Nationalpark Plitvicer Seen

kroatiens türkisfarbenes naturwunder

Inhalt

Um diesen Nationalpark hat sich in den letzten zehn bis 15 Jahren ein regelrechter Hype entwickelt, der dafür gesorgt hat, dass Besuchende aus ganz Europa mittlerweile in Scharen hierherkommen. Das mag auf den ersten Blick etwas überraschen, da sich die Plitvicer Seenkette eigentlich nicht an der sonst so üblichen Touri-Route entlang der Adria und auf den Inseln des Landes befindet, sondern in einer sehr abgelegenen und (im Vergleich zur Küste) unterentwickelten Region nahe der Grenze zu Bosnien-Herzegowina. Das überrascht aber auch nur kurz, denn beschäftigt man sich genauer mit dem, was hier auf einen wartet, merkt man schnell, warum sich ganze Touristenhorden täglich auf einen mehrstündigen Bustrip ins Hinterland einlassen: Die Plitvicer Seen sind ein einmaliges Naturspektakel, das in dieser Form seinesgleichen sucht. Ganz objektiv sind die Plitvicer Seen tatsächlich ein aussichtsreicher Kandidat für den Titel des weltweit größten „Wasserfall-Netzwerks“.

Aber es heißt ja Plitvicer Seen Nationalpark, und deshalb sollen die hier auch nicht zu wenig gelobt werden. Eine ganze Perlenkette kristallklarer Seen reiht sich durch die gebirgige Landschaft und teils steilen Schluchten, welche sich über Wasserfallkaskaden miteinander verbinden und ein großes Netzwerk an Wanderwegen, Biketrails sowie Boots- und Bimmelbahntouren bereithalten.

Es klingt jetzt vielleicht so, als wären diese Wasserfälle erst vor ein paar Jahren entdeckt worden, als ein alter kroatischer Schäfer plötzlich staunend vor ihnen stand. Das ist aber natürlich nicht so – der Nationalpark war schon vor über 100 Jahren ein beliebtes Ausflugsziel und wurde bereits 1979, zusammen mit der Altstadt von Dubrovnik und dem Diokletianpalast in Split, zur ersten Welterbestätte des Landes (ich würde sagen, passt auch in dieser Reihenfolge ganz gut). Der Boom startete allerdings wirklich erst vor etwa 20 Jahren, als sich viele westliche Touristen nach den Kriegen wieder auf den Balkan trauten und Plitvice gleich mehrere „Preise“ als „Top Destination of the Year XXXX“ gewann und sich einige dieser Reisemagazine oder -verlage mit ihren Lobpreisungen quasi gegenseitig überboten. Dass Plitvice ganz sicher der schönste Ort dieser Welt sein müsste, darüber waren sich alle einig. Wenn nicht gar des Universums! Lustig ist, dass einige dieser Marketing-Agenturen Plitvice selbst im Jahr 2023 noch als „Top Destination away from the crowds“ bewerben. Ich lach mich tot 😉

vojtila from pixabay.com
Photo credit: vojtila from pixabay.com

Denn mit dieser ganzen euphorischen Berichterstattung war schnell auch die Stille und Ursprünglichkeit des eigentlich so magischen Ortes ruiniert. Naja, so halb zumindest. Denn im Hochsommer würden mich hier keine zehn Pferde hinbringen können, so stark sind die Touristenströme mittlerweile. Und trotz der exorbitanten Eintrittspreise ist der Park im Juli und August eigentlich auch jeden Tag ausverkauft. Klingt merkwürdig für einen Nationalpark? Find ich auch. Aber ist halt so, ihr müsst euch zwangsläufig mindestens einen Tag im Voraus online ein Ticket kaufen (oder euren Trip über eine geführte Tour organisieren) und euch dann in langen Schlangen, inmitten Selfies machender Pauschaltouristen, im atemberaubend langsamen Tempo durch den Park drängeln. Klingt nicht so gut? Find ich auch. Zumal der Park auch tatsächlich und ganz wirklich im Sommer am unansehnlichsten ist, da die Wasserfälle kaum Wasser führen. 

Hässlich ist er natürlich trotzdem nicht, aber seht zu, dass ihr im Frühjahr kommt, wenn die Wasserpower am höchsten ist, oder im Herbst, wenn sich die Bäume in tausend Farben kleiden und den Park noch einmal in ganz anderem Licht erscheinen lassen. Selbst der Winter kann seinen ganz eigenen Reiz haben, vor allem wenn Schnee liegt, aber da sind leider nicht alle Teile des Parks geöffnet.

Zusammenfassend: Plitvice ist wunderschön und unter den richtigen Bedingungen ganz sicher einer der schönsten Orte Europas. Aber damit diese Bedingungen gegeben sind, solltet ihr, wenn irgend möglich, nicht im Hochsommer dorthin fahren!

Hinweis zu den Fotos in diesem Artikel:
Die Bilder in diesem Guide stammen nicht von meinem persönlichen Besuch im Plitvicer Seen Nationalpark. Aufgrund der Richtlinien des Nationalparks ist die Nutzung eigener Fotos nur mit einer kostenpflichtigen Genehmigung erlaubt, was ich damals nicht wusste, deshalb nicht habe und meine Fotos daher nicht verwenden darf. Daher verwende ich hier lizenzfreie und gemeinfreie Fotos, die die Schönheit des Parks dennoch authentisch wiedergeben.

Facts

Gründung des Nationalparks

1949

Unesco-Welterbestätte

1979

Fläche

296km² (etwa so groß wie Leipzig)

Besucher*Innen

ca. 1,8 Mio pro Jahr (vermutlich nun mehr)

Höchster Gipfel

Seliški Vrh (1279m)

Niedrigster Punkt

Korana Canyon (379m)

Höchster Wasserfall

Veliki Slap (78m)

Anzahl an Seen

16

Flora

1267 Pflanzenarten aus 109 Gattungen

Fauna

50 Säugetierarten

12 Amphipienarten

157 Vogelarten

Geschichte

Geographisch gesehen liegen die Plitvicer Seen seit Jahrhunderten an wichtigen Handelswegen, die Zentral- und Westeuropa mit dem östlichen Teil des Kontinents verbanden. Daher haben sich schon früh Menschen direkt an den Seen angesiedelt, welche sicher auch die Schönheit des Gebiets zu schätzen wussten, die Seen aber eher als Zweck zum Überleben nutzten.

Wie vor nicht einmal dreißig Jahren lag die Region auch vor etwa 500 Jahren in einem Grenzgebiet zwischen dem Osmanischen Reich und dem katholischen Kroatien. 1538 ließ der damalige kroatische König Ferdinand I. hier erstmals eine Militärgrenze errichten, was die Region für die nächsten Jahrhunderte jedoch nicht sicherer machen sollte. Spitzname des Gebietes war in dieser Zeit übrigens „Hortus Diabolus“, also Garten des Todes. Während die Osmanen es immer wieder schafften, das Gebiet für eine gewisse Zeit einzunehmen, fiel es im Jahr 1788 an die österreichisch-ungarische Habsburgermonarchie. Ab dem Jahr 1805 gab Napoleon hier ein kurzzeitiges Gastspiel, bis die Region schließlich bis zum Ersten Weltkrieg unter der Verwaltung Österreichs stand.

Das erste Hotel an den Seen eröffnete bereits im Jahr 1861, und 1888 wurden die ersten touristischen Wege angelegt. Dies geschah aufgrund eines Besuchs der Töchter des österreichischen Kaisers Franz Joseph I., und bemerkenswerterweise tragen zwei Wanderwege im Park auch heute noch die Namen „Štefanijin put“ bzw. „Dorotejin put“ (put = Weg).

Photo Credit: Leo Wehrli, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Nach dem Zweiten Weltkrieg, nun Teil des titoistischen Jugoslawiens, wurde hier 1949 der erste Nationalpark im südöstlichen Europa gegründet. In den folgenden Jahrzehnten erlebte der Park dann den ersten richtigen touristischen Aufschwung, was vor allem der verbesserten Infrastruktur, die ihn leichter erreichbar machte, zu verdanken war. 1979 folgte die Aufnahme ins UNESCO-Welterbe, zusammen mit Dubrovnik und Split, als erste Welterbestätten in der damaligen Teilrepublik Kroatiens im ehemaligen Jugoslawien.

Die Entwicklung erreichte ein Ende, als serbische Aufständische in der damaligen jugoslawischen Teilrepublik Kroatien die Republika Srpska Krajina ausriefen, eine international nicht anerkannte Serbenrepublik auf offiziell kroatischem Gebiet. Während der Balkankriege kam es im Gebiet des Nationalparks zu heftigen und blutigen Kämpfen. Vieles der bereits vorhandenen Infrastruktur wurde dabei zerstört, und die UNESCO sah sich gezwungen, den Park auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbestätten zu setzen. Nach Beendigung des Krieges wurden Minen im Park jedoch als erstes geräumt, sodass dieser bereits ab 1998 wieder seine Pforten für Besuchende aus aller Welt öffnen konnte.

Orientierung

Wenn man das erste Mal in den Nationalpark reisen möchte und sich mit der konkreten Planung des Trips beschäftigt, kann dies auf den ersten Blick ein bisschen überfordernd wirken, da der Park durch seine geografischen und geologischen Gegebenheiten doch ein wenig unübersichtlich ist. Aber keine Bange, so schwer ist das gar nicht, und ich leite euch durch die verschiedenen Zonen und zeige euch alle möglichen Optionen auf, die ihr bei einem Besuch habt.

Die insgesamt 16 Seen im Nationalpark kann man sich am besten wie eine Perlenschnur vorstellen, wobei verschieden große Perlen die Seen darstellen. Diese sind jeweils über einen kleinen, meist sehr kurzen Faden miteinander verbunden, welcher in der Realität häufig Wasserfälle oder Kaskaden sind. Die 16 Seen ergießen sich dabei von den höhergelegenen Seen in die jeweils niedriger gelegenen, so als ob der obere See durchgängig am Überlaufen ist und an einer Seite einen Ausguss besitzt, durch den das Wasser entkommen kann. Der Nationalpark wird in zwei verschiedene Abschnitte aufgeteilt: die zwölf „Oberen Seen“ und die vier „Unteren Seen“, wobei der letzte der vier Seen streng genommen gar kein See ist, sondern der Korana-Fluss. Zum besseren Verständnis der Topographie des Parks findet ihr hier eine anschauliche Grafik dazu.

Photo Credit: Dennis G. Jarvis, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Es gibt zwei offizielle Eingänge in den Nationalpark, welche sich beide direkt an der Straße D429 befinden, die den Nationalpark in nordsüdlicher Richtung durchquert. Der beliebteste Eingang („Ulaz 1“ [14]), an dem auch die meisten Tourgruppen in Minivans und die Flixbusse ankommen, befindet sich nahe der unteren Seen im nördlichen Teil des Parks. Von hier aus kommt man gut zum größten Wasserfall im Park, dem Veliki Slap. Auch starten dort die beliebtesten Wanderrouten. Dieser Eingang ist aber logischerweise auch der beliebteste und überlaufenste des Parks.

Eingang zwei („Ulaz 2“ [15]) liegt 3,5 km südlich von Eingang 1. Es ist gut möglich, dass ihr, falls ihr mit einem größeren Reisebus unterwegs seid, hier abgesetzt werdet, aber keine Bange, das ist kein Problem, und ihr werdet auch von dort aus problemlos die wichtigsten Spots in ein paar Stunden sehen können. Der Ulaz 2 liegt nahe an der Fähre über den Kozjak-See, welche für alle Besuchenden kostenlos ist. Und wer rund um die oberen Seen wandern möchte, ist am Eingang 2 auch besser aufgehoben.

Beide Eingänge werden durch den „Panorama-Bus“ kostenlos miteinander verbunden; die Fahrt dauert gerade einmal 10 Minuten und ist ebenfalls im Eintrittspreis inbegriffen.

Anders als der Krka-Nationalpark ist der Plitvicer Seen-Nationalpark leider nicht sehr rollstuhlfreundlich. Vom Eingang 1 ist es problemlos möglich, zu einem Aussichtspunkt zu gelangen, von dem man den Veliki Slap sehen kann. Der Weg weiter runter zu den Wasserfällen ist nicht zu empfehlen. Aber man kann bei trockenem Wetter einen weiteren Weg oben an der Schlucht entlang nehmen, welcher ebenfalls ein paar nette Aussichten bietet. Insgesamt lässt der Ausbau der barrierefreien Infrastruktur jedoch noch sehr zu wünschen übrig.

Im Nationalpark gibt es einige festgelegte Wanderwege, die mit Buchstaben markiert und gut ausgeschildert sind. Die Wanderwege, die vom Eingang 1 aus starten, sind dabei grün hinterlegt, die Wanderwege vom Eingang 2 in Orange. Bitte beachtet, dass die Wanderwege im Bereich der oberen Seen im Winter (meistens ab dem 1. Dezember und bis in den März hinein) nicht zugänglich sind. Wer also den gesamten Park erwandern möchte, sollte nicht in dieser Zeit kommen. Alle Wanderwege auf einen Blick findet ihr im nächsten Abschnitt.

Highlights

Untere Seen

(1) Veliki Slap

Der Bereich rund um den höchsten Wasserfall des Parks ist der meistbesuchte Abschnitt im gesamten Nationalpark. Vom Eingang 1 aus geht es, immer den anderen Besuchenden nach, einen Fußweg zum Korana-Fluss hinunter. Bereits auf dem Weg dorthin habt ihr mehrmals einen sehr guten Ausblick auf den Wasserfall. Wenn ihr unten angekommen seid, führt euch ein Holzsteg über den Matica-See hinüber an das gegenüberliegende Ufer, von wo es nicht mehr weit bis an den Fuß des Wasserfalls ist.

Antonio Pejić, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Veliki Slap-Wasserfall ist bis zu 78 m hoch und ergießt sich in mehreren Strömen einen steilen Abhang hinunter in den Korana-Fluss, der dort offiziell seinen Anfang nimmt. Gespeist wird der Wasserfall übrigens nicht durch die Oberen Seen, sondern durch den „Plitvica“-Fluss, der hier aus den Bergen im Westen kommend auf das Gebiet der Plitvicer Seen trifft. Der Wasserfall ist die Hauptattraktion des Parks und dementsprechend gut besucht. In der Hauptsaison kann es in dieser Gegend recht frustrierend sein, da man durch die ganzen Touristen nahezu Schlange stehen muss und diese auch einem romantischen Foto vor dem Wasserfall häufig im Wege stehen. Natürlich sollte man sich diesen Wasserfall trotzdem anschauen, wenn man schon mal im Park ist.

Die Wanderwege A, B, C, F, H und K führen alle am Veliki Slap vorbei.

(2) Novakovića Brod

Der letzte See und gleichzeitig der zweitkleinste See der „richtigen“ Seenkette liegt in unmittelbarer Nähe des Veliki Slap. Der Ort, wo der Veliki Slap und die Kaskaden des Novakovića Brod zusammen treffen, wird Sastavci genannt, was so viel bedeutet wie „Zusammenfluss“. Macht Sinn. Der Novakovića Brod ist nur etwa fünf Meter tief. Der Name des Sees kommt von einem gewissen Mann mit Nachnamen Novaković, wobei die Legenden sich nicht einig darüber sind, ob dieser Mann an dieser Stelle von seinem Pferd in den See gestoßen wurde oder ob es sich um einen Bootsbesitzer handelte, der die Leute an dieser Stelle auf die andere Seite geschippert hat.

Valerii Tkachenko, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

(3) Kaluđerovac Jezero

Eigentlich folgen alle Fußwege vom Veliki Slap aus nun dem Westufer des Kaluđerovac in Richtung Süden zur „Velika Kaskade“, der „Großen Kaskade“, die sich am Südende in den See ergießt. Seinen Namen verdankt der See der Legende nach einem einsiedelnden Mönch (auf Kroatisch: „kaluđer“), der vermutlich in der Šupljara-Höhle am Ostufer des Sees lebte und aufgrund seiner großen Weisheit bei Einheimischen sehr beliebt war.

Die Šupljara-Höre an der Ostseite des Sees. Photo Credit:Matjaž Metaj, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

(4) Šupljara-Höhle

Diese Höhle kann betreten und erklettert werden. Etwas mystisch, besonders wenn man in der Nebensaison da ist, kann sie bis nach oben bestiegen werden. Die Treppenstufen sind dabei manchmal ziemlich rutschig. Die Höhle war einer der Drehorte der Winnetou-Filme und stellte im Film eine Höhle am Silbersee dar. Wer ganz nach oben geht, hat von dort eine wunderbare Aussicht hinunter auf die Kaskaden und den Canyon. Wem die ganze Plitvice-Tour dann reicht, kann von dort zum Eingang 1 zurücklaufen. Wenn der Nationalpark viel Wasser führt, ist diese Höhle häufig gesperrt.

Photo Credit: Laci30, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

(5) Velika Kaskade

Ein sehr beliebtes Fotomotiv, wo sich der Gavanovac-See in den Kaluđerovac-See ergießt. Den schönsten Blick auf die Kaskaden hat man übrigens nicht direkt von dem vor den Kaskaden vorbeiführenden Steg, sondern vom Oberrand des Canyons. Das unter dem Wasser der Kaskaden liegende „Tufa“-Gestein bringt eine wunderschöne Farbe in das hinunterströmende, glasklare Wasser. Der Holzsteg führt hier wieder an das andere Ufer hinüber, zur…

Photo Credit: Miroslav.vajdic, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

(6) Gavanovac Jezero

Auf der Westseite führt der Wanderweg weiter am Gavanovac-See vorbei, der seinen Namen der Legende nach deshalb trägt, weil irgendwo auf seinem Grund der Schatz eines gewissen Gavans verschollen liegt.

(7) Milanovac Jezero

Der letzte der „Unteren Seen“ wird durch den zehn Meter hohen „Milanovački Slap“ Wasserfall vom Kozjak und damit von den „Oberen Seen“ getrennt. Kurz vor dem Wasserfall führt der Holzsteg wieder auf die Ostseite des Sees zurück. Wer den Holzsteg nimmt, kann ein kleines Stück weiter die Kozjak-Fähre nehmen, die zur Busstation am südöstlichen Ufer des Sees führt. Ihr könnt aber auch auf der gleichen Seeseite bleiben und zu Fuß weiter Richtung südlichen Fähranleger laufen.

Photo Credit: Sietze Kraak, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Seinen Namen trägt der Milanovac entweder zu Ehren eines Schäfers, der in diesem ertrunken ist, oder aufgrund des Müllers „Mile Perišić“, der hier in grauer Vorzeit eine Wassermühle betrieb. Entscheidet selbst, welche Story euch besser gefällt.

(8) Kozjak Jezero

Der Kozjak ist der größte und tiefste See der Plitvicer Seenplatte und vor allem für seine bei Touristen beliebte Fährverbindung bekannt, die den See vom nördlichen Ufer zum südwestlichen Ufer durchquert.

Photo Credit: Falk2, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Durch seine besondere Tiefe von bis zu 48 m erscheint das Wasser des Kozjak besonders schimmernd türkis bzw. dunkelgrün. In der Mitte des Sees befindet sich die 275 m lange und maximal 60 m breite „Stephanie-Insel“, benannt nach der österreichischen Kronprinzessin, die Plitvice im Jahr 1888 besuchte. Leider fährt die Fähre aber nur an der Insel vorbei. Bevor die Fähre an ihrem südwestlichen Endpunkt ankommt, hält sie jedoch noch einmal auf der gegenüberliegenden Seeseite, von wo aus man einen Spaziergang rund um die Kaskaden und kleinen Wasserfälle des…

(9) Gradinsko Jezero

… unternehmen kann. Dies sollte man auf jeden Fall machen! Dies ist vermutlich der schönste Teil der oberen Seen. Die kleinen Kaskaden, die in den Kozjak-See fließen, sind wunderschön und bilden ein nettes Fotomotiv. Highlight ist jedoch zweifellos der Veliki Prstavac-Wasserfall (10), der den Gradinsko-See vom Galovac-See trennt. Mit 28 Metern ist der Veliki Prstavac der zweithöchste Wasserfall im Nationalpark. Fast daneben befindet sich auch der Galovacki Buk (11), der immerhin noch auf 16 Meter Höhe kommt.

Photo Credit: Dennis G. Jarvis, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Der Wanderpfad führt zunächst am nördlichen Ufer des Sees entlang und mitten durch die Kaskaden und den Veliki Prstavac-Wasserfall. Wer möchte, kann von hier nun den Rückweg auf der Teerstraße Richtung Eingang 2 antreten oder weiter zur letzten großen Kaskadengruppe des Parks gehen, was nochmal einen Fußweg von ein paar Kilometern bedeutet. Ich würde empfehlen, auf der nördlichen Seite des Galovac entlangzulaufen, wenn man das vorhat, da dieser Weg später direkt durch das Kaskadensystem entlang des Mala Jezero, Veliki Jezero und des Okrugljak-Sees hindurchführt.

(12) Südwestliche Kaskaden

Hier kann es auch mal etwas unübersichtlich werden, da eine ganze Reihe von Seen aufeinandertreffen, die alle durch verschiedene Kaskaden voneinander getrennt sind. Im Uhrzeigersinn trifft man zunächst auf den Mala Jezero („Kleiner See“), von hier kann man auf einem Holzsteg zwischen dem Veliki Jezero („Großer See“) und dem Jezero Vir („Strudelsee“) hindurchlaufen und erreicht dann den Batinovac-See. Wenn man auch diesen entlang seines südlichen Flussufers umrundet, gelangt man zu einer Picknickstelle am Okrugljak-See, von wo aus die Busse zurück zum Eingang 2 fahren (von dort aus kann man mit dem Panorama-Bus wieder zum Eingang 1 gelangen). Wer möchte, kann natürlich noch weiterlaufen und rund um den Ciginovac-See (auch „Zigeuner-See“ genannt, eine Bezeichnung, die aufgrund ihrer abfälligen Herkunft umstritten ist, da hier ein „Cigani“ beim Fischen ertrunken sein soll). Rund um den Ciginovac-See gibt es Wanderwege, die die Schlucht hinaufführen und eine sehr schöne Aussicht bieten. Wer möchte, kann auch durch die Berge zurück zum Veliki Slap wandern.

Photo Credit: dronepicr, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

(13) Prošćansko Jezero

Der zweitgrößte See des Nationalparks Plitvicer Seen ist gleichzeitig der letzte in der „Perlenschnur“ der Seen. Oder der erste und höchste, je nach Perspektive. Man könnte fast sagen, dass dieser schöne See ein wenig abgetrennt vom restlichen Nationalpark liegt und von den meisten Tourist*innen kaum beachtet wird. Dabei ist gerade dieser See entscheidend dafür, dass es die anderen Seen und den ganzen Nationalpark überhaupt gibt. Der Prošćansko See hat definitiv seinen Reiz. An der Westseite führt ein Wanderweg entlang, auf der Ostseite verläuft eine kleine Straße, die jedoch nur von Mitarbeitenden des Nationalparks befahren werden darf. Die bewaldeten, steilen Hänge, die direkt aus dem See herausragen, und die Stille aufgrund der wenigen Besucher*innen machen den Besuch hier besonders erfrischend. Kurz gesagt: Lasst den Prošćansko nicht links liegen!

Photo Credit: Raffaello, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Aktiv werden: Wandern

Die Parkverwaltung hat insgesamt acht Routen rund um die Seen eingerichtet, die je nach verfügbarer Zeit, Ausdauer und Interesse für jede*n eine passende Route bieten. Vom kurzen, etwa einstündigen Spaziergang bis zur über 20 Kilometer langen Ganztageswanderung ist alles dabei. Wer möchte, kann sich aus den verschiedenen Wanderungen auch eine individuelle Tour zusammenstellen und die verschiedenen Wege kombinieren. Fairerweise muss jedoch auch gesagt werden, dass die verfügbaren Wege direkt an den Seen aufgrund der besonderen Geographie der Seen ein wenig vorgegeben sind. Wenn ihr den längsten Pfad wählt, seid ihr fast alle Wege direkt an den Seen einmal abgelaufen.

Beachtet auf jeden Fall, dass nicht alle Routen ganzjährig geöffnet sind. Die Wege C, E, H und K, also alle Routen, die entlang der oberen Seen verlaufen, sind im Winter gesperrt. Als Winter gelten im Nationalpark die Monate vom 1. November bis 31. März. Wer also alle Seen erwandern möchte, sollte seinen Besuch außerhalb dieser Zeit planen. Die „grünen“ Wanderwege beginnen übrigens allesamt am Eingang 1 und die „orangen“ am Eingang 2.

Ihr könnt die Wanderwege als .gpx-Datei herunterladen und vor Ort der Route dann ganz einfach am Handy folgen. Meine bevorzugte App dafür ist die Rother Wanderapp, wo ihr die Datei einfach importieren könnt.

Wanderweg Grünes A

– Länge: ca. 3500 m
– Dauer: 2-3 Stunden
– Ganzjährig geöffnet
Download des Wanderweges als .gpx-Datei

Dies ist der „klassische“ Wanderweg, den nahezu alle Besucher*innen des Nationalparks gehen. Für viele ist dieser Weg oft der einzige Teil des Parks, den sie kennenlernen. Für Besucher*innen mit wenig Zeit, körperlichen Einschränkungen oder Familien mit kleinen Kindern mag dies ausreichend sein, aber alle anderen sollten sich ruhig mehr Zeit nehmen, um den Park noch weiter zu erkunden.

Dieser Weg führt am Veliki Slap (1), dem höchsten Wasserfall Kroatiens und Wahrzeichen des Parks, vorbei. Man sieht außerdem die ersten vier kleineren unteren Seen sowie die Šupljara-Höhle.

Wanderweg Grünes B

– Länge: ca. 4000 m
– Dauer: 3-4 Stunden
– Ganzjährig geöffnet
Download des Wanderweges als .gpx-Datei

Wie Wanderweg A führt auch dieser Weg vom Eingang 1 zum Veliki Slap und von dort an den unteren Seen vorbei. Zusätzlich geht dieser Weg weiter zum Kozjak-See, wo man ein Elektroboot nehmen kann, das einmal quer über den See fährt. Danach ist es nur noch ein kurzer Weg zum Panoramabus, der einen bequem zurück zum Eingang 1 bringt. Da sowohl das Boot als auch der Panoramabus im Eintrittspreis enthalten sind, lohnt es sich für die meisten Besucher*innen, diese kleine Erweiterung des Wanderwegs A hinzuzufügen.

Wanderweg Grünes C

– Länge: ca. 8000 m
– Dauer: 4-5 Stunden
– Nicht ganzjährig geöffnet

Dieser Wanderweg folgt zunächst der Route der beiden vorherigen Wege bis zur Fähre. An der Haltestelle P2 steigt man aus (diese wird im Winter nicht angefahren) und folgt einem etwa 4 km langen Weg entlang der Ostseite der oberen Seen bis zum Panoramabus-Haltepunkt St 3. Von dort aus kann man bequem zurück zum Eingang 1 fahren. Diese Route ist ideal für Besucher*innen mit wenig Zeit, die trotzdem die Hauptsehenswürdigkeiten des Parks sowie die kleineren Seen und Wasserfälle im oberen Teil erleben möchten – besonders geeignet für Reisende, die eine Tagestour mit dem Bus aus Zadar oder Zagreb gebucht haben

Wanderweg Oranges E

– Länge: ca. 5000 m
– Dauer: 2-3 Stunden
– Nicht ganzjährig geöffnet
Download des Wanderweges als .gpx-Datei

Im Gegensatz zu den vorherigen Routen beschränkt sich dieser Weg auf die oberen Seen, was ihn ideal für alle macht, die den großen Besucherandrang rund um den Veliki Slap meiden möchten. Der Ausgangspunkt ist hier der Eingang 2. Es wird empfohlen, den Weg gegen den Uhrzeigersinn zu gehen, d.h., zunächst das Elektroboot zu nehmen und an der ersten Haltestelle auszusteigen. Von dort führt ein 4 km langer Pfad entlang der Ostseite der oberen Seen zur Panoramabus-Haltestelle St 3. Von hier kann man bequem zurück zum Eingang 2 fahren – was leider bedeutet, dass das Plitvice-Abenteuer hier schon wieder endet.

Wanderweg Oranges F

– Länge: ca. 4600 m
– Dauer: 3-4 Stunden
– Ganzjährig geöffnet

Diese Route ist dem „Grünen B“ sehr ähnlich, startet jedoch am Eingang 2 und führt in umgekehrter Reihenfolge durch den Park. Der Vorteil hierbei ist, dass das Elektroboot auf dieser Strecke meist nicht so überfüllt ist und man den Veliki Slap am Ende der Wanderung besichtigen kann – sozusagen als Höhepunkt. Der Nachteil ist jedoch, dass man am Ende den Weg zum Eingang 1 und den Bus zurück zum Eingang 2 bergauf statt bergab gehen muss.

Wanderweg Oranges H

– Länge: ca. 9000 m
– Dauer: 4-5 Stunden
– Nicht ganzjährig geöffnet
Download des Wanderweges als .gpx-Datei

Dieser Wanderweg ist eine mittelgroße Tour vom Eingang 2 aus. Vom Parkplatz nehmt ihr den Panoramabus bis zur Station St 3. Von dort wandert ihr entlang der oberen Seen bis zum Anlegeplatz P2 des Elektroboots. Mit dem Boot überquert ihr eine Station lang den Kozjak-See zur Anlegestelle P3. Ab hier führt der Weg zu den Hauptwasserfällen und entlang der unteren Seen. An der Panoramabus-Station nehmt ihr den Bus zur Station St 2 und schließlich zurück zum Eingang 2.

Wanderweg Grünes und Oranges K

– Länge: ca. 16000-17000 m
– Dauer: 6-8 Stunden
– Nicht ganzjährig geöffnet
Download des Wanderweges als .gpx-Datei

Dies sind die längsten Wanderwege des Parks und umfassen alle Wege rund um die Seen. Diese Ganztagestour ist die eindrucksvollste Art, das gesamte Seengebiet kennenzulernen. Für Touren, die nur einen Tag im Park vorsehen, könnte es allerdings zeitlich eng werden, die komplette Strecke zu laufen, ohne hetzen zu müssen. Da es sich um Rundkurse handelt, kann man entweder beim Eingang 1 oder 2 starten, wobei die Strecke ab Eingang 2 etwa einen Kilometer länger ist.

Auf diesen Wegen sind die Elektroboote und Panoramabusse tabu, ihr umrundet das gesamte Seengebiet (abgesehen von der kurzen Bootsfahrt von P1 nach P2). Diese Tour ist ideal für alle, die den Park in seiner Gänze und ausgiebig erleben möchten.

Aktiv werden: Fahrrad fahren

Im Nationalpark Plitvice ist Radfahren zum Schutz der Flora und Fauna direkt an den Seen nicht gestattet. Allerdings gibt es einige schöne Fahrradrouten in den umliegenden Gemeinden „Plitvicka Jezera“, Rakovica und Vrelo Korenicko. Eine Übersicht zu diesen Rad- und Wanderwegen findet ihr auf der offiziellen Webseite des Nationalparks.

Praktisches

Eintritt

Die Eintrittspreise variieren je nach Jahreszeit. In der Hochsaison von Juni bis September sind die Preise am höchsten und liegen bei etwa 40 €. Von November bis März, wenn die oberen Seen und ein Großteil des Nationalparks geschlossen sind, sind die Preise günstiger.

Beachtet, dass die Anzahl der Besucher*innen begrenzt ist und Tickets im Sommer oft ausverkauft sind. Es empfiehlt sich daher, Tickets im Voraus online zu kaufen, um sicher einen Platz zu bekommen. Tickets können auf der offiziellen Webseite des Nationalparks gekauft werden: Hier!

Kategorie

01.11. – 31.03.

01.04. – 31.05.

01.10. – 31.10.

01.06. – 30.09.

A*

B*

Erwachsene

10,00€

23,00€

40,00€

25,00€

Studenten

6,00€

14,00€

25,00€

15,00€

Kinder (7-18 J.)

4,00€

6,00€

15,00€

9,00€

– Kinder bis sieben Jahre haben immer freien Eintritt.

– Preise (01.06. – 31.08.):
– Preis A gilt bei Eintritt bis 16:00 Uhr.
– Preis B gilt nach 16:00 Uhr.

– Preise (01.09. – 30.09.):
– Preis A gilt bei Eintritt bis 15:00 Uhr.
– Preis B gilt nach 15:00 Uhr.

Auf der offiziellen Webseite des Parks sind auch Zweitageskarten erhältlich, die etwa 50% teurer sind als die Eintageskarten. Zum Beispiel kostet die Zweitageskarte für Erwachsene in der Hauptsaison 60 €.

Öffnungszeiten

Beachtet, dass die Öffnungszeiten sich darauf beziehen, wann ihr euch im Park aufhalten dürft. Die Kassenhäuschen und Eingänge schließen jeweils zwei Stunden vor dem offiziellen Parkschluss, was bedeutet, dass ihr in dieser Zeit nicht mehr in den Park gelangen könnt.

 

Untere Seen

Obere Seen

Januar

08:00 – 16:00 Uhr

Geschlossen

Februar

08:00 – 16:00 Uhr

Geschlossen

März

08:00 – 16:00 Uhr

Geschlossen

April

08:00 – 19:00 Uhr

08:00 – 19:00 Uhr

Mai

08:00 – 19:00 Uhr

08:00 – 19:00 Uhr

Juni

07:00 – 20:00 Uhr

07:00 – 20:00 Uhr

Juli

07:00 – 20:00 Uhr

07:00 – 20:00 Uhr

August

07:00 – 20:00 Uhr

07:00 – 20:00 Uhr

September

07:00 – 19:00 Uhr

07:00 – 19:00 Uhr

Oktober

08:00 – 18:00 Uhr

08:00 – 18:00 Uhr

November

08:00 – 16:00 Uhr

Geschlossen

Dezember

08:00 – 16:00 Uhr

Geschlossen

(14-15) Eingänge / Tickets

Es gibt zwei offizielle Eingänge zum Nationalpark, beide an der Straße D429, die den Park in nordsüdlicher Richtung durchquert:

(14) Eingang 1 („Ulaz 1“)

Dieser Eingang ist der beliebteste und am stärksten frequentierte. Er befindet sich im nördlichen Teil des Parks, in der Nähe der unteren Seen. Hier erreicht man den größten Wasserfall des Parks, den Veliki Slap. Viele Tourgruppen kommen hier an, und auch Flixbusse fahren diesen Eingang an. Die beliebtesten Wanderrouten starten hier, was den Eingang aber auch zu dem am meisten überlaufenen des Parks macht.

(15) Eingang 2 („Ulaz 2“)

3,5 km südlich vom Eingang 1 gelegen. Wer mit einem größeren Reisebus anreist, wird häufig hier abgesetzt. Keine Sorge, auch von hier aus lassen sich die wichtigsten Attraktionen bequem in ein paar Stunden besuchen. Der Eingang befindet sich nahe der Fähre über den Kozjak-See, die für alle Besucher kostenlos ist. Wenn ihr hauptsächlich die oberen Seen erkunden möchtet, ist Eingang 2 der ideale Ausgangspunkt.

Beide Eingänge sind durch den „Panorama-Bus“ miteinander verbunden. Die Fahrt dauert nur 10 Minuten und ist ebenfalls im Eintrittspreis enthalten.

Sonnen- und Insektenschutz

Wie überall in Kroatien kann es auch hier im Sommer SEHR warm werden. Tragt dementsprechende Kleidung, nehmt ausreichend Wasser mit, nutzt Sonnencreme und achtet darauf, dass ihr etwas auf dem Kopf tragt, um einen Sonnenstich und Sonnenbrand vorzubeugen. Dies gilt vor allem, wenn ihr im Park wandern möchtet.

Ebenfalls wird der Park im Sommer von unzähligen Mücken heimgesucht. Luftige aber lange Kleidung und Insektenspray kann hier helfen.

Naturschutz

Die Plitvicer Seen sind ein Nationalpark. Die gesamte Natur steht daher unter besonderem Schutz und verfügt über eine reiche Tier- und Pflanzenwelt. Respektiert die Natur und hinterlasst keinen Müll. Berührt keine Tiere oder Pflanzen und bleibt auf den ausgewiesenen Wegen, um Schäden an der empfindlichen Umgebung zu vermeiden. Solltet ihr ein Picknick machen wollen, macht dies auf den ausgewiesenen Plätzen.

Anreise

Mit dem Auto

Die Anreise mit dem Auto ist aus allen Himmelsrichtungen sehr schmerzfrei. Der Park liegt direkt an der Regionalstraße D429, und die Straßen dorthin sind gut. Google Maps oder alle anderen Navis werden euch sicher zum Park geleiten. Aus nördlicher Richtung empfiehlt es sich vielleicht, am Eingang 1 zu parken, wenn ihr aus dem Süden kommt, parkt am Eingang 2.

Ohne Auto

Gute Nachrichten! Auch ohne Auto oder eine geführte Tour zu buchen, ist es möglich, die Plitvicer Seen recht komfortabel zu erreichen. Es fährt sowohl Flixbus als auch lokale Arriva-Busse (buchbar über GetByBus). Die Busse halten an zwei Stationen in unmittelbarer Nähe zu beiden Eingängen.

Die Fahrzeiten aus den großen Touri-Hotspots Kroatiens:

Zagreb ca. 2-2,5 Stunden
Zadar ca. 2,5 Stunden
Šibenik ca. 4 Stunden
Split ca. 5,5 Stunden

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Touren

Obwohl der Park doch ein ganzes Stück von den Touristenzentren an der Küste und auch Zagreb entfernt ist, werden im Sommer eintägige Touren dorthin angeboten, die sehr beliebt sind. Diese starten meistens früh am Morgen und beinhalten einen Guide. Praktischerweise muss man sich auch um die Eintrittskarte oft nicht selbst kümmern und spart dabei sogar ein paar Euro, da die Touranbieter die günstigeren Gruppentickets buchen können. Für Leute, die an der Küste oder in Zagreb Urlaub machen, mit dem Flugzeug angereist sind und keinen eigenen Mietwagen haben, sind diese Touren dann oftmals auch die einzige wirklich praktische Möglichkeit, sich den Nationalpark anzuschauen. Dementsprechend beliebt sind die Touren in der Hochsaison dann aber auch, und ich würde euch empfehlen, euch bereits ein paar Wochen vorher Gedanken darüber zu machen, an welchem Tag ihr dorthin fahren möchtet, und die Tour bereits im Voraus online zu buchen.

Allerdings solltet ihr euch auch darüber Gedanken machen, ob eine Tour für euch wirklich Sinn macht. Ihr habt auch die Möglichkeit, ab Split in den Nationalpark zu fahren. Dafür sitzt ihr dann aber insgesamt über 10 Stunden im Bus. Da würde ich von Split aus doch lieber in den Krka-Nationalpark fahren. Empfehlen würde ich euch daher nur, so eine Tour zu buchen, wenn ihr entweder in Zagreb oder an der Küste irgendwo zwischen Rijeka und Zadar untergekommen seid.

Touren aus Zagreb (GetYourGuide*)
Touren aus Zadar (GetYourGuide*)
Touren aus Rijeka (GetYourGuide*)

(16-22) Unterkunft

Wenn ein Parkplatz für den Nationalpark schon 2 € pro Stunde kostet, könnt ihr euch sicher denken, dass auch die Übernachtungsmöglichkeiten keine Schnäppchen sein werden, zumindest nicht in der Hauptsaison. Je früher ihr bucht, desto besser stehen auch eure Chancen, dass ihr noch etwas Bezahlbares findet. Denn solche Unterkünfte gibt es tatsächlich.

Vanlife

Wer ein ruhiges Plätzchen zum Wildcampen in der Nähe des Nationalparks sucht, sollte sich auf jeden Fall sehr, sehr gut verstecken. Kaum eine Gegend Kroatiens wird – auf jeden Fall in der Hauptsaison, aber etwas abgeschwächt in der Nebensaison – so akribisch auf wild stehende Wohnmobile und Camper abgesucht, wie das Gebiet rund um die Plitvicer Seen. Und einmal erwischt, gibt es kein Pardon, und es werden saftige Strafen ausgesprochen. Dafür ist Kroatien ja auch an der Küste bekannt. Dementsprechend würde ich es auf keinen Fall empfehlen, hier frei zu stehen, sondern nach dem Besuch des Nationalparks noch einige Kilometer weiterzufahren, bevor man sich irgendwo hinstellt.

Die gute Nachricht ist, dass sich ein paar Bauernhöfe in der Umgebung darauf eingestellt haben, Wohnmobile zu beherbergen und dafür ihre Höfe geöffnet haben. Oft ist hier eine Online-Buchung nicht möglich, aber ihr erkennt diese an den „Autocamp“-Schildern an der Straße. Die Annehmlichkeiten dort sind allerdings höchst unterschiedlich – zwischen „No-Frills“-Stellplätzen und einem Fast-Campingplatz findet sich alles. Eine andere Möglichkeit gibt es manchmal auf den Parkplätzen bei Restaurants, die einen übernachten lassen, wenn man dort zu Abend isst. In der Hochsaison werden die Parkplätze aber natürlich trotzdem lieber für Autos freigehalten. Offizielle Campingplätze gibt es logischerweise auch, diese sind aber häufig um einiges teurer.

Viele Stellplätze sind im Winter geschlossen!

(16) Bauernhof Poljanak
Dies ist einer der No-Frills-Plätze, auf dem ihr möglichst autark sein solltet. Trotzdem könnt ihr dort Wasser auffüllen und Müll entsorgen (allerdings nicht eure Campingtoilette!), und ein Klo gibt es auch. Mit 15 € pro Nacht eine der günstigsten Möglichkeiten in der Gegend und dazu auch noch eine der nächstgelegenen Optionen zum Eingang 1 des Nationalparks. Für große WoMos über 6,50 m könnte die Anfahrt schwierig oder sogar unmöglich sein. Bevor ihr dort hinfahrt, nehmt mit dem freundlichen Besitzer per WhatsApp Kontakt auf.
Park4Night-Seite des Stellplatzes: Link

(17) Camping Korana
Dieser klassische, große Campingplatz ist bereits seit einigen Jahren einer der Favoriten unter Wohnmobilisten im Gebiet des Nationalparks. Der Campingplatz bietet alles, was man braucht, wie saubere Sanitäranlagen, Strom, Wasser, ein Restaurant und noch ein bisschen mehr: Es gibt einen Shuttleservice zum Nationalpark, sodass man dort nicht noch einmal teure Parkgebühren zahlen muss.
Der Campingplatz ist buchbar über die offizielle Seite des Nationalparks: Link

Budget

(18) Guesthouse Ana & Ljubo | Rastovača
Ana und Ljubos Guesthouse liegt gerade einmal einen Kilometer vom Eingang 1 des Nationalparks entfernt, den man außerdem über einen sehr schönen und schattigen Waldweg erreicht. Zum Frühstück wird gerne auch mal ein Stück Kuchen serviert, wenn man möchte (aber es gibt natürlich auch die anderen „Klassiker“). Das ganze Apartment und auch der Garten laden absolut zum Entspannen ein, und es ist gut möglich, dass es ganz schnell vorkommen kann, dass ihr euch wünscht, ihr hättet mindestens einen Tag länger gebucht.
Hier geht’s zur Buchung: booking.com* 

(19) Guesthouse Štefanija | Poljanak
Ha! Hier wird man gleich mit einem Schnaps begrüßt. Und wenn man den leer hat, wird nachgeschenkt. Und wenn man Glück hat, wird einem danach einfach noch die ganze Flasche für den Rest des Abends hingestellt. Schnaps sollte jetzt nicht als Grund genommen werden, um diese Unterkunft zu buchen, aber es sagt doch einiges darüber aus, wie man hier empfangen wird. Balkan-Gastfreundschaft at its best. Die Unterkunft selber ist einfach, aber sauber und funktional. Bis zum Eingang 1 sind es ca. 5 km.
Hier geht’s zur Buchung: booking.com*

Mittelklasse

(20) Pansion Danica | Rastovača
Nach dem Hotel Jezero vielleicht die nächstgelegene Unterkunft zum Eingang 1 des Nationalparks. Der privat geführten Pension ist auch ein empfehlenswertes Restaurant angeschlossen, und wer möchte, kann hier auch Bogenschießen oder Boccia spielen. Die Zimmer verfügen über einen schönen Balkon mit Blick auf wunderschöne Bergwiesen, Ziegen und Kühe. Die Zimmer sind pikobello, und sein Auto kann man hier auch gut abstellen. Ganzjährig geöffnet!
Hier geht’s zur Buchung: booking.com*

Luxus

(21) Hotel Jezero | Eingang 1
Das wohl bekannteste Hotel am Platz liegt direkt im Nationalpark und wird auch von diesem verwaltet. In 205 Zimmern und 19 Suiten wird hier Wert auf allen erdenklichen Schnickschnack gelegt. Wer sich nach einem anstrengenden Tag im Park in einer Sauna, einem Whirlpool, einem Hamam oder einem Schönheitssalon wieder regenerieren möchte, ist hier an der richtigen Adresse.
Hier geht’s zur Buchung: booking.com*

(22) Antemurale Luxury Rooms | Rastovača
Wer es lieber etwas privater möchte und große Hotels nicht so mag, ist hier an der richtigen Adresse. Ebenfalls sehr nah am Eingang 1 gelegen, sind die Räume sehr stilvoll eingerichtet und bieten ebenfalls eine Sauna. Angeschlossen ist auch hier ein Restaurant, das gute Bewertungen erhält.
Hier geht’s zur Buchung: booking.com*

Weiter geht’s!

Was hast du so bei den Plitvicer Seen erlebt? War dir der Artikel hilfreich bei deiner Planung? Habe ich etwas wichtiges übersehen? Ist ein Eintrittspreis nicht mehr Up-to-Date?  Teile es mir mit und schreib einen Kommentar!

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