziskanerkloster
Die katholische Kirche ist etwa 10 Minuten zu Fuß von der Alten Brücke entfernt auf der kroatischen Seite der Stadt. Von innen beeindruckt sie durch ihre gelb-roten Malereien und die farbigen Fenster. Angeschlossen an die Kirche ist auch ein Franziskanerkloster, wobei ich mir nicht sicher bin, ob auch dieses besucht werden kann. Ich habe es nach einem langen Tag Sightseeing ausgelassen.
Kriegsnarben
Vor allem im östlichen Teil der Stadt finden sich viele ausgebombte und von Einschusslöchern übersäte, teilweise einsturzgefährdete und nur noch von Stützen getragene Gebäude. Die Natur hat sich Stück für Stück die Gebäude zurückerobert, und es ist nicht selten, dass diese nun von innen ganz grün sind und Bäume aus dem (nicht mehr vorhandenen) Dach herausragen. Einige Gebäude sind von außen durch Zäune oder Holzvertäfelungen abgesperrt, andere können noch frei betreten werden, auch wenn ich das nur bedingt empfehlen würde. Diejenigen, in die ich ein wenig reingelukt habe, rochen doch stark nach menschlichen Exkrementen.
In der Marsala-Tita-Straße nahe der Altstadt sind einige dieser Gebäude zu sehen, zusätzlich noch am Spanischen Platz auf der kroatischen Seite. Ansonsten würde ich einfach ein bisschen wild durch die Stadt laufen und gucken, was ihr so seht.

Museen
Wer vorher nicht in Sarajevo in einem der hervorragenden Museen war, sollte das in Mostar auf jeden Fall nachholen; auch dort gibt es eine Auswahl an interessanten und informativen Museen. Aber auch wenn in Sarajevo das ein oder andere Museum schon besucht wurde, lohnt sich ein Besuch alleine deshalb, um die Stadt besser zu verstehen.
Museum des Krieges und Opfer des Genozids
Eintritt 10 KM
Dieses Museum beleuchtet, wie der Name schon sagt, die Balkankriege mit einem speziellen Fokus auf Mostar. Auf zwei Stockwerken werden viele Kriegsartefakte, Videos, Briefe und viele Bilder ausgestellt, was das Museum zu einem sehr persönlichen Erlebnis macht. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn man schon ein oder zwei Museen über den Krieg in Sarajevo besucht hat. Auch hier gilt, dass das Museum nicht unbedingt leichte Kost ist und einen schon etwas runterziehen kann. Also danach vielleicht etwas Zeit einplanen, um das Gesehene etwas zu verarbeiten. Das Museum befindet sich auf der bosniakischen Seite Mostars und beleuchtet den Krieg auch aus dieser Perspektive.
War Photo Exhibition
Eintritt 6 KM
Im westlichen Turm der Alten Brücke findet ihr diese kleine Ausstellung, die eindrückliche Schwarzweiß-Fotos des Krieges von einem neuseeländischen Fotografen zeigt. Die Fotos sind künstlerisch und teilweise sehr bedrückend. Einige machen aber auch Mut, und viele zeigen den Mut der Menschen sowie ihren ungebrochenen Willen, auch aus dem Krieg das Beste zu machen.
Bosnaseum
Eintritt 6KM
Ein privates Museum welches nicht nur vom Krieg handelt, sondern auch die Jahrhunderte davor ausführlich beleuchtet.
Hamam Museum
Eintritt 2 KM
Ein sehr kleines Museum in einem alten Hamam (Badehaus). Durch die Ausstellung ist man schnell durch, dafür kostet es auch nur umgerechnet einen Euro und man erfährt dabei etwas über die Traditionen, Bräuche und die Stellung eines Hamams als gesellschaftlicher Treffpunkt in der Vergangenheit.

Geführte Touren
Speziell im Sommer ist Mostar voll mit Touristen, nicht wenige davon aus Deutschland, die in großen Reisebussen das Land bereisen und dem Fähnchen des Guides hinterherlaufend die Stadt erkunden. Das wird wahrscheinlich nicht eure Vorstellung einer informativen und schönen Stadttour, aber generell ist es vielleicht keine so schlechte Idee, sich von einer kundigen Person mehr über die Stadt erzählen zu lassen und etwas tiefer in die Geschichte eintauchen zu können.
Eine gute Möglichkeit ist auf jeden Fall die „Meet The Locals Free Walking Tour“, die zwar nur in den Sommermonaten stattfindet, aber über die typischen Touri-Orte der Altstadt hinaus versucht, das Leben in der Stadt und die bewegte Geschichte der Stadt greifbar zu machen. Am besten kontaktiert ihr die Leute per E-Mail und fragt nach den genauen Terminen: mostatour.com@gmail.com. Bitte beachtet, dass Spenden erwartet werden.
Eine weitere „Free Walking Tour“ bietet Sheva an. Der Treffpunkt dafür ist vor dem Hamam Museum, und Touren finden von Juni bis Oktober täglich zweimal statt: immer um 09:30 Uhr morgens und dann abends um 18:00, 17:00 oder 16:00 Uhr, je nachdem, wie spät oder früh der Sonnenuntergang ist. Die Tour dauert etwa zwei Stunden und deckt viele Aspekte der komplizierten fernen und jüngeren Vergangenheit von Mostar ab, darunter lokale Bräuche, Sprache, Politik, Architektur und Küche. Darüber hinaus erfahrt ihr einige interessante Anekdoten und Geschichten aus der Stadt. Über den Anbieter könnt ihr auch einige weitere interessante Touren buchen. Hier geht’s zu Mostar Free Walking Tours.
Okay, keine wirklichen „Touren“, aber definitiv eine andere Art und Weise, Mostar zu erleben, bietet die Agentur „MostarXAdventures“. Mit dieser könnt ihr zum Beispiel die Neretva runterraften, über der Stadt paragliden (für nur 65 €!) oder wandern gehen. Hier geht’s zu MostarXAdventures.
Die vermutlich einfachste und verlässlichste Art, eine Stadtführung zu buchen, findet ihr beim Anbieter „Get Your Guide“, einer Online-Vermittlungsplattform zwischen Stadtführer*Innen und Tourist*Innen. Ihr habt die Auswahl zwischen vielen verschiedenen Touren, könnt euch im Vorhinein das Feedback von anderen Teilnehmenden durchlesen und die Touren praktischerweise bei der Buchung mit den üblichen Zahlungsmitteln wie PayPal, Kreditkarte oder Sofortüberweisung bezahlen. Die Teilnehmerzahlen sind dabei recht unterschiedlich, und es ist auch möglich, Touren für euch ganz allein zu buchen.
In den folgenden Abschnitten werden Affiliate-Links genutzt, welche mit einem * gekennzeichnet sind. Wenn du auf den Link klickst und eine Buchung tätigst, erhalten wir eine kleine Provision, welche dabei hilft, diese Seite weiter aufzubauen und zu finanzieren. Für dich bleibt der Preis natürlich der Gleiche 🙂 Wir würden uns sehr über deine Unterstützung in Form eines Klicks und einer Buchung freuen!
Unterkunft
Vanlife
Neretva Camping
Wenn ihr mit eurem eigenen Camper unterwegs seid, ist die beste Wahl, um die Stadt zu besuchen, das „Neretva Camping“, etwa 3 km nördlich der Altstadt am Anfang der Marsala Tito-Straße. Der Campingplatz wurde erst vor ca. drei Jahren eröffnet und liegt direkt an der Neretva. Baden ist an einem kleinen Strand möglich. Die Sanitäranlagen sind sehr sauber, der Besitzer freundlich. Für ein Wohnmobil/Camper kostet eine Nacht 15 € und pro Person kommen dann nochmal 5 € dazu.
Hier gehts zum Neretva Campingplatz
Budget
Hostel Nina
Nina betreibt ein schönes Hostel auf der Ostseite der Stadt, etwa 10 Minuten südlich von der Alten Brücke. Das Hostel ist sauber und gepflegt und kann mit ein paar kostenlosen Services aufwarten. Frühstück sowie der Pick-Up-Service vom Flughafen und dem Busbahnhof kosten z. B. nichts. Was will man mehr? Darüber hinaus vermietet Nina übrigens auch Apartments auf der Westseite der Stadt.
Hier gehts zur Hostel-Buchung und hier zu den Apartments
Downtown Hostel
Nur etwa 4-5 Minuten von der Alten Brücke entfernt findet ihr das Downtown Hostel, also quasi mittendrin im Trubel. Dafür geht es im nicht allzu großen Hostel sehr familiär zu, dafür sorgt das Betreiberpaar Sonja und Danijel, die auch die Extrameile gehen, um ihren Gästen bei allem Erdenklichen behilflich zu sein. Die Atmosphäre im Hostel ist deshalb eigentlich immer sehr gut, und schnell kennt man die meisten anderen Leute, die dort gerade leben.
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Studio Dani
Das vielleicht beste Preis-Leistungsverhältnis in der Stadt, wenn ihr ein wenig eure Ruhe haben möchtet, bietet wohl das Studio Dani. Nicht direkt in der Altstadt gelegen, aber auch nur 10-15 Minuten zu Fuß von dieser entfernt, findet ihr das Studio-Apartment in einer netten Nachbarschaft im Westteil der Stadt. Die Besitzer sind sehr freundlich, und das Apartment ist generell absolut sauber, modern, groß und gemütlich!
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Mittelklasse
Villa Park
Hier hat man vom Balkon oder der Hotelterrasse aus einen super Blick auf die Neretva, da das Hotel direkt über dieser gelegen ist. In die Altstadt ist es auch nicht weit. Die Zimmer sind modern ausgestattet mit Klimaanlage, und es wird ein gutes Frühstück angeboten, das dazugebucht werden muss. Dafür sind die Parkplätze auf dem abgezäunten Hotelhof kostenlos. Empfehlung!
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Aldi Apartments
Hehe, alleine wegen dem Namen könnte man hier schon eine Übernachtung buchen, finde ich 😉 Auch hier bekommt man einen schönen Blick auf die Neretva und hat zusätzlich noch einen Pool im Garten, der nach einem vollen Sightseeing-Tag auch abends noch genutzt werden kann. Die Apartments selbst verfügen über eine kleine Küche, ein Badezimmer, Klimaanlage und einen kleinen Wohnbereich. Im Haus gibt es insgesamt fünf Einheiten, nicht alle davon haben einen Balkon.
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Apartments Solis
Sehr modern ausgestattete Apartments im Ostteil der Stadt, ca. 20 Minuten zu Fuß bis ins Zentrum. Die Zimmer sind liebevoll eingerichtet und sehr sauber, es gibt eine Klimaanlage, einen großen Flachbildschirm, eine kleine Küche mit Backofen und Einkaufsmöglichkeiten vor der Tür. Parken ist ebenfalls im Preis inbegriffen.
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Luxus
Hotel Mepas
Wer im Luxus schwelgen möchte, sollte nicht länger suchen und im Hotel Mepas einchecken, dem einzigen 5-Sterne-Hotel der Stadt. In den sehr großen Zimmern gibt es eine Minibar und einen Zimmerservice. Falls das nicht reicht, hat man vom Hotel aus einen direkten Zugang zu einer Shoppingmall. Im Hotel gibt es einen Spa mit Sauna, der ohne Aufpreis genutzt werden kann. Zusätzlich ist zu erwähnen, dass das Hotel stark auf Nachhaltigkeit setzt und nur ca. 5-10 Minuten von der Altstadt entfernt ist. Parken kann man in der Tiefgarage.
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Hotel-Restaurant Kriva Ćuprija
Direkt in der Altstadt an der „Krummen Brücke“ gelegen, kann man in Mostar eigentlich nicht zentraler übernachten. Das gesamte Ambiente des Hotels sowie die Lage am kleineren Fluss Radobolja, der kurze Zeit später in die Neretva mündet, das urige und gute Restaurant sowie die schön eingerichteten Zimmer lassen den Besuch in der Stadt sicher noch um ein weiteres Erlebnis reicher werden.
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Transport
Öffentlicher Nahverkehr
Von und zum Flughafen
Der Flughafen Mostar bietet nur wenige Flüge von und nach Deutschland an (Stand Februar 2022: nur nach Düsseldorf und das auch nur von Juni bis August) und ist allgemein wohl nur für die wenigsten der Weg, wie man nach Mostar kommt, da auch sonst kaum Flüge ins Ausland angeboten werden. Auch wenn es keinen „echten“ Shuttle-Bus gibt, kann der Flughafen trotzdem mit dem öffentlichen Bus erreicht werden. Die Linien 28 und 29 fahren z.B. vom Spanischen Platz in der Stadtmitte (Westseite der Neretva) dorthin. Dafür steigt man in Ortijes aus und läuft von dort ca. 15 Minuten zum Flughafen. Vielleicht könnte man die busfahrende Person fragen, ob diese einen direkt an der Straße zum Flughafen rauslässt. Könnte klappen. Ich weiß, diese Option ist allgemein nicht die attraktivste, aber die gute Nachricht an der ganzen Sache: Der Flughafen ist nur etwa 8 km vom Stadtzentrum entfernt und ein Taxi sollte weniger als 10 € kosten.
Bus
Mostar ist keine sonderlich große Stadt und die meisten Ziele, die für Touristen interessant sind, könnt ihr problemlos aus der Innenstadt zu Fuß erreichen. Trotzdem gibt es Stadtbusse, die ein überraschend gut ausgebautes Netz bedienen. Eine einfache Fahrt kostet 1,50 KM.
Eine praktische Route für Touristen sind die Linien 10 (Richtung Blagaj), 11 (R. Comori) und 12 (R. Malo Pole / Dom), welche alle drei in Blagaj halten, was ein schöner Tagesausflug von Mostar ist. Da Blagaj in der Zone 2 liegt, kostet die einfache Fahrt dorthin 2,10 KM. Die Busse fahren von der Ostseite Mostars, z.B. von den beiden (lokalen) Hauptbusstationen Zora und Pozoriste.

Taxi
Ein verlässliches Taxi-Unternehmen in Mostar ist „Moj Taxi 1503“, welches zwar den gleichen Namen trägt, aber nicht mit der Taxi-App in Sarajevo verbunden ist („moj Taxi“ bedeutet einfach „Mein Taxi“). Ihr erreicht das Unternehmen unter +387 (0)63 1503 00. Die Anfahrt ist umsonst, eine Fahrt kostet aber mindestens 3 KM (für 2 km), danach kostet jeder weitere Kilometer 1,20 KM. Zusätzlich kostet eine Stunde (z.B. Wartezeit) 18 KM oben drauf. Für alle Fahrten, die weiter als 100 km lang sind, ist die Rückfahrt gratis.
Fernverkehr
Innerhalb Bosnien-Herzegowinas
Fernbus
Genau wie Sarajevo hat auch Mostar zwei Busbahnhöfe, einen auf der kroatischen Seite und einen auf der bosniakischen. Für die meisten Ziele werden allerdings beide Busbahnhöfe angefahren. Der Busbahnhof auf der bosniakischen Seite befindet sich direkt am Bahnhof und ist etwa 20 Minuten zu Fuß nördlich der Alten Brücke gelegen. Der westliche Busbahnhof ist etwas weiter entfernt, ca. 30 Minuten zu Fuß, ebenfalls nördlich der Alten Brücke, aber diesmal natürlich auf der Westseite der Neretva.
Busverbindungen gibt es von Mostar ins ganze Land. Einige Beispiele:
Ziel | Frequenz | Dauer | Preis |
Sarajevo | ca. 14 täglich | 2,5-3,5 Std. | ca. 12€ |
Trebinje | 1x täglich | ca. 3,5 Std. | ca. 9€ |
Banja Luka | 1x täglich | ca. 5,5 Std. | ca. 13€ |
Tuzla | 2x täglich | ca. 6 Std. | ? € |
Viele Busse innerhalb Bosniens-Herzegowinas könnt ihr bequem bei Get by Bus finden und buchen.
International
Von Mostar ins benachbarte Ausland zu fahren und die Busse zu buchen, ist einfacher denn je, da der euch aus Deutschland bekannte Flixbus auch Mostar ansteuert. Die Buchung ist genauso wie bei Flixbusfahrten in Deutschland über die Homepage möglich, und das Streckennetz deckt die gängigsten Ziele in den Nachbarländern ab. Beachtet dabei, dass die Fahrten häufig von einem Kooperationspartner von Flixbus ausgeführt werden und die Busse daher nicht unbedingt die typische grüne Flixbus-Farbe haben und auch nichts von Flixbus daraufsteht. Trotzdem entsprechen die Busse normalerweise dem recht hohen Flixbus-Standard und sind zuverlässig.
Ziel | Frequenz | Dauer | Preis |
Dubrovnik | 4x wöchentlich, in der Saison täglich | 3:15 | 16€ |
Split | 3x wöchentlich, in der Saison häufiger | 3:55 | 19€ |
Belgrad | Täglich | 10:55 | 32€ |
Novi Sad | Täglich | 11:45 | 36€ |
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Kotor | 2x täglich | 6,5-9,5Std. | 23-33€ |
Herceg Novi | 1x täglich | 5:20 | 29€ |
Restaurants
Gutes Essen zu finden, ist in Mostar nicht schwierig. Vor allem in der Ecke rund um die Alte Brücke gibt es viele super Restaurants. Lasst euch nicht davon abschrecken, dass diese größtenteils auf Touristen ausgelegt sind. Die Preise und die Qualität sind trotzdem sehr gut!
Cevabzinica Tima-Irma | Bosnisch
Wenn ihr Locals in Mostar fragt, welches Restaurant ihr besuchen solltet, wenn ihr traditionell bosnisch essen gehen möchtet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese euch das Tima-Irma empfehlen. Bereits seit über 30 Jahren bereitet das Mutter-Tochter-Kochduo Tima und Irma die vermutlich besten Cevapi der Stadt zu. Auf der Karte stehen dabei im Allgemeinen nur eine gute Handvoll Gerichte, was ja ebenfalls meistens ein positives Zeichen ist. Ihr findet das Restaurant nur einen Steinwurf entfernt von der Alten Brücke auf der Westseite.

Restaurant Sadrvan | Bosnisch
Fast unmittelbar neben Tima und Irma ist das Restaurant Sadrvan, wo euch die Bediensteten in traditionellen Gewändern empfangen. Der Innenhof und auch das Restaurant selbst sind traditionell gestaltet und haben ein sehr schönes Ambiente. Die Spezialität des Hauses ist Jadrak, Hackfleisch in Weinblättern. Es gibt auch einige vegetarische Optionen! Auch hier können die Preise absolut überzeugen.
Restaurant Bella Vista | Bosnisch
Das Essen ist hier vielleicht nicht ganz auf dem gleichen Level wie in den beiden vorher erwähnten Restaurants (aber trotzdem gut!), aber das macht das Restaurant mit seiner Außenterrasse mit Blick auf die Alte Brücke wieder wett. Vielleicht ist das der beste Platz, um einen langen Sightseeing-Tag ausklingen zu lassen und einen schönen Blatina (ein herzogowinischer Rotwein aus der Region) zu trinken.
Food House | Bosnisch, Mediterran, Vegetarisch
In Mostar gibt es leider kein rein vegetarisches oder veganes Restaurant, weshalb das Food House für Veggies wohl die beste Wahl ist. Hier gibt’s Falafel (sehr gut, aber ein bisschen teuer), einen Veggie-Teller, Biriyani, Veggie-Burger oder Auberginen-Salat. Für die Carnivoren stehen bosnische Grillspezialitäten, Fisch, Burger und verschiedene Pasta auf dem Menü.
Cafe de Alma | Kaffee
Das kleine Café ist ebenfalls nur zwei Minuten von der Alten Brücke entfernt, aber trotzdem kann man hier dem Touri-Trubel nebenan sehr einfach entfliehen. Der Besitzer oder ein anderer Mitarbeiter erzählen gerne etwas über die bosnische Kaffeekultur und wie diese zelebriert wird. Dabei merkt man den Leuten hier ihre Leidenschaft für das Getränk regelrecht an. Der servierte Kaffee wird hier übrigens selbst geröstet und gemahlen. Absolut empfehlenswert!
Nachtleben
Alleine wegen der Größe der Stadt ist das Nachtleben in Mostar natürlich nicht mit dem in Sarajevo zu vergleichen, aber trotzdem gibt es hier einige nette Bars und Clubs, die es nicht schwierig machen, eine lange Nacht zu verbringen. Die meisten der hier aufgeführten Bars sind übrigens nicht direkt in der Altstadt, sondern im westlichen Teil der Stadt.
Rebels Pub
Bester Pub Mostars?! Hier hat es mir so gut gefallen, dass ich sogar zwei Tage hintereinander herkam 😉 Während des Tages kann man hier auch ganz gut Kaffee trinken, abends ist dann eher Bier angesagt. Das etwas alternative Ambiente ist ziemlich cool, ebenso das Publikum. Die Bar ist auf jeden Fall bei Studierenden in ihren 20ern beliebt. Auf den Tischen ist übrigens ein Schachbrett gedruckt, falls ihr das Spiel mögt, und Essen (typisches Kneipenessen, würde ich sagen) gibt’s auch.
Shanklys Pub
Lasst euch von der riesigen Bitburger-Werbung vor dem Laden nicht aufhalten, hier ist es ebenfalls möglich, einen netten Kneipenabend zu verbringen. Das gilt vor allem, wenn ihr mit Fußball und, besser noch, dem Liverpool FC sympathisiert. Namensgeber des Pubs, Bill Shankly, ist übrigens als Trainer in den 70ern zur Vereinslegende des LFC geworden. Wer möchte, kann hier dazu auch einen „Klopp on the Kop“-Burger essen. Aber auch wenn kein Fußball läuft, ist hier immer gut was los und häufig gibt’s Live-Musik.
Craft Beer Garden Imaimoze
„Resist Corporate Beer!“ steht in großen Lettern auf der Wand vor dem Lokal, und damit könnt ihr euch sicher denken, dass es sich hier um eine kleine Mikrobrauerei mit Biergarten handelt. Hier könnt ihr zwischen einigen Bieren vom Fass wählen, die ihr auch probieren könnt, bevor ihr euch endgültig für eines entscheidet. Oder euch mit Flaschenbieren der Hausmarke „Oldbridz“ eindecken, z.B. mit dem leckeren Bananenweizen. Für BiH eine absolute Seltenheit: Das Imaimoze ist eine Nichtraucherkneipe und es gibt mexikanisches Essen.
Golden Cube Club
Großer, mainstreamiger Club, der abends immer ein etwas anderes Programm zu bieten hat. Mittwochs ist z.B. immer Studentennacht, am Wochenende gibt’s auch mal Mottopartys. DJs legen ebenfalls häufig auf. Am besten schaut ihr auf der Homepage nach, ob euch das Programm für den Abend zusagt. Homepage

Kultur
In Mostar gibt es eine Handvoll sehr ansprechender Musik-, Kunst- und Kulturfestivals, die, wenn ihr in der Stadt seid, definitiv einen Besuch wert sind. Natürlich ist es aufgrund von Corona immer etwas unsicher, ob diese stattfinden, aber da die meisten Festivals für 2022 schon einen festen Termin haben und meistens auch im Jahr 2021 stattfanden, denke ich, dass das schon klappen wird.
Mostar Summer Fest | 4. – 6.8.2022
Auf dem wohl bekanntesten Musikfestival der Stadt treten in drei Tagen im Sommer die wichtigsten Acts der lokalen Musikszene auf. Von Hip-Hop, Reggae, Funk bis zu Punk und Elektro gibt es ein umfangreiches Programm. Die Mission des Festivals ist es, durch Musik als universelle Sprache alle Menschen zu vereinen und sie zu größerem sozialem Engagement zum Wohle der Gesellschaft zu ermutigen. Homepage
Mostar Street Art Festival | Anfang September
Das Street Art Festival Mostar gibt neuen Talenten die Chance, ihre Kunst auf die Straßen der Nachkriegsstadt zu bringen. Es möchte den öffentlichen Raum neu definieren, verlassene Orte und Ruinen in der Stadt sollen revitalisiert werden, und dabei soll ein Forum entstehen, damit sich Künstler aus der ganzen Welt miteinander vernetzen können. Das Festival existiert seit 2012 und begann mit dem Aktivismus von Jugendlichen aus Mostar, die mehr Positivität in die geteilte Stadt bringen wollen. Auf der Homepage findet ihr übrigens auch eine Karte mit „Murals“, die auf vergangenen Festivals erstellt wurden. Lohnt sich auf jeden Fall, vielleicht mal einen Street-Art-Nachmittag einzulegen und diese abzuklappern!

Mostar Blues & Rock Festival | Mitte September
Seit 2003 gibt es dieses Festival, das es geschafft hat, den unsterblichen Blues auch in Bosnien zu etablieren. Seit 2011 trägt das Festival zusätzlich noch das „Rock“ in seinem Namen und bemüht sich seitdem, an drei Tagen im September auch große Namen aus der Welt des Rocks zu präsentieren, was in den letzten Jahren durchaus gelang. Homepage
OKC Abrašević
Dieser Ort ist die beste Anlaufstelle für Kultur in Mostar außerhalb von Festivals. Das OKC Abrašević ist ein offenes Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen, informellen Gruppen sowie Einzelpersonen und bietet jungen Menschen Raum und Unterstützung bei der Verwirklichung ihrer Ideen. Die geförderten Projekte sollen die Zivilgesellschaft, Kunst und sozialen Zusammenhalt fördern. Nachdem es fast zehn Jahre lang geschlossen war, wurde es 2003 dank eines Netzwerks von nichtstaatlichen Jugendverbänden, die ursprünglich um das MIF herum gegründet wurden, wieder zum Leben erweckt. Die Organisation organisiert Konzerte, Theateraufführungen, Kunstausstellungen, Workshops, Filmvorführungen und Lesungen. Der Hauptraum des OKC Abrašević umfasst einen Konzertsaal und eine Bar. Facebook-Seite des OKC mit Terminen und Veranstaltungen.
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