Geld & Kreditkarten

Ein kleiner Guide

Inhalt

Ihr seid nicht sooo weit weg von Zuhause, und eigentlich ist es kein größeres Problem, auf dem Balkan die Reisekasse wieder aufzustocken. Allerdings gibt es auch hier einige Dinge zu beachten! Und Leute, die da völlig unbedarft reingehen, werden auf ihren Kontoauszügen wahrscheinlich eine Überraschung erleben. Damit dies nicht geschieht, werde ich in diesem Artikel einige Tipps & Tricks verraten, mit denen ihr teilweise horrende Gebühren, schlechte Umrechnungskurse und Kommissionen nahezu vollständig vermeiden könnt.

Ein paar grundsätzliche Tricks ganz am Anfang, Genaueres zu den Punkten dann im weiteren Artikel:

  • Das Wichtigste: Besorgt euch in Deutschland eine Kreditkarte, die weltweit keine eigenen Gebühren für das Geldabheben berechnet!

  • Nehmt, falls ihr „nur“ einen Urlaub in einem Land macht, das den Euro hat, direkt ausreichend Bargeld aus Deutschland mit oder zahlt nach Möglichkeit so viel wie möglich mit Karte!

  • Wenn ihr Bargeld abhebt, wird euch meistens eine eigene Umrechnung des Abhebebetrags in die jeweilige Landeswährung angeboten. Lehnt das immer ab (der Betrag wird doppelt umgerechnet!) und lasst eure Bank für euch umrechnen! Die Wechselkurse sind IMMER zu euren Ungunsten!

  • Tauscht niemals Bargeld auf der Straße, auch wenn es sich um kleine Summen handelt und euch ein vermeintlich sehr vorteilhafter Wechselkurs angeboten wird!

  • Achtet beim elektronischen Bezahlen in Restaurants und Cafés darauf, dass im Kartenterminal der richtige Betrag eingegeben ist. Ob versehentlich oder nicht: Eine Null zu viel macht einen großen Unterschied!

  • Achtet generell darauf, ob die Preise in der Speisekarte bereits inkl. Mehrwertsteuer und „Service Tax“ ausgewiesen sind. In einigen Ländern ist das nicht Standard!

  • Auch wenn ich das auf dem Balkan noch nie erlebt habe: Achtet darauf, dass die Geldautomaten, an denen ihr Bargeld zieht, vertrauenswürdig aussehen und nicht manipuliert wurden.

Letzte Änderung: Februar 2025

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Die besten Kreditkarten für deine Reisen

Eine Kreditkarte ist das größte Muss, das ihr auf dem Balkan braucht. Je nach eurem Geldinstitut und den abgeschlossenen Konditionen kann eine Abhebung mit eurer „normalen“ Kontokarte richtig teuer werden, vor allem in den Nicht-EU-Ländern. Zusätzlich könnt ihr Bus- und Bahnfahrkarten sowie Eintrittskarten für Events auf dem Balkan zwar häufig auch direkt online buchen, aber in dem Fall oft nur mit einer Kreditkarte bezahlen.
Um den ansonsten entstehenden Kosten zu entgehen, rate ich euch in jedem Fall dazu, dass ihr euch eine Kreditkarte bei einer Bank besorgt, die von sich aus keine weiteren Gebühren für das Geldabheben berechnet. Das kann euch bei jeder Abhebung schon mal gerne 10 € Gebühren sparen und hat zudem den Vorteil, dass ihr auch in Deutschland an jedem Automaten kostenlos Geld abheben könnt. Wenn ihr dann noch einen Anbieter wählt, der auch keine Kontoführungsgebühren berechnet, habt ihr damit exakt gar keine Kosten und nur Vorteile.

Deutsche Kreditbank (DKB)

Ich selber bin seit 2009 ein mehr als zufriedener Kunde der DKB-Bank, habe mein vorheriges Bankkonto mittlerweile aufgelöst und erledige meine gesamten Finanzen nur noch mit der DKB.

Wer ist die DKB?

Die Deutsche Kreditbank wurde 1990 gegründet und ist eine reine Direktbank. Das bedeutet, dass die Bank keinerlei eigene Filialen unterhält, weshalb die Kontaktaufnahme mit der Bank zunächst einmal per Kontaktformular online stattfindet. Für Notfälle gibt es aber auch eine Hotline. Meine Erfahrung mit der DKB ist dabei absolut positiv. Entweder nach wenigen Stunden oder maximal am nächsten Tag wurde auf meine Anfragen reagiert und mir kompetent geholfen.
Interessant finde ich übrigens, dass die DKB eine reine Kundenbank ist, die weder Investment- oder Offshore-Banking noch Vermögensverwaltung betreibt. Somit sollte euer Geld dort auch bei der nächsten Finanzkrise und Bankenrettung sicher sein. 😉

Was bietet die DKB?

Kurz gesagt: ein kostenloses Girokonto inkl. einer Visa-Kreditkarte, mit der man weltweit an Visa-Automaten Geld abheben kann. Die war, als ich mein Konto dort 2009 eröffnet habe, noch komplett kostenlos und an nahezu gar keine Bedingungen geknüpft. Das hieß, wenn ich z. B. auf Bali am Abreisetag noch 5 € gebraucht habe, um ein letztes kleines Souvenir zu kaufen, habe ich mir einfach an jedem beliebigen Geldautomaten mit Visa-Symbol 5 € ohne irgendwelche Gebühren abgehoben. Drei bis vier Jahre später ging das leider nicht mehr – verständlicherweise hat die Bank den Mindestbetrag pro Abhebung auf 50 € angehoben.

Aktivkonto vs. Passivkonto?

In den letzten Jahren hat sich bei der DKB noch ein paar Sachen verändert. Seit Ende 2016 hat die DKB ein Programm eingeführt, durch das das Konto nicht mehr für alle gleichermaßen kostenlos ist. Leider wird nun zwischen Aktiv- und Passivkunden unterschieden.

  • Aktivkunde ist man, wenn man einen monatlichen Geldeingang von 700 € auf das DKB-Konto verzeichnet. Dabei ist es unerheblich, ob der Betrag als Gehaltszahlung auf das Konto eingeht oder ob man ihn sich z. B. selbst vom eigenen Konto überweist – Hauptsache, dies passiert mindestens drei Monate am Stück. Als Neukunde behaltet ihr den Aktivstatus übrigens für die ersten drei Monate kostenlos, was ja durchaus auch für die erste Balkan-Reise ausreichend sein kann.
  • Passivkunde ist man, wenn der monatliche Geldeingang unter 700 € liegt.

Ein weiterer Punkt, der sich in den letzten Jahren bei der DKB verändert hat, ist, dass man bei der Kontoeröffnung keine „echte“ Kreditkarte mehr erhält, sondern nur eine Visa-Debitkarte. Das bedeutet, dass ihr auf dieser ein positives Guthaben haben müsst, um damit bezahlen oder Geld abheben zu können. Das macht an Geldautomaten und bei elektronischen Zahlungen keinen Unterschied, aber ein entscheidender Punkt könnte sein, dass ihr mit der Debitkarte z. B. keine Mietwagen buchen könnt. Falls ihr das vorhabt, müsst ihr bei der DKB eine „echte“ Kreditkarte beantragen, die 2,49 € pro Monat kostet.

Ein Überblick über die Vor- und Nachteile der beiden Möglichkeiten bei der DKB

Fazit

Die DKB ist das Urgestein unter den Reise-Kreditkarten bzw. Konten. Ich bin super zufrieden mit den gebotenen Leistungen. Da sich diese in den letzten Jahren für Neukunden allerdings ein wenig verschlechtert haben, würde ich zu dieser Karte nur raten, wenn ihr auch mindestens 700 € pro Monat Geldeingang auf das DKB-Konto gewährleisten könnt und damit Aktivkunde seid. Oder, falls ihr unter 28 Jahre alt seid, sodass gar keine Kontoführungsgebühren anfallen.

Auch solltet ihr euch überlegen, ob ihr vielleicht ab und zu mal einen Mietwagen buchen möchtet. Falls nicht, ist die kostenlose Debitkarte völlig ausreichend. Falls ja, würde ich euch empfehlen, doch eine andere Bank auszuwählen.

 

Aktivkunde (ab 700 € Geldeingang/Monat)

Passivkunde (unter 700 € Geldeingang/Monat)

Kontoführungsgebühren

0,00 €

4,50 €/Monat (kostenlos für alle unter 28 J.)

Gebühren Geldautomat

Weltweit 0,00 € In Deutschland an allen Automaten 0,00 €

In Ländern mit Euro 0,00 € In Deutschland an allen Automaten 0,00 € In Ländern ohne Euro 2,2 % Umrechnungsgebühr

Art der Kreditkarte

Visa-Debitkarte (echte Kreditkarte kann für 2,49 €/Monat dazugebucht werden)

Visa-Debitkarte (echte Kreditkarte kann für 2,49 €/Monat dazugebucht werden)

Kartenzahlung

Kostenlos

Kostenlos bei Zahlungen in Euro Zahlungen in anderen Währungen 2,20 % Umrechnungsgebühr

Mindestabhebebetrag

50 € (bzw. Gegenwert in Fremdwährung)

50 € (bzw. Gegenwert in Fremdwährung)

Bonitätsprüfung

Debitkarte: geringe Ablehnungsquote Kreditkarte: Schufa-Prüfung

Debitkarte: geringe Ablehnungsquote Kreditkarte: Schufa-Prüfung

PaySol / Hanseatic Bank „Deutschland-Kreditkarte“

Das derzeit wohl attraktivste Angebot für eine neue Kreditkarte bietet PaySol in Zusammenarbeit mit der Hanseatic Bank. Hier erhaltet ihr eine komplett kostenlose Visa-Kreditkarte, mit der ihr weltweit kostenlos Bargeld abheben könnt und für die auch keine Umrechnungsgebühren beim Abheben oder Bezahlen in Fremdwährungen anfallen.

Wer ist PaySol / Hanseatic Bank?

PaySol selbst ist keine Bank, sondern ein Unternehmen, das mehrere Dienstleistungen im Finanzmarkt anbietet. Dazu gehören beispielsweise ein Online-Finanzlexikon oder ein Partnerprogramm im Finanzdienstleistungssektor. Seit 2011 bietet das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Hanseatic Bank die „Deutschland-Kreditkarte“ an. Ausgebendes Unternehmen der Kreditkarte ist die Hanseatic Bank, während PaySol die Karte „brandet“ und eigenständig vermarktet.

Die Hanseatic Bank mit Sitz in Hamburg ist eine Tochtergesellschaft der französischen Société Générale, einer der drei größten Banken Frankreichs. Ursprünglich wurde die Bank im Jahr 1969 gegründet, um die Warenkreditgeschäfte des Otto-Versandhandels zu übernehmen. Seit 1976 ist sie eine sogenannte „Vollgeschäftsbank“. 2005 verkaufte der Otto-Versand, der bis dahin 90 % der Anteile an der Bank hielt, 75 % dieser Anteile an die Société Générale, die die Bank bis heute besitzt.

Was bietet die „Deutschland-Kreditkarte“?

Eine kostenlose Kreditkarte, die mit einem bestehenden Girokonto verbunden ist und mit der ihr im Ausland kostenlos Geld abheben könnt. Die Deutschland-Kreditkarte berechnet keine eigenen Gebühren für das Geldabheben, allerdings können je nach Geldautomat Fremdgebühren anfallen. Trotzdem ist dies aktuell eine der besten Kreditkarten für einen Erst- oder Neuantrag.

Ebenfalls ist diese Kreditkarte eine „echte“ Kreditkarte, also keine Debitkarte, sodass ihr damit auch Mietwagen buchen könnt. Wichtig zu wissen ist, dass ihr mit dieser Karte nur im Ausland kostenlos Geld abheben könnt. Eine Abhebung an einem Automaten in Deutschland kostet 3,95 €. Das Bezahlen mit der Karte ist sowohl in Deutschland als auch im Ausland kostenlos.

Die Rückzahlung erfolgt per Lastschrifteinzug von eurem „normalen“ Girokonto. Anders als bei der DKB wird hier also kein neues Girokonto eröffnet. Die Rückzahlung könnt ihr jeden Monat flexibel anpassen, das bedeutet, dass ihr entweder monatlich den gesamten Betrag zurückzahlt oder nur einen Teilbetrag. Falls ihr euch für Letzteres entscheidet, seid euch bewusst, dass für Beträge, die ihr nach drei Monaten noch nicht zurückgezahlt habt, 18,77 % Zinsen anfallen.

Leistungen im Überblick:

 

Deutschland-Kreditkarte

Kontoführungsgebühren

0,00 €

Gebühren Geldautomat

Im Ausland 0,00 €In Deutschland 3,95 €

Art der Kreditkarte

Visa-Kreditkarte

Kartenzahlungen

Im Ausland und in Deutschland kostenlos

Mindestabhebebetrag

50,00 € (bzw. Gegenwert in Fremdwährung)

Bonitätsprüfung

Schufa-Prüfung

Fazit:

Falls ihr noch keine Kreditkarte habt und keine 700 € monatlich auf euer Konto einzahlen möchtet, ist diese Kreditkarte für eure Auslandsaufenthalte derzeit die wohl beste Wahl, da euch keinerlei Kosten dafür entstehen.

Die Falle mit dem „Umrechnungs-Service“

Wenn ihr auf dem Balkan an einem Geldautomaten Geld abhebt, wird euch bei fast allen Banken, nachdem ihr den Wunschbetrag eingegeben habt, der „Service“ angeboten, dass die Bank des Geldautomaten den Betrag in Euro umrechnet. Das könnt ihr entweder annehmen oder ablehnen. Lehnt dies IMMER ab! Der Umrechnungskurs, der euch hier „angeboten“ wird, ist immer schlechter als der offizielle Umrechnungskurs, und die ganze Sache ist meiner Meinung nach nichts weiter als ein versuchter Trickbetrug.

Wenn ihr Geld in einer Fremdwährung abhebt, wird der Betrag von eurer eigenen Bank automatisch in eure Heimatwährung umgerechnet – ganz automatisch und zum jeweils gültigen, tagesaktuellen Wechselkurs zum Zeitpunkt der Abhebung. Lasst euch von dem „Angebot“ nicht verwirren, lehnt es einfach ab, und ihr spart mit jeder Abhebung bares Geld!

Die Falle mit den „Fremdgebühren“

Zu guter Letzt noch eine Sache, die sich in den letzten Jahren immer mehr etabliert hat: Fremdgebühren für die Nutzung von Geldautomaten mit eurer Kreditkarte im Ausland. Dieser Betrag muss nach geltendem Recht zwingend angezeigt und transparent gemacht werden, meistens geschieht dies im letzten Schritt, bevor euch das Geld ausgehändigt wird. Ihr könnt die gesamte Transaktion also immer noch abbrechen.

Ob dies sinnvoll ist, hängt vom Betrag ab, der euch hier berechnet wird, sowie von der Verfügbarkeit von Geldautomaten von Banken, die keine Fremdgebühren verlangen – diese sind leider selten geworden.

Meistens betragen die Fremdgebühren etwa 4–5 €, sodass es vielleicht verschmerzbar ist. Manchmal sind es aber auch 10 €, was ich persönlich als ziemlich dreist und überzogen empfinde. In diesem Fall würde ich die Transaktion einfach abbrechen und einen anderen Automaten nutzen, falls verfügbar.

In jedem Land auf dem Balkan gibt es übrigens immer noch Banken, die keine Fremdgebühren beim Abheben verlangen. Ja, sogar in Kroatien noch – dem ansonsten unangefochtenen Spitzenreiter in Sachen Abzocke beim Geldabheben auf dem Balkan. Welche Banken das genau sind und welche Banken vergleichsweise geringe Fremdgebühren verlangen, verrate ich euch im nächsten Abschnitt, in dem ich euch allgemeine Hinweise zu den jeweiligen Ländern gebe.

Länder-Tipps

Um diesen Abschnitt aktuell zu halten, bin ich unbedingt auf eure Mithilfe angewiesen! Falls etwas nicht mehr aktuell sein sollte oder eine der hier aufgeführten Banken sich dazu entschieden hat, eine Fremdgebühr zu erheben, schreibt dies bitte direkt in die Kommentare unter diesem Artikel! Dann werde ich den Artikel dementsprechend anpassen. Auch wenn ihr eine weitere Bank entdeckt, die von euch keine Fremdgebühren erhoben hat, schreibt dies bitte in die Kommentare! Auch das werde ich im Artikel laufend ergänzen.

Natürlich sind die Informationen hier nach bestem Wissen zusammengestellt. Aber es kann jederzeit Änderungen geben, und ich kann keinerlei Gewähr für die Richtigkeit der Angaben übernehmen.

Albanien – Albanischer Lek (ALL)

Der albanische Lek hat in letzter Zeit ganz ordentlich zugelegt zum Euro, wodurch das Land für Reisende etwas teurer geworden ist (aber immer noch sehr günstig im europäischen Vergleich). Lag der Wechselkurs vor fünf Jahren noch bei ungefähr 120 Lek für einen Euro, fiel der Kurs bis Ende 2024 auf unter 100 Lek für einen Euro. Grund dafür sind die steigende Wirtschaftskraft im Land, der boomende Tourismussektor, die geringere Nachfrage nach Euro sowie die relativ hohen Zinsen der albanischen Zentralbank im Vergleich zur EZB.

Abhebungen an Geldautomaten sind problemlos möglich, bei den allermeisten Banken zahlt ihr allerdings eine Fremdgebühr.

Die einzige mir bekannte Bank, die in Albanien noch keine Fremdgebühren erhebt, ist die Credins Bank.

Bosnien-Herzegowina – Konvertible Mark

In Bosnien-Herzegowina könnt ihr beim Geldabheben eine kleine Zeitreise machen, da dort, trotz Einführung des Euros, immer noch in Mark bezahlt wird. Zwar nicht offiziell in Deutscher Mark, aber der Wechselkurs ist derselbe wie damals von DM zu Euro, nämlich 1 € = ~ 1,95 KM.

Grund dafür ist, dass die Konvertible Mark damals fest an die Deutsche Mark gekoppelt war. Als Europa 2002 den Euro einführte, wurde diese Bindung beibehalten – nur eben mit dem festen Wechselkurs der DM zum Euro. Da der Wechselkurs nicht mehr schwankt, wird im gesamten Land auch recht breit einfach der Euro als Währung akzeptiert. Falls ihr aber mit Euro bezahlt, macht euch darauf gefasst, dass auf den Kurs 1:2 zu euren Ungunsten aufgerundet wird.

Auch in Bosnien-Herzegowina verlangen viele Geldautomaten eine Fremdgebühr, meistens in Höhe von 10 KM.

Ausnahmen von der Fremdgebühr machen allerdings die „Banka Postanska“ (= Postbank, Geldautomaten nur in Postfilialen vorhanden) und die „Ziraat Bank“.

Bulgarien – Bulgarischer Lew

Bulgarien ist EU-Mitglied, hat aber den Euro noch nicht offiziell eingeführt. Der bulgarische Lew (das bedeutet übersetzt tatsächlich „Löwe“) ist allerdings zum Kurs von 1:1,95583 fest an den Euro gebunden, weshalb es auch zu keinen Wechselkursschwankungen kommt. Eigentlich war geplant, dass Bulgarien bereits 2024 in die Eurozone eintritt, was bisher allerdings noch nicht funktioniert hat, da das Land noch nicht alle Kriterien erfüllen konnte. Nach neuesten Schätzungen wird dies vermutlich im Jahr 2026 geschehen.

So kurz vor der Einführung ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Restaurants und Geschäfte ebenfalls den Euro als Zahlungsmittel akzeptieren – allerdings auch hier meistens mit einem Wechselkurs von 1:2.

Banken, die in Bulgarien keine Fremdgebühren erheben (Stand Anfang 2023):

  • UniCredit Bulbank
  • DSK Bank
  • Post Bank
  • Ziraat Bank
  • Central Cooperative Bank

Kosovo - Euro

Mit der Abspaltung von Serbien im Jahr 1999 wurde im Kosovo keine eigene Währung eingeführt, sondern die Deutsche Mark genutzt. Als Deutschland im Jahr 2002 den Euro einführte, übernahm das Kosovo diesen ebenfalls. Die Euro-Einführung im Land erfolgte allerdings inoffiziell. Das Land ist kein Mitglied der Eurozone und auch nicht der EU. Das bedeutet, dass es demzufolge auch keinerlei Mitspracherecht bei der EZB hat und auch keine eigenen Euro-Münzen prägt. Im Norden des Landes, rund um Mitrovica, wird parallel zum Euro auch häufig noch der Serbische Dinar akzeptiert.

Im Kosovo gibt es meiner Erkenntnis nach keine Bank mehr, die keine Fremdgebühren erhebt. Allerdings gibt es einen anderen Trick, wie ihr hier komplett kostenlos an Bargeld kommen könnt:

Wenn ihr euch bei Western Union anmeldet, könnt ihr über das Portal kostenlos Geld an euch selbst senden und dieses in jedem Western-Union-Shop im Kosovo in Verbindung mit eurem Ausweis kostenlos abholen.

Auf der Webseite von Western Union wird angezeigt, dass es einen Rabatt von 100 % auf die ansonsten fällige Bearbeitungsgebühr gibt. Den gibt es aber bereits seit Jahren. Western Union ist übrigens sehr simpel und selbsterklärend, und es dauert nur ein paar Minuten, bis ihr das Geld in der Hand haltet, nachdem ihr es euch selbst gesendet habt. Eingezahlt werden kann das Geld per Kreditkarte, Banküberweisung, Sofort-Überweisung oder Google Pay.

Kroatien - Euro

Nach langer Anwartschaft ist Kroatien am 1. Januar 2023 von der kroatischen Kuna auf den Euro umgestiegen. Das hat nicht überall im Land für Begeisterungsstürme gesorgt, da – ähnlich wie damals in Deutschland – dem Euro eine Teilschuld dafür gegeben wird, dass es seitdem zu versteckten Preiserhöhungen gekommen ist. Ich mag das nicht beurteilen, da ich selber irgendwie das Gefühl habe, als wenn Kroatien auch unter der Kuna von Jahr zu Jahr immer teurer wurde, vor allem in den touristischen Gebieten.

Für Leute, die Urlaub im Land machen und aus einem anderen Euro-Staat kommen, ist dieser Schritt natürlich praktisch und wird vermutlich zu einer weiteren Steigerung der Einnahmen aus dem Tourismus im Land führen. Auch begrüßenswert ist, dass an Geldautomaten die Falle mit der Umrechnung nicht mehr angeboten werden kann, bei der damals teils unfassbar schlechte Wechselkurse angeboten wurden.

Apropos Geldautomaten: Hier ist Kroatien wohl unrühmlicher Spitzenreiter, was Fremdgebühren auf dem Balkan angeht. In Touri-Orten stehen z. B. an jeder zweiten Ecke „Euronet“-Automaten herum, die größtenteils horrende Gebühren fürs Geldabheben berechnen. Diese würde ich versuchen, immer und in jedem Fall zu meiden.

In Kroatien gibt es noch genau eine einzige Bank, die keine Fremdgebühren erhebt: die Kent Bank.

Leider hat diese nicht sehr viele Geldautomaten im Land, allerdings werdet ihr in den meisten größeren Städten fündig, wenn ihr bei Google Maps nach „Kent Bank ATM“ sucht.
Andere Banken, bei denen sich die Gebühren nur um die fünf Euro bewegen, sind die folgenden:

  • Addiko Bank: 3,89 €
  • Raiffeisenbank: 4,65 €
  • Erste Bank: 4,75 €
  • Istarska Kreditna Banka Umag: 4,75 €
  • Privredna Banka Zagreb (PBZ): 4,78 €
  • OTP Bank: 5,31 €

Wer in Kroatien günstiger an Bargeld kommen möchte, kann auch hier Western Union nutzen!

Mittels App oder auf der Homepage kann man sich selber – nach einer schnellen Registrierung – für eine Gebühr von einem Euro bis zu 5.000 € senden und diese innerhalb von Minuten in einem Western-Union-Shop abholen. Diese sind auch in Kroatien ausreichend weit verbreitet.

Montenegro - Euro

Im Länderbund mit Serbien wurde hier der Serbische Dinar genutzt. Nach der Abspaltung und Unabhängigkeit entschied man sich – genauso wie im Kosovo – dafür, keine eigene Währung zu nutzen und erst einmal die Deutsche Mark einzuführen. 2002 wurde dann auch in Montenegro der Euro eingeführt, wobei das Land kein EU-Mitglied ist und den Euro unoffiziell übernommen hat. Es werden also keine eigenen Münzen geprägt, und das Land hat ebenfalls kein Mitspracherecht bei der Europäischen Zentralbank.

Die meisten Geldautomaten in Montenegro verlangen Fremdgebühren. Manchmal hat man allerdings die Möglichkeit, an Automaten der „Erste Banka“ (Sparkassen-Symbol) kostenlos Geld abzuheben. Das ist allerdings ein Hit-or-Miss-Prozess, denn es scheint so, als ob es von Automat zu Automat und von Kreditkarte (Bankkarten sowieso immer mindestens 5 €) zu Kreditkarte unterschiedlich ist, ob man kostenlos Bargeld abheben kann oder nicht. Es scheint keine einheitliche Linie der Bank zu geben. Bestätigen kann ich allerdings, dass ich mit der DKB-Kreditkarte sowohl in Ulcinj als auch in Kotor Geld abheben konnte, ohne Fremdgebühren zu zahlen.

Kennt ihr sonst andere Banken, die keine Fremdgebühren in Montenegro erheben? Schreibt bitte einen Kommentar!

Auch in Montenegro ist Western Union eine super Möglichkeit, sich selber kostenlos Bargeld zu senden und es dort in einem Partner-Shop auszahlen zu lassen. Die Gebühr von eigentlich 2,99 € wird schon seit einiger Zeit erlassen, sodass man für den Service in diesem Land nichts bezahlen muss.

Nordmazedonien - Mazedonischer Dinar

Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1992 ist der Denar die alleinige Währung im Land. Der Denar ist zwar nicht fest an den Euro oder eine andere Währung gekoppelt, allerdings gelingt es der mazedonischen Zentralbank sehr gut, den Wechselkurs stabil zu halten. Dieser lag in den vergangenen zehn Jahren immer zwischen 60 und 62 Denar für einen Euro.

Geldautomaten in Nordmazedonien verlangen häufig Fremdgebühren, und auch der Umrechnungs-Trick wird oft angewandt.

Eine Bank, die keine Fremdgebühren beim Abheben mit deutschen Kreditkarten erhebt, ist die türkische Halkbank, die in den größeren Orten des Landes ATMs betreibt.

Rumänien - Rumänischer Leu

Rumänien ist bereits seit 2007 EU-Mitglied und strebt seitdem eine Mitgliedschaft in der Eurozone an. Zunächst war das Ziel, dem Euro im Jahr 2014 beizutreten, was nicht geklappt hat. Auch ein Beitritt im Jahr 2023 scheiterte. Neues Ziel ist 2029 – mal schauen, ob das dann klappt.

Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Euro-Einführung in der Bevölkerung übrigens sehr beliebt und wird gewünscht. In Umfragen wünschen sich etwa drei Viertel der Bevölkerung, dass der Euro den Leu ablöst.

Bis das passiert, wird weiter in Leu bezahlt, der im Jahr 2005 ein paar Nullen verloren hat. 10.000 alte Leu wurden damals zu einem neuen Leu. Der Leu ist zwar nicht an den Euro gekoppelt, allerdings ist der Wechselkurs seit Jahren sehr stabil und liegt meistens knapp bei 1 € = 5 Leu.

Geld abheben in Rumänien ist kein großes Problem. Im Vergleich zu anderen Ländern auf dem Balkan gibt es hier noch einige Banken, die keine Fremdgebühren erheben:

  • BRD Bank
  • CEC Bank
  • BCR Bank (Sparkassen-Symbol)
  • ING Bank
  • UniCredit Bank

Serbien -Serbischer Dinar

In Serbien wird der Serbische Dinar verwendet, der der direkte Nachfolger des Jugoslawischen Dinars ist. Die Währung ist nicht an den Euro oder eine andere Währung gekoppelt. Serbien ist kein EU-Mitglied, und ich denke, das wird aufgrund der politischen Lage und Stimmung im Land auch noch eine ganze Weile so bleiben. Nichtsdestotrotz ist der Wechselkurs des Dinars zum Euro relativ stabil und liegt bereits seit Jahren immer bei ca. 117 Dinar zu einem Euro.

In Serbien verlangen viele Banken eine Fremdgebühr. Eine Bank, die das nicht macht, ist die türkische Halkbank. Geldautomaten dieser Bank findet man in allen großen und den meisten mittelgroßen Städten.

Ich habe natürlich versucht alles nach bestem Wissen und Gewissen zu recherchieren. Trotzdem kann ich natürlich nicht ausschließen, dass sich irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat, dass eine Bank nun doch Fremdgebühren erhebt oder das Western Union teurer geworden ist. Falls dir etwas auffällt, das nicht (mehr) stimmt, schreib einfach einen Kommentar! Falls du andere Banken kennst, die im Balkan keine Fremdgebühren erheben, bitte ebenfalls!

Ich freue mich über jede Rückmeldung!

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